Licht tanken: Ein perfekter Tag im Juni 2021

Mein perfekter Tag im Juni 2021: Gestern hatte ich mal wieder einen Tag ganz für mich in unserem Haus auf dem Land. Mein Leben war in letzter Zeit turbulent, voller Aufgaben, und emotional. Ich hatte das Gefühl, mir schwirrt der Kopf. Und das Herz. Da kam so ein Tag Auszeit „nur für mich“ wie gerufen.

Der Juni ist einer der hellsten Monate des Jahres. Wir bewegen uns auf den längsten Tag des Jahres zu. Dieses Jahr ist das Wetter in unseren Breiten fantastisch. Seit Tagen ist es heiß, sonnig, wolkenlos. Deswegen widmete ich diesen perfekten Tag dem Licht. Ich wollte die Kraft der Sonne nutzen, um Licht in mich einzulassen und Energie aufzutanken.

Und das hat geklappt. Ich fühlte mich am Abend total stark, aber gleichzeitig vollkommen entspannt. So entspannt wie schon lang nicht mehr. Mein Grundgefühl war GLÜCKLICH und ERFÜLLT. Und dazu brauchte ich kein teures Wellness-Hotel oder einen Personal Coach. Was ich gemacht habe, kannst Du leicht zu Hause nachmachen. Meine perfekte Mischung gestern setze sich zusammen aus Sonne/Licht/Energie tanken, sinnlichen Erfahrungen, kreativer Tätigkeit, gut essen und meditieren.

Das war mein perfekter Tag im Juni 2021:

1. Barfußspaziergang

Schon um 7 Uhr morgens war es draußen warm. Es duftete nach Heu. Ich wollte sofort raus und die Morgenstimmung genießen. Draußen sah ich das weiche grüne Gras und bekam Lust, es unter meinen Füßen zu spüren. Also ließ ich die Schuhe im Haus und machte meinen Gang übers Grundstück barfuß. Weil sinnliche Erfahrungen schön und wohltuend für Körper und Seele sind.

Mein perfekter Tag im Juni 2021 startete mit einem Barfußspaziergang. Auf dem Bild: Nackte Füße in blauer Hose von oben im Gras.

Das Gras war kühl und vom Tau zum Teil noch feucht. An anderen Stellen war es trocken und warm, weil die Sonne schon draufgeschienen hatte. Es fühlte sich sehr gut an. Unter den Bäumen lagen Zapfen und winzige Holzstückchen herum; hier war es nicht so angenehm, barfuß zu gehen. Ich war dankbar für die Schuhe, die es uns erleichtern, über alle möglichen Untergründe zu gehen. In meinem Kopf blieb aber vor allem die Erinnerung an das feuchte, kühle Gras. So schön!

2. Schütteln und Sonne atmen

Bei Kathrin von Frau Leben hatte ich kürzlich den Tipp bekommen, dass man Stress und Unruhe aus dem Körper herausschütteln kann. Ich habe das seitdem gelegentlich gemacht und finde es toll! Man schüttelt einfach Arme und Beine kräftig aus und stellt sich dabei vor, dass aller Stress dabei herausgeschüttelt wird. Ein, zwei Minuten bewirken schon Wunder. Danach ist man so schön locker und befreit.

Ich schüttelte mich also und schloss daran gleich meine zweite Lieblingsübung an: Ins Licht atmen. Die Sonne schien schon warm in den Vorgarten. Ich schloss die Augen, drehte mich zur Sonne und atmete tief ein und aus. Beim Einatmen hob ich die Arme mit den Handflächen seitlich nach oben über den Kopf und führte sie beim Ausatmen – wie beim Yoga – zusammengelegt nach vorn vor die Brust. Auch hier tun schon ein paar Minuten super gut. Ich merkte, wie das Sonnenlicht mir gut tat, wie es in mich einströmte und von innen heraus erfüllte.

3. Eine Tasse Tee oder zwei

Ich sitze auf einer Gartenbank, neben mir blühen Wildrosen, ich halte eine Tasse Tee und schaue in den Himmel.

Mein morgendlicher Schwarztee mit Milch ist mir heilig. Heute setzte ich mich nach draußen auf die Gartenbank in die Sonne und genoss jeden Schluck ganz bewusst. Wir haben auf dem Land einen besonders aromatischen Earl Grey, der ganz, ganz köstlich schmeckt.

Dazu stieg mir der feine Duft der Wildrosen in die Nase, die direkt neben mir blühten. Feines Aroma im Mund und in der Nase. Wunderbar.

4. Sammeln und zubereiten

Weil mir beim Teetrinken der Spitzwegerich im Gras vor mir ins Auge gestochen war, verspürte ich Lust, mit dem an diesem Wochenende angesetzten Hustensirup weiter zu machen. Ich holte den Sammelkorb und ging Fichtensprösslinge und weiteren Spitzwegerich auf dem Grundstück und der Wiese gegenüber sammeln.

Von oben: Fichtenschößlinge und Spitzwegerich-Blätter in Sammelkorb aus Span.
Fichtenschößlinge (oben) und Spitzwegerich-Blätter (unten)

Ich finde es unheimlich erfüllend und befriedigend, etwas in der Natur zu sammeln und dann daraus etwas herzustellen. Vielleicht liegt das daran, dass wir Menschen das Sammeln aus der Urzeit ganz tief in unseren Genen haben, wo es als „gut“ und „richtig“ abgespeichert ist.

Ich habe beim Sammeln immer das Gefühl, ganz im Einklang mit mir zu sein und das Richtige zu tun. Dabei spüre ich Resonanz, um es mit einem zeitgenössischen soziologischen Begriff auszudrücken. Dass ich beim Sammeln noch mehr Sonne tankte, tat sein Übriges. Danach war mir ganz warm, innen und außen.

Kleiner Exkurs zum Thema Jahreskreis: Ich dachte beim Aufkochen des Sirups darüber nach, dass der Hustensirup wahrscheinlich genau in einem halben Jahr, also kurz vor der Wintersonnenwende, gebraucht werden wird. Also zu Beginn der Erkältungszeit. Die Zutaten dafür findet man aber jetzt, um die Sommersonnenwende. Ich dachte daran, was mir einmal eine kluge Waldorferzieherin gesagt hat: Dass die im Jahreskreis einander gegenüberliegenden Zeiten eine starke Verbindung miteinander haben. Sie sind sozusagen zwei Seiten einer Medaille. Hier also die Zubereitung des Hustensirups, also das Einsammeln und Konservieren der Heilkraft auf dem Höhepunkt der Wirksamkeit der Kräuter. Im Winter dann darf der Sirup seine heilende Wirkung entfalten. Er gibt dann seine heilsame Energie wieder ab. Ist das nicht schön?

5. Obstteller

Danach meldete sich der Hunger. Ich frühstücke ja in der Regel nicht, weil ich immer erst gegen 11/12 Uhr Hunger bekomme. Dieses Intervallfasten tut mir gut.

Den Obstteller mit Banane, Apfel und Himbeeren gestaltete ich wie eine strahlende Sonne, die ich mir dann auch gleich einverleibte.

Obstteller von oben, auf dem Apfelschnitze sonnenstrahlartig angeordnet sind. Zwischen den Äpfeln Himbeeren, an den "Spitzen" der Äpfel Bananenscheiben.

6. Bastelprojekt vollenden

Etwas Schönes mit den Händen zu schaffen, tut mir auch immer gut. Auch Kreativsein hat übrigens eine stark resonante Wirkung.

Auf dem Tisch draußen lagen noch die Ausstechfiguren aus Modelliermasse von diesem Wochenende, die nur zur Hälfte bemalt waren. Ich vollendete das Projekt und hängte dann auf dem Grundstück auf verschiedene Weise die sommerlichen Figuren auf: Blumen, Blätter, Vögel und Schmetterlinge.

Sommerbastelei an meinem perfekten Tag im Juni 2021: Bilderrahmen aus Ästen mit Schnur an Busch gehängt, vom Bilderrahmen hängen blaugrüne Ausstechformen herunter (Vogel und Blumen)
Basteln im Sommer: Ausgestochener Schmetterling, blaugrün bemalt, an Schnur vor Naturlandschaft.

7. Lesen

Blick auf ein weites Feld, rechts im Bild eine Birke.

Endlich mal wieder in Ruhe lesen! Das komme ich im turbulenten Alltag viel zu selten. Zugegebenermaßen auch wegen der starken Anziehungskraft der elektronischen Medien, da bin auch ich nicht frei von.

Aber heute sollte es sein. Ich setzte mich auf die Bank am Grundstücksende, mit Blick in die Weite der Felder und auf die große Birke, und las in Juli Zehs „Über Menschen“.

8. Mittagessen

Schüssel mit Couscous mit Zitronenscheibe und Kräutern.

Zum späten Mittagessen machte ich mir einen Couscous-Salat mit Zwiebeln, Tomaten, Gurken und frischen Kräutern sowie ein dickes Butterbrot mit Sprossen. Für mich ein Festmahl.

Mein perfekter Tag im Juni 2021 wird vollendet mit einem Mittagessen mit diesem Vollkorn-Butterbrot mit Sprossen (nah).

9. Mittagsschlaf

An meinen perfekten Tagen darf ein Mittagsschlaf nicht fehlen. Ich liebe es, Siesta zu halten. Denn ich stehe früh auf und bin meist in der ersten Tageshälfte sehr aktiv. So tut mir am Nachmittag eine kleine Auszeit immer gut.

Weil es draußen jetzt echt heiß war, legte ich mich nach drinnen ins kühle Haus aufs Sofa.

10. Lichtmeditation

Zum Abschluss meines perfekten Tages im Zeichen des Lichts suchte ich mir eine (lange) geführte Meditation auf YouTube zum Thema Licht heraus. Dazu setzte ich mich in die warme Nachmittagssonne draußen. Das war sehr schön.

Die 45-minütige Meditation war eine Fantasiereise, die einen zur „Quelle des Lichts in uns selbst“ führte. Auf dem Höhepunkt nahm man eine bildliche „Lichtdusche“ in der eigenen inneren Licht- und Kraftquelle.

Man mag von solchen Meditationen denken, was man will. Man kann sie zum Beispiel als esoterischen Quatsch abtun. Ich aber bin überzeugt, dass das Erleben solcher imaginärer Bilder eine starke Wirkung hat. Es sind positive, schöne Erlebnisse, die das Gehirn als real erlebt abspeichert und sich so neu polt. Mir fällt es manchmal nicht leicht, dabei zu bleiben, weil meine Gedanken abgelenkt werden. Aber ich bemühe mich und oft gelingt es mir, ganz in die Welt der Meditation abzutauchen. Heute auch.

Ich war nach der Meditation jedenfalls total entspannt und fühlte mich gleichzeitig erfüllt von Licht und Kraft. Ich hatte das Gefühl, ganz satt und zufrieden zu sein, und gleichzeitig leicht. Das war ein tolles Gefühl, das bis zum späten Abend anhielt. Ich war euphorisch-glücklich und gleichzeitig ganz ruhig und entspannt. Ein tolles Gefühl, das ich dem Licht verdanke und meinem tollen perfekten Tag.

Und das war er, mein perfekter Tag im Juni 2021 zum Thema „Licht und Energie tanken“.

Was kannst Du für Dich daraus mitnehmen?

  • Der Juni eignet sich perfekt für die Themen Licht, Kraft und Energie.
  • Barfußlaufen ist ein unvergessliches, sinnliches Erlebnis (geht auch im Park).
  • Sammeln und etwas Essbares / Heilsames zubereiten ist selbstwirksam und tut gut. Pinterest und Google sind voll von Ideen! Der Juni ist z.B. ein perfekter Monat für Johanniskrautöl (hier zu meiner Anleitung) oder für Leckereien aus Rhabarber und Erdbeeren. Aus den ersten Kräutern, die man jetzt sammeln kann, kann man auch dieses einfache Kräuterbrot backen.
  • Genau so stärkend ist es, etwas zu basteln bzw. kreativ zu sein. Warum nicht etwas stricken? Oder eine sommerliche Puppe für den Jahreszeitentisch herstellen? Oder solche süßen Bienen aus Erlenzapfen?
  • Gut essen ist wichtig! In vielen Städten kann man inzwischen auch hervorragendes Essen bestellen, wenn Du keine Lust oder kein Talent in der Küche hast. Gönn Dir was Gutes.
  • Geführte Meditationen kann ich nur empfehlen. Auf YouTube und als Podcasts gibt’s Meditationen und Fantasiereisen in Hülle und Fülle zu jedem nur denkbaren Thema. An Podcast-Kanälen kann ich „Meditation für jeden Tag“ (Paulina Thurm) und „koalamind“ empfehlen (Werbung, aber unbezahlt und unbeauftragt — nur als Tipp).
  • Aber wenn Du mal nur einen ganzen Tag im Bett liegen und Filme glotzen willst, ist das auch OK! Auch das kann super sein! — Ich glaube, das mache ich mal Richtung Winter, denn ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wann ich das zuletzt gemacht habe.

Wie Du Dir Auszeit nimmst (ich weiß, gar nicht so einfach!)

Wie immer möchte ich Dich ermuntern, Dir regelmäßig Zeit für Dich zu gönnen. Einen Tag oder ein paar Stunden, in denen Du ausschließlich schöne Dinge tust, die Dir gut tun. Am besten besprichst Du das mit Partner*in und Kindern und es wird fest als Termin in den Familienkalender eingetragen. Als wichtiger Termin für Dich. Jeder Mensch hat in unserer anstrengenden Zeit das Recht auf persönliche Auszeit. Ganz besonders arbeitende Mütter, die oft neben ihrer Arbeit noch den Hauptteil der Fürsorgearbeit leisten und den meisten Mental Load tragen.

Ich versuche, mir jeden Monat einen Tag für mich zu gönnen. Das klappt nicht immer (in letzter Zeit wegen Corona), aber es ist das Ziel und oft habe ich es geschafft. (Nicht alle „perfekten Tage“ habe ich verbloggt).

Wenn Du/Ihr eine solche Auszeit für Dich noch nicht etabliert habt, Du Dir das aber wünschst: Ruf JETZT Deine*n Partner*in an und sag ihm/ihr, dass Ihr heute Abend was zu besprechen habt. Und dann tut Ihr das und macht gleich den ersten Termin fest.

Ich wünsche Dir einen guten Juni mit viel Licht und ausreichend Auszeit für Dich!

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. Liebe Maike,
    was für ein schöner Tag! Alleine beim Lesen spüre ich die Sonne in mir.
    Die Gehirnforschung gibt Dir übrigens Recht, Bilder werden im Gehirn beinahe genauso verarbeitet wie „echte“ Erlebnisse und können später wieder abgerufen werden. Noch dazu in einer Mediation, wo das Gehirn vor allem in „Alpha- Wellen“ arbeitet ist das besonders wirksam. Nicht umsonst arbeiten viele Therapieverfahren genau in diesem hypnoiden Zustand.
    Bei deinen jahreszeitlichen Ausführungen denke ich immer an meine Yogalehrerin, ich habe lange Jahre Kurse „Luna- Yoga“ belegt, eine besondere Form des Yoga nur für Frauen, in der die Jahreszeiten und die zugehörigen Energien eine große Rolle spielen. Im Sommer wird geschwitzt, im Winter wird gekuschelt (sehr vereinfacht dargestellt) und es gibt auch immer einen Querverweis zum weiblichen Zyklus.
    Ja, das sind so meine Gedanken zu deinem perfekten Tag.
    Ich müsste mir auch mal wieder einen einplanen… aber das wird wohl erst in den Ferien wahr werden. Macht aber nichts, Glücksmomente hatte ich schon einige diesen Juni!
    Liebe Grüße!

    • Danke, Elisabeth, für die Infos zur Gehirnforschung. Es ist immer wieder gut zu hören, dass es auch wissenschaftlich bestätigt ist, was man merkt und fühlt. Ich wünsche Dir, dass e bald klappt mit einem Tag für Dich oder einem halben.
      Ganz liebe Grüße,
      Deine Maike

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