Fallen mit verneinender Gebärde: Wochenende in Bildern 17./18. Oktober 2020

Dies war ein regnerisches, aber von Sonne und Wolkenlicht durchbrochenes Wochenende auf dem Land, das wir in voller Gemütlichkeit rund um unser Haus verbracht haben. Es wurde gebastelt, genäht, Feuer gemacht, Pilze gesammelt, gekocht, geklettert, balanciert, geschaukelt, gelesen und gekuschelt.

Als Gedicht habe ich ein bekanntes Herbst-Gedicht von Rilke herausgesucht. Es passt mir gerade, weil ich trotz des warmen Gefühls, gut aufgehoben und geschützt zu sein, zur Zeit ab und an von trüben, kalten, niederdrückenden, destruktiven Gedanken und Gefühlen heimgesucht werde. “…fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit…”

Aber das Gedicht endet unglaublich tröstlich. Und diese Gewissheit nehme ich mir daraus mit.

Dieser Beitrag ist verlinkt bei Große Köpfe, wo jede Woche die Wochenenden in Bildern verschiedener Blogger*innen gesammelt werden.

Samstag, der 17. Oktober 2020

Gleich morgens mache ich immer eine große Kanne Tee, die ich im Laufe des Vormittags austrinke. Hier auf dem Land nimmt alles für den Tee ganz klassisch auf dem Buffet (der “Anrichte”) Platz.

Der Sturm vor ein paar Tagen hat diese Erle umgeworfen. Sie liegt jetzt auf der Wiese gegenüber von unserem Haus. Die Kinder gehen jeden Tag hin und klettern und balancieren darauf herum.

Ein kleiner Blick auf den Jahreszeitentisch. Das Vogelnest haben wir diese Woche in einem Holunderstrauch gefunden. Den kleinen Zwerg hat die kleine Tochter in das Nest gesetzt. Sie hat ihn in der Schule gestrickt.

Daneben eine Buchseite aus dem “Tagebuch der Edith Holden”.

Wenn ich mal ein paar Minuten Auszeit nehme, sitze ich gern in diesem Korbstuhl mit Schaffell. So weich und gemütlich.

An unserem Ast in der Zimmerecke haben wir Kastanien-Spinnennetze aufgehängt. (Link führt zur Anleitung/Tutorial für die Spinnennetze).

Ich bastele eine letzte Waldorf-Laterne fertig und schreibe die letzten Worte an der ausführlichen Bastel-Anleitung für die Laternen.

Dann fange ich eine Puppe an, die bis Ende der nächsten Woche fertig sein soll. Eine weitere habe ich auch schon in Arbeit.

Die Kinder lassen sich von der Werkel-Stimmung anstecken. Hier stellt die große Tochter allerliebste winzige Stifte für ihre Barbiepuppe her. Sie halbiert Zahnstocher und malt mit Acrylfarbe die Stifte an. Außerdem bekommt die Barbie auch Notizbücher.

Der Stift, der ins linke Notizbuch geklemmt ist, ist aus einem Zahnstocher gefertigt. So winzig ist das alles.

Später stelle ich alle neu gebastelten Laternen zusammen auf.

Hier mal ein Blick auf meinen Schreibtisch hier auf dem Land. Meistens voll mit Bastel-, Näh- und Fotografierzeug.

Nach der Mittagspause gehen wir alle raus. Die Mädchen klettern auf Bäume, schaukeln und tollen mit den Hunden herum, mein Mann und ich bereiten das Feuer und das Grillen vor.

Oskar rennt der großen Tochter davon. Er kann unheimlich schnell rennen, dieser kleine Hund.

Unprätentiöses Grillen, mit Würstchen, Frischkost und einem Reissalat mit Zwiebeln, Tomaten und Basilikum.

Später möchte die kleine Tochter mir unbedingt beim Puppenmachen helfen. Ich lasse sie zwei Arme stopfen. Sie macht das erstaunlich gut. Die Arme werden ziemlich fest. Wow.

Lecker Abendessen: Rote-Bete-Suppe mit Kokosmilch, essbarer Blüte und Zitronenthymian. — Und für die Kinder Pizza 😀

Der Abend vergeht mit Lesen, Feuermachen drinnen an den Holzöfen und Baden. Als die Kinder endlich im Bett sind, schauen mein Mann und ich den fantastischen mazedonischen Dokumentarfilm “Honeyland: Land des Honig” von Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov (Link führt zum großartigen Trailer). Falls Ihr mal eine Möglichkeit habt, diesen Film zu sehen, lasst ihn Euch nicht entgehen. Einer der besten Filme, die ich im letzten Jahr gesehen habe. Der Film wurde zu Recht mit Preisen und Nominierungen überschüttet.

Wen es interessiert: Hier eine recht gute, knappe Filmkritik auf YouTube mit weiteren Bildern.

Sonntag, der 18. Oktober 2020

Gleich früh gehe ich mit den Hunden raus und sammle bei der Gelegenheit die Pilze ein, über die ich auf der Wiese regelrecht stolpere: Junge, frische Butterpilze und ein kleiner Steinpilz.

Gelbe Ahornblätter in der Wiese

Diese Pilze nehme ich in der vagen Hoffnung mit, dass es Austernseitlinge sind. Aber bei der Detailbestimmung zu Hause stellt sich heraus, es sind Samtfußkremplinge, die zwar ungiftig, aber nicht besonders lecker sind.

Das Wetter heute morgen ist grau und trüb.

Aber ich habe schöne Pilze mitgebracht, das freut mein Sammlerinnen-Herz.

Just als ich meine Jacke ausgezogen habe und in die Hausschuhe geschlüpft bin, fängt es draußen an zu regnen. Aber wie. Es geht ein richtiger Landregen nieder, fast zwei Stunden lang. Genau die richtige Zeit, um vorzulesen…

…zu kuscheln…

Jetzt haben mir die Hunde doch glatt meinen Lieblingsplatz weggenommen!

… zu nähen und zu werkeln…

… das heiß geliebte Dirndl der großen Schwester aus einer Kiste zu kramen, festzustellen, dass es jetzt passt, es zu bügeln und dann natürlich gleich anzuziehen.

Und dann im Dirndl die Hunde zu dressieren.

Die Puppen machen Fortschritte. Diese wird soweit fertig. Die Puppenoma möchte Haare und Gesicht selbst gestalten, deswegen hat die Puppe statt gestickten Augen Stecknadeln und das Haar ist nicht festgenäht.

Gegen 14 Uhr kommt die Sonne heraus, und ich nutze die Gelegenheit und fotografiere draußen Puppen.

Himmel am Grundstücksende zur Dämmerung.

Wir treffen uns alle am Feuer. Mein Mann bewacht das Feuer, das ich entzündet habe, die Hunde rennen herum, ich renne mit der kleinen Tochter über die Heide, und die große Tochter liest auf der Hollywoodschaukel.

Wir finden ein kleines Wespennest auf der Heide. Auf dem Boden. Naja, warum nicht. Nur gut, dass wir im Sommer nicht reingetreten sind.

Jetzt geht die Sonne hinter dem Wäldchen unter.

Der kleine Hund hat den Spitznamen “Kuschelbär”. Aus Gründen.

Die Abendsonne beleuchtet die Wolken hinterm Grundstück rosa.

Die Tochter geht mit der Laterne in Richtung rosa Wolken.

Aber jetzt sind die Pilze fertig, die auf dem Feuer gebrutzelt wurden. Mit Zwiebeln und Knoblauch. Wir essen sie einfach so auf Butterbrot. Mjamm.

Für die Kinder gibts noch Bratäpfel aus der Glut, die wir “Feueräpfel” nennen.

Und als das Feuer langsam ausgeht, gehen wir ins Haus und die Kinder ins Bett.

Wir bleiben noch eine Woche auf dem Land, bis die Herbstferien herum sind. Also kommt das nächste Wochenende in Bildern noch einmal vom Land.

Und nun bin ich müde und zu keinen klaren Gedanken mehr fähig. Ich wünsche allen Leser*innen wie immer eine gute Woche und sage nur noch: Ich freue mich total über Kommentare, weil ich gar nicht weiß, ob und wie viele Leute überhaupt hier mitlesen. Deswegen freue ich mich immer über Rückmeldungen und Grüße meiner Leser*innen.

Macht’s gut und fallt nicht von der fallenden Erde,

Eure Maike

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