Schmetterling und Lindendolden: Wochenende in Bildern 4./5. Juli 2020

Ein süßes, voll gepacktes Wochenende mit Freunden auf dem Land liegt hinter uns. Das Wetter war durchwachsen von sonnig-heiß über schwül-bewölkt bis hin zu regenschaurig. Aber im Gefühl bleibt die Sonne zurück.

Wir haben einer Schmetterlings-Morphose beigewohnt, unter der Linde gesessen und geredet und viel gekocht und genossen. Die Kinder haben gemalt, gebastelt und Blumen gepflückt. Also eine echte Sommer-Idylle.

Die Phrase “Schmetterling und Lindendolden” aus der Überschrift stammt aus diesem netten Sommergedicht von Jakob Haringer (*1898 in Dresden, † 3. April 1948 in Zürich):

Samstag, der 4. Juli 2020

Gestern bin ich mit dem Zug aus Berlin mit unseren Freunden wieder hier auf dem Land eingetrudelt. Ich habe in Berlin drei Tage in Ruhe gearbeitet und einen Haufen Liegengebliebenes weggeschafft. Aber jetzt ist Wochenende!

Unsere “Heide” auf dem Grundstück begrüßt mich beim Morgengang mit einem roten Schimmer, der durch die duftigen Wolken des Roten Straußgrases entsteht, das hier wächst.

So viele Insekten tummeln sich jetzt hier. Auf den winzigen Heidenelken krabbeln die Käferlein. Die Blume, die in Deutschland unter Schutz steht, war die Blume des Jahres 2012. Hier bei uns gibt es sie zu Hauf.

An unseren beiden Linden auf dem Grundstück sind die Blüten aufgegangen. Gestern Abend waren wir beim Abendessen unter der Linde eine Minute lang alle still, um den Bienen zuzuhören, die jetzt unermüdlich in den Blüten tätig sind. Es ist ein richtiges Gebrause, aber leise, ein tausendstimmiges, feines Summen.

Ich mache eine Entdeckung auf dem Grundstück. Dieser Strauch, den ich immer für einen jungen Weißdorn gehalten habe, ist ein Stachelbeerstrauch. Er trägt kleine, rote Früchte, die sogar schon genießbar sind. Aber ich denke, richtig vollmundig und süß sind sie erst in ein paar Tagen, wenn die Sonne sie noch ein wenig beschienen hat.

Die große Tochter zeigt mir, was sich in den letzten drei Tagen im Gewächshaus getan hat :-). Sie erntet bei der Gelegenheit gleich ein paar Radieschen. Die kommen samt Blättern heute in den Salat.

Unsere Freundin war auch die Tagesmutter der kleinen Tochter. Im Moment ist außer unseren Töchtern noch die Freundin der kleinen Tochter bei uns. Hier spitzen sie erstmal gemeinsam alle Buntstifte, die wir hier auf dem Land haben, weil sie malen wollen.

Während die anderen malen, tanzt meine Tochter einen “Lauch-Tanz” mit zwei Stängeln Porree.

Hach, mein Töchterlein. <3

Ich wiederum nutze die Zeit und dekoriere das ganze Haus frisch mit Blumen, Gräsern und Grün vom Grundstück.

Mit der Freundin und den Mädchen gehen wir raus.

Die Tochter zeigt mir den Schmetterlingskokon an unserer Holzbank, der gestern noch eine Raupe war. Tatsächlich hing da gestern Abend noch eine Raupe, wie ich erfahre. Unsere Freundin hat mit den Kindern gestern eine ruhige Minute an der Bank gehabt. Durch die Ruhe, die dabei entstand, haben die Kinder die hängende Raupe entdeckt. Wir sind alle ein wenig baff, dass das mit dem Ein-Kokonieren so schnell ging.

Die Mädchen möchten frisiert werden. Mit der Freundin machen wir den beiden kleinen Mädchen Blüten-Frisuren.

Außerdem entstehen Halsketten aus geflochtenen Blumen.

Währenddessen widmet sich mein Mann einem Wunschprojekt der großen Tochter: Sie möchte unbedingt ein “Hausmodell” bauen. In der dritten Klasse ihrer Schule bauen die Kinder in der Hausbau-Epoche normalerweise ein solches Hausmodell, ganz frei, jedes Kind nach seinen/ihren Vorstellungen. Die Klasse der Tochter hat aber damals ein echtes Haus gebaut, einen neuen Holzschuppen auf einem Abenteuer-Spielplatz nach allen Regeln der Zimmermanns-Kunst. (In diesem Wochenende in Bildern kann man nachsehen, wie der Schuppen damals aussah).

Aber unsere Tochter hätte auch gern ein kleines Haus-Modell nach ihren Vorstellungen gebaut. Also holen wir das jetzt nach bzw. mein Mann und sie. Er betreut ihre Arbeit ein bisschen, lässt sie aber alles planen, entscheiden und machen. Hier feilt sie die Kanten der selbst ausgesägten Grundplatte des Wunsch-Hauses. Sie hat sich in einer Ausstellung in der Schule die Hausmodelle der aktuellen dritten Klasse angeschaut und hat jetzt eine genaue Vorstellung davon, wie ihr Haus werden soll.

Langsam geht die Sonne unter.

Hier sieht man nochmal das Gras auf der Heide rötlich schimmern – in echt ist es wirklich sehr rotlila. (Kleiner Gruß an @maria339668 auf Instagram, die auf meinen Post mit dem Kranz aus Gras mit einer schönen Huldigung an die lila Schleier dieser Gräser auf den Wiesen kommentiert hat <3).

Abends sitzen wir noch bis weit nach Sonnenuntergang mit den Freunden drinnen zusammen, quatschen und lachen. Ich stempele noch ein paar Karten mit Mohnkapseln und mache einen Brötchenteig, damit wir morgen frische Sonntagsbrötchen haben.

Draußen nieselt es leicht. Die große Tochter genießt es, als Große noch ein Weilchen bei uns zu sitzen, mit uns Lauch-Quiche zu essen und ebenfalls mit Mohnstempeln zu stempeln.

Die eine Hälfte der Straße ist nass, die andere trocken.

Als die Tochter im Bett ist, gehen wir Erwachsenen nochmal raus und stehen einem seltsamen Phänomen gegenüber. Es sieht so aus, als sei genau die Hälfte der Straße nass und die andere Hälfte trocken geblieben. Verlief etwa die Regenscheide genau entlang der Straße? Tatsächlich ist auch das Gras auf der einen Seite der Straße nass, auf der anderen trocken. Wir rätseln, ob das wirklich sein kann. Oder was der Grund für dieses Phänomen sein könnte. Unter der Straße laufen bestimmt keine “warmen Rohre” lang, denn die drei Häuser hier sind alle nicht an das öffentliche Wasser-/Abwasser-Netz angeschlossen. Wenn ein*e Wetter- oder Straßenbau-Expert*in unter den Leser*innen ist, bitte gern melden und mir das Phänomen erklären!

Nach diesem kleinen Wunder der Natur, denn als ein solches nehmen wir es, gehen wir alle ins Bett. Unser Freunde ins große Zelt auf dem Grundstück, wir in unser gemütliches, 3,50m breite Familienbett, wo unsere Töchter schon schlummernd auf uns warten.

Schon vor dem Frühstück bastelt die Tochter an ihrem Hausmodell weiter. Hier sägt sie Eckleisten für das Haus zurecht.

Ich forme unsere Frühstücks-Brötchen und decke sie mit einem Tuch ab, damit sie noch eine wenig gehen können.

Die kleine Tochter geht mit Puppenwagen mit auf den Hundespaziergang. Wir haben heute früh “Die Elfe mit dem Taschentuch” von Astrid Lindgren vorgelesen. In der Geschichte bekommt Lena außer dem Taschentuch auch eine Puppenwagen geschenkt. Ich vermute, dass sie deswegen den Puppenwagen aus dem Schuppen kramt und ihre Puppe Ella darin spazieren fahren möchte. Auf der Straße ist absolut nichts los, hier kann man gemütlich mit dem Puppenwagen entlang kurven.

Es ist bewölkt und windig, aber sehr warm. Die Tochter macht einen Abstecher auf die Wiese zu den hohen weißen Blumen, die sich als Schierlinge herausstellen, wie meine Pflanzenerkennung-App mir mitteilt.

“Schierlings-Palmen”, wie sie im Kinderbuch “Das kleine Ich bin ich” heißen.

Mein Mann und die Tochter bauen am Hausmodell weiter. Mein Mann erklärt der Tochter, wie sie messen muss, damit nachher alles passt.

Sie zeichnet ordentlich alles ein.

Und sie misst aus.

Die kleine Tochter stellt nach einer Woche mit Freundin fest, dass es auch schön ist, ganz allein zu spielen. Sie spielt eigentlich den ganzen Tag mit dem Puppenhaus im Spielzimmer unter dem Dach und mit ihrer Puppe Ella.

Die aktuellen Puppen dürfen einmal im Garten posieren. Die kleine Puppe mit den weichen, hellblonden Haaren aus Tibetlammfell und der lila Strickjacke ist noch zu haben; ich kam seit dem Frühling immer noch nicht dazu, sie offiziell zum Kauf auszuschreiben. Die anderen drei Puppen sind schon versprochen bzw. verkauft.

Währenddessen war die kleine Tochter mit unserer Freundin spazieren. Sie haben eine Heuschrecke gefangen und in ein Glas gesperrt.

Die Heuschrecke ist der helle Fleck oben rechts.

Unsere Freundin flicht einen Blumenkranz für die Tochter.

Danach muss ich auf Wunsch der Tochter die Heuschrecke wieder freilassen. Gutes Kind.

Die Tochter kleidet sich um und schwebt als Blumen-Elfe durch den Garten.

nach dem Mittagessen mit indischem Gemüse-Curry reisen unsere Freunde ab und wir gönnen uns eine lange, gemütliche Mittagspause.

Es nieselt wieder, aber die große Tochter und ich machen trotzdem einen kleinen Hundespaziergang.

Der Abendhimmel um 19 Uhr.

Als die Kinder schlafen, werden mein Mann und ich Zeuge eines Regenbogens.

Hier ist er noch eher schwach, aber in echt viel stärker als auf dem Foto.

Am Grundstücksende sehen wir das Ende des Regenbogens, das in echt noch viel krasser leuchtet als auf dem Bild.

Wer genau guckt, sieht hier einen zweiten Regenbogen.

Der Regenbogen zeigt, was er kann.

Und der Himmel auch.

Weil das ehrlich gesagt alles ziemlich spektakulär ist und wirklich alles völlig unwirklich leuchtet, mache ich mit dem Handy ein Panoramabild, eine Funktion, die ich bisher erst einmal genutzt habe.

Kommt wahrscheinlich mobil nicht so toll raus, also haben hier diejenigen, die mein Wochenende in Bildern auf dem Desktop-Rechner gucken, einmal einen Vorteil, weil sie es anklicken und groß ziehen können.

Und mit dem Regenbogen in Neon, der in echt sogar noch krasser war als auf dem Foto, endet unser erstes Juli-Wochenende des Jahres 2020.

Vor uns liegt eine weitere Woche auf dem Land, und weil es schon spät ist, sage ich tschüs und gute Nacht! Bis nächste Woche, genießt das Wetter, wie auch immer es bei Euch ist! Wie ich kürzlich schon schrieb, jedes Wetter birgt seine eigene Schönheit, zumindest wenn man raus in die Natur geht.

Alle Liebe wünscht Euch Leser*innen

Eure Maike

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