Bevor die Rosen und der längste Tag gekommen: Wochenende in Bildern 12./13. Juni 2021

Dieses komisch kühle Juni-Wochenende mit warmem Ausgang waren wir zu Hause in Berlin und nicht auf dem Land. Eine Tochter hatte eine Aufführung an der Schule, und meine Mutter war zu Besuch. Bis Sonntag Mittag war es bewölkt, windig und gefühlt eiskalt. Aber am Sonntag Mittag kam die Sonne durch und kündigte an, dass die nächste Woche warm wird. Hoch Jona wird uns ab morgen hochsommerliche Temperaturen bis zu 33°C bescheren.

Natürlich blüht es üppig an allen Ecken und Enden von Straßen und Wegen. In unserem Viertel gibt es viele, viele Rosensträucher: die haben wir bewundert und an den duftenden Blüten gerochen. Das geht auch bei Wolken und Nieselregen.

Das Gedicht der Woche stammt aus dem Tagebuch der Edith Holden und ist von Matthew Arnold (1822 – 1888):

Warum das lyrische Ich hier fliehen muss, wird nicht ganz klar, aber es deutet sich ein Abschied an. Vielleicht darf man darin einfach den Abschied von den länger werdenden Tagen sehen. Der Zenit des Jahres ist schließlich bald erreicht. Ich sage mir dazu: Nicht so viel daran denken, lieber Licht und lange Tage genießen.

Samstag, der 12. Juni 2021

Erstmal mit den Hunden raus, zusammen mit meinem Mann. In der Wohnanlage und überall in unserem Viertel blühen zahllose Holunder-Sträucher. Das duftet so wunderbar. Ich habe bereits Sirup gekocht. Den verwende ich gern für Salatsaucen.

Nach einem Jahr endlich, ENDLICH wieder zum Friseur. Ich bitte den Friseur, es schön kurz zu machen. — Leider habe ich dann vergessen, ein „Danach“-Foto zu machen. Ich reiche es baldmöglichst an dieser Stelle nach 🙂

Zu Hause ist inzwischen meine Mutter eingetroffen, die schon seit gestern in Berlin ist, aber ihre erste Nacht bei der Familie meines Bruders verbracht hat, weil dieser auch nur kurz zu Besuch in Berlin ist. Er inszeniert als Co-Regisseur von Dimitri Czerniakow den „Fliegenden Holländer“ in Bayreuth, wo er gut eingespannt ist.

Bevor wir zur Aufführung der Tochter losgehen, wird Mittagessen gekocht und ein Blech Flammkuchen mit Lauch und Speck gemacht, den wir zum Buffet der Schulaufführung beisteuern.

Das ist der Schulgarten der Schule unserer Kinder. Er ist wunderschön, voller Blumen und Blüten. Meine Mama und ich bewundern die Pracht nach der grandiosen Aufführung der Klasse der Tochter im Schulhof.

Die beiden Gruppen der Klasse haben unter der Leitung einer Mutter (die ein kleines Deputat als Lehrerin an der Schule hat) drei Monate an dem vielseitigen Projekt gearbeitet. Es war eine Mischung aus Theaterstück, Artistik-, Sport- und Musik-Aufführung, mit beeindruckenden Einlagen von Fußball-Artistik, Akrobatik, Jazzdance und Jonglieren bis hin zu einem Auftritt der Klassen-Rockband mit 2 E-Gitarren, Akustik-Bass, Schlagzeug und Gesang. Und einiges mehr.

Das Drehbuch für das Theaterstück wurde von den Schülern selbst entwickelt. Sie spielen sich darin mit Selbstironie selbst in Zeiten der Corona-Pandemie. Dazu entstand ein selbst gemaltes Comic, zwei selbst gezeichnete Klassenlogos (für jede Gruppe eines), selbst gestaltete T-Shirts, und natürlich die Kulissen und Kostüme. Mega beeindruckend, was unsere Kinder alles können, und mit welchem Witz und welcher Freude sie bei der Sache sind und waren. Dieses tolle Projekt hat sozial, kreativ und hinsichtlich vieler anderer Hinsichten unheimlich viel aufgefangen, was sonst durch Corona den Bach runtergegangen wäre.

Weil zu Beginn des Projektes überhaupt nicht klar war, ob es eine Aufführung geben kann, wurde sogar ein Film gedreht, der das ganze Programm festhält.

Nach der Aufführung haben wir beim Buffet Zeit und Gelegenheit, nach einem Jahr endlich mal wieder mit den anderen Eltern (und den Kindern) zu quatschen, sich wieder zu begegnen und auszutauschen. Das tut so gut. Alle sind noch da. Die Kinder sind so groß geworden. Und so cool!

Der blühende Jasmin auf dem Schulgelände.

Der Juni ist so herrlich blütenreich.

Abends machen wir einen langen Spaziergang durchs Viertel mit meiner Mama. Hier sind wir auf dem ehemaligen AEG-Gelände am Humboldthain, wo Informationstafeln zur Geschichte dieses interessanten Geländes aufgestellt wurden. Hier hat AEG seit Anfang des 20. Jahrhunderts Industriegeschichte geschrieben. U.a. wurde hier die Verbreitung der Elektrizität in Deutschland in Gang gesetzt und immer weiter beschleunigt. Im zweiten Weltkrieg arbeiteten hier polnische Zwangsarbeiter, auch hierzu findet man Informationen.

Das Gelände ist nach der aufwändigen und gelungenen Sanierung weiterhin ein Ort der Technologie: Hier ist eine Sektion des Fraunhofer-Instituts untergebracht, außerdem riesige Hallen für die Studiengänge Maschinenbau und Bauingenieurwesen der TU Berlin, zudem die Deutsche Welle und weitere Hochtechnologie-Firmen. Mein Mann arbeitet ja seit Ende April auf dem Gelände, so ahebn wir es eigentlich erst als total interessanten Ort in unserem Viertel entdeckt.

Abendlicht auf dem AEG-Gelände.

Zurück spazieren wir durch den Humboldthain.

Diese jungen Menschen feiern auf einer Wiese eine Party. Sie vergnügen sich mit einem neuen Berliner Trendsport: Boccia mit Flaschen (oder anderen Gegenständen). Die Leutchen sind sehr gut gelaunt.

Wir sind das auch, weil der Spaziergang total spannend und dadurch inspirierend war. Und weil Laufen so gut tut.

Sonntag, der 13. Juni 2021

Rosen auf dem Weg zum Arkonaplatz

Nach dem Frühstück gehen wir zum Flohmarkt auf den Arkonaplatz. Vor allem deswegen, weil die kleine Tochter unbedingt mal wieder auf den Spielplatz dort möchte. Meine Mama möchte aber auch gern mal über den Flohmarkt schlendern.

Flohmarkt am Arkomaplatz. Meine Mama ist auf diesem Bild NICHT drauf 🙂

Für die kleine Tochter finden wir auf dem Flohmarkt eine Playmobil-Figur für 1 Euro und einen Holzbogen für 2 Euro, der sie total glücklich macht. Mein Mann findet ein älteres Buch aus DDR-Zeiten mit Liedtexten von Bertolt Brecht zum Thema „Irdische Liebe“, mit kleiner dazu gehöriger Schallplatte hinten drin, auf der Brecht selbst die „Moritat von Mackie Messer“ singt (und andere Stücke aus dem Buch). Ein kleines Juwel für 2 Euro.

Die Tochter probiert den „neuen“ Holzbogen. Wir werden eine neue Sehne anbringen und Pfeile schnitzen.

Auf dem Rückweg schnuppern wir an allen Rosen, die am Wegesrand blühen. Das sind wirklich viele.

Diesen wunderhübschen Blumenstrauß mit Mohn und Kornblumen haben wir auch vom Flohmarkt mitgebracht. Eine Verkäuferin von außerhalb Berlins verkaufte die schönen Sträuße. Die lila Disteln, die Margeriten und die hellgrünen Getreide-Ähren habe ich noch ergänzt; die habe ich in unserer Wohnanlage gefunden.

Zum Mittagessen mache ich eine Quiche mit grünem Spargel und gebratenen Radieschen, inspiriert von einem Instagram-Beitrag von Elfenkind Berlin. Meine Mutter sagt, sie kennt diese Quiche von einer Youtuberin namens OHlalaSolala. Jedenfalls schmeckt es supergut. Seitdem ich an meinem letzten perfekten Tag im Juni mein Obst sonnenförmig angeordnet habe, macht mir das Anordnen als Sonnenstrahlen von Obst und Gemüse Freude. Es passt einfach zur Jahreszeit. Das angebratene Gemüse wird auf Quiche-Teig gelegt und dann mit einer Mischung aus Eiern, Sahne, Salz und Pfeffer begossen (bei mir: 4 Eier und 1 Glas Sahne).

Dazu gibt es grünen Salat mit Kräutern aus dem Garten: ein wenig Liebstöckel und viel, VIIIEL Zitronenthymian, meine beiden Lieblingskräuter. Außerdem mit klein geschnittenen Blättern von frischen Roten Beten.

Geigen mit der kleinen Tochter nach der Mittagspause. Die große Tochter übt derweil Gitarre.

Auf dem Falkplatz

Nach der langen Mittagspause und Vorlesen auf dem Sofa geht es im Kiez in die andere Richtung als gestern. Nämlich durch den Mauerpark zum legendären Burger-Restaurant „The Bird“ am Falkplatz. Hier sind wir mit der ganzen engeren Familie verabredet: Mein jüngerer Bruder mit seiner Frau sowie meine Schwägerin mit Tochter des älteren Bruders. Außerdem wir vier und meine Mama. Meine amerikanische Schwägerin sagt, nirgendwo in Berlin bekäme man so gute Burger wie hier, bei denen die Patties nicht gepresst bzw. durchgedrückt werden, sondern aus hochwertigem (!) gehacktem Fleisch bestehen.

Krass Burger (nicht meiner).

Hier ein „The Bird“-Burger mit Blauschimmelkäse. Ich mag Blauschimmelkäse nicht und habe auch keine Lust auf Burger. Ich hatte einen Cesar’s Salad mit einem kleinen Steak. Sehr, sehr gut.

Die Kinder gehen auf dem Falkplatz spielen, während wir Erwachsenen in Ruhe aufessen und reden. In dieser Konstellation waren wir schon lange nicht mehr zusammen. Das ist voll schön und tut gut.

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Die Woche morgen startet mit viel Action. Ab morgen wird in unserer Wohnung zwei Wochen lang gebaut. Eine neue Heizungsanlage wird für die ganze Wohnanlage installiert. Morgen kommen erstmal Umzugshelfer bzw. Möbelrücker und helfen uns, alle Möbel, die beiseite gestellt werden müssen, wegzurücken, um clever Platz für die Arbeiten zu schaffen.

Die eine Tochter hat vormittags einen Zahnarzttermin, so dass sie nicht zur Schule gehen kann (der Termin war nicht anders zu legen); die andere Tochter hat am Nachmittag auch einen Arzttermin. Am Mittwoch geht mein Vater zur Therapie ins Krankenhaus. Und so geht es munter weiter diese Woche. Lauter Termine, die mich vom geliebten Arbeiten abhalten. Vor allem Care-Arbeit, die wichtig ist und von jemandem gemacht werden muss.

Aber ich will mich nicht beklagen. Es wird sommerlich warm diese Woche. Wir haben einen Garten und können für die Kinder den Rasensprenger anstellen, wenn es heiß wird. Der Liguster wird aufblühen und seinen betörenden Duft verbreiten. Für die Belastung des Heizungs-Baus bekommen wir einen Monat mietfrei und ich bei Bedarf einen Büro-Arbeitsplatz erstattet.

Und ab morgen haben die Kinder wieder normalen Unterricht in voller Klassenstärke, mit Hortbetreuung bis zum Nachmittag. Das heißt, zwei Wochen lang habe ich ab morgen längere Arbeitszeit als das ganze letzte Jahr. Hurra!

Ich wünsche Dir auch die volle Kraft des lichtstarken Junis für diese Woche. Lass Dir ein bisschen Sonne auf die Nase scheinen und versuche, jede kleine Pause zum Entspannen zu nutzen. Die Gliedmaßen für ein paar Minuten kräftig ausschütteln und dadurch „den Stress abschütteln“ wirkt zum Beispiel Wunder — das habe ich von www.frauleben.de. das mache ich zur Zeit ab und zu und finde: Es wirkt total. Und kostet nur so wenig Zeit und Mühe.

Und diese Woche möchte ich unbedingt Teil 2 meiner Artikelserie zum Thema „Unser Haus auf dem Land – wie wir es gefunden haben“ fertig stellen. Teil 1 (Die Vorgeschichte) findest Du hier.

Und jetzt wünsch ich Dir nur noch eine gute Woche, sage müde Gute Nacht und freue mich auf die Heia.

Deine Maike

Weitere Wochenenden in Bildern wie immer bei Große Köpfe.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Leben will ich, nicht Verdruss: Wochenende in Bildern 17./18. Juli 2021 - feinslieb

  2. …ach wie gut liebe maike, dass es wieder etwas mehr normalität gibt, wenn die mädels in der schule sind…
    herzlichst
    annette

    • Danke, liebe Annette! Ja, es ist gut! Nur jetzt mussten wir wegen der Mega-Baustelle in unserer Wohnung spontan umziehen. Glücklicherweise haben Freunde eine Wohnung, die gerade leer steht. Die ist zwar klein, aber es reicht für 10 Tage absolut aus. Trotzdem war es ein kleiner Umzug. Aber jetzt ist alles gut. Wir fühlen uns wohl und die Hunde auch 🙂

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