Glücksmomente des Monats Juni 2022

Der Juni ist ja einer meiner Lieblings-Monate. Ach was, eigentlich mag ich alle Monate, außer vielleicht die Zeit zwischen Ende Februar und Mitte April, in der es in Berlin einfach nicht Frühling werden will.

Der Juni 2022 war wie im Bilderbuch: Sehr warm, stellenweise heiß, und unterbrochen von Gewittern und Schauern. Ein typischer Heumond, in dem die Bauern darauf achten müssen, das Heu rechtzeitig einzubringen.

Meine Stimmung ist dieses Jahr aufsteigend wie die Natur es vorlebt. So war mein Juni fruchtbar und ließ Wachstum und Lebensfreude steigen. Zu meinem glücklichen, dankbaren Lebens-Grundgefühl tragen immer auch meine Glücksmomente bei. Die versuche ich bewusst wahrzunehmen, zu sammeln und aufzuschreiben. Dadurch spüre ich solche Momente immer öfter und habe das Gefühl, gesegnet mit Glück zu sein.

Hier meine Glücksmomente des Monats Juni 2022:

Mjamm: Ein richtig künstlich schmeckendes Eis vom Kiosk essen.

Zu Pfingsten backten wir Plätzchen. Die Töchter verzierten die Plätzchen mit getrockneten Erdbeeren und Mandeln. 12 Plätzchen in Tauben-Form hängten wir an unseren Pfingst-Strauß. Mich machen solche jahreszeitlichen Tätigkeiten immer glücklich, weil ich dabei das Gefühl habe, in die tiefere Bedeutung der Jahreszeit einzutauchen.

Unsere Freundin kam bei uns vorbei und las uns ihre neuesten Gedichte vor. Lauter wunderschöne Liebes-Gedichte. Wir sind ihr erstes Publikum. Die Gedichte werden auch bald veröffentlicht. Einige davon werden bereits von einem modernen Komponisten vertont. Es war so toll, ihren starken und schönen Sprachbildern zu lauschen.

Ich war zu einem Treffen mit anderen Eltern in einem Schrebergarten in Westberlin eingeladen. Es war eine Art Gesprächsrunde, die zu einem lebendigen Austausch wurde, der mich inspirierte und mir die Augen öffnete. Das war sehr beglückend. Mir war, als hätten sich Türen geöffnet. Ich sah durch die Türen neue Welten, Möglichkeiten und neue Wege.

Auf der Heimfahrt von dem Treffen gab es dann noch diesen Sonnenuntergang (der viel toller war als das Bild zeigt; da war eine orangene Sonne hinter silbergrauen Wolken, man sah einen leuchtenden Silberstreif und göttliche Strahlen). Das Leuchten erschien mir wie ein persönliches Omen. Irgendwie fühlte ich ganz stark: Glück wird zu mir kommen.

Meine Tochter spielte Café und hatte mir ein Tellerchen mit Mini-Schokoküssen gemacht. Sie hatte sich daran erinnert, dass wir kürzlich im Restaurant zum Kaffee so einen Mini-Schokokuss bekommen hatten und ich das so lecker gefunden hatte. Da hat sie solche Küsschen besorgt und sie mir zum Tee aufgetischt. Sowas Liebes!

Mein Mann und ich waren einen Abend ohne Kinder in Mitte unterwegs. Es war ein bisschen wie früher. Wir ließen uns treiben, tranken ein Glas Wein in einem Park und genossen die einzigartige Sommerstimmung in Berlin. Andere Leute boten an, uns zu fotografieren, nachdem wir sie fotografiert hatten. Erst zu Hause bemerkten wir, dass hinten auf dem Stein über uns „True love never die“ steht.

Lustig auch, dass auf dem Kopf meines Mannes ein Pärchen sitzt und neben meinem Ohr ein Herz ist.

Dieser bunte Blumenstrauß spiegelt die lebendige Stimmung, die mich seit Anfang Juni erfüllt. Die Rosen sind zum Teil aus unserem Garten und dufteten herrlich.

Meine Tochter macht gern solche Späße. Klemmt ein Deko-Vögelchen in mein Haar, klebt mir was auf die Nase und sagt, der Aufkleber dürfe nicht abgehen, auf keinen Fall! Sie tut dann so, als ob sie keinen Spaß versteht und da etwas völlig Ernsthaftes abgeht. Das ist so abgefahren, dass ich mich kaputtlachen muss.

Oder hier. Hier schminkte sie mich und tat dabei die ganze Zeit so, als würde sie mich wunderschön zurechtmachen. Der Blick in den Spiegel zeigte mich dann mit blauem Mund und einer roten Pfütze auf der Stirn.

Puh, endlich fertig mit dem wahnsinnig aufwändigen Update der CE-Handbücher. Das war viel mehr Arbeit als gedacht. War ich froh, als ich die Nachricht verkünden konnte.

Mit den Töchtern diese zarten Schmetterlinge zu filzen war ein echter Glücksmoment. Hier zur Anleitung.

Lyrik in der Stuttgarter Straßenbahn: Schon als Kind habe ich immer die Gedichte in der Stuttgarter Straßenbahn gelesen und oft auswendig gelernt. Ich behaupte, dass meine Lyrik-Liebe zu einem Teil in den Stuttgarter Straßenbahn-Gedichten begründet liegt.

Deswegen war es ein glückliches Nostalgie-Gefühl, dass es immer noch Lyrik in der Straßenbahn gibt, als ich am 18./19. Juni in Stuttgart war. Auch wenn das Gedicht eher in den September passt als in den Juni.

Der tosende Applaus bei der Premiere des Stückes „Melusine oder was machst Du am Samstagabend“ in der Jungen Oper in Stuttgart, bei dem mein Bruder Regie geführt hat. Seine Inszenierung ist so toll, und das Publikum fand das auch. Ich war so stolz und habe mich so für meinen Bruder gefreut. Denn die Arbeit an dem Stück war alles andere als ein Zuckerschlecken. Er hat alles gegeben, was man als guter Opern-Regisseur geben kann (ausgezeichnete Ideen, gutes Gespür, immenses Fachwissen, was Musik betrifft, exzellente Schauspielerführung, soziale Kompetenzen, um ein diverses Team zusammen zu halten und vieles mehr). Das merkt man der Inszenierung an.

Selbst gemachtes Meloneneis. Hmmmm! Das Rezept findet sich auf Instagram auf meinem Profil @feinslieb_waldorfblog.

Wildblumen pflücken an diesem herrliches Wochenende auf dem Land. So viele Kornblumen habe ich selten auf einem Haufen gesehen. Ich liebe Kornblumen.

Und morgen ist schon Juli. Ich kann es kaum glauben! In einer Woche haben wir hier in Berlin schon Sommerferien. Wir kommen erst nächste Woche dazu, unsere Ferienpläne festzuzurren. Es gibt nur ein paar fixe Termine: Ich freue mich auf ein paar Tage Stralsund nächste Woche mit der kleinen Tochter. Zum dritten Mal fahren wir zu zweit nach Stralsund, weil die Tochter das Städtchen und die Zeit mit Mama allein dort so liebt. (Hier und hier kannst Du nachlesen, wie das in den letzten beiden Jahren war).

Mitte August, in der letzten Ferienwoche, fahren die kleine Tochter und ich dann wieder auf einen sommerlichen Geigenworkshop. Neben Geigespielen wird dort auch im See gebadet, gesungen, gegrillt, Theater gespielt und natürlich ganz viel gequatscht und gelacht. Ich freu mich schon!

Was wir in den 4 Wochen dazwischen machen, steht noch nicht genau fest. Wahrscheinlich fahre ich mit den Kindern für ein paar Tage zu meiner Mutter nach Stuttgart, und vielleicht fahren wir noch an die Ostsee.

Auf jeden Fall weiß ich: Auch der Juli wird wieder Glücksmomente haben. Manche davon zeige ich auch auf Instagram. Folge mir dort gerne auf @feinslieb_waldorfblog.

Einen Glücksmoment kannst Du mir auch bescheren, wenn Du Deine eigenen Glücksmomente des Monats hier teilst – gern in den Kommentaren.

Liebste Grüße und auf viel Sommerglück im Juli,

Deine Maike

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Dem Glück auf der Spur
    Vielen Dank für ihren sehr inspirierenden Beitrag. Ja, wir sind doch alle dem Glück auf der Spur. Wir erleben es täglich bei unseren kleinen Kindern und auch selbst wollen wir es ja nicht missen. Mit zunehmendem Alter, dabei sind wir noch keine 30 Jahre, aber wächst unsere Verantwortung. Bei uns ebenso, wie bei den Kindern. Das Freie und Unbeschwerte unserer Jugend ist Geschichte. Viele von uns durchlaufen eine harte und lange Arbeitswoche, andere ein forderndes Studium und junge Mütter das gesamte Paket an Partnerschaft, Haushalt, Kindeswohl und Erziehung bis hin zu Kindergarten und Schule. Als Paar kennen wir all diese Facetten.

    Dem Glück auf der Spur zu sein darf und kann sich so nicht in Idealen ergehen, die aus einer Lebensblase zu uns herüberwinken. Es fordert uns täglich, dem Alltag bzw. unserem Leben das kleine Glück abzutrotzen. Arbeit ist hart, ja. Sie befriedigt und erfüllt aber auch. Ebenso ein anspruchsvolles Studium und Kinder, ja die Kinder. So lange sie klein und lieb und an der Mutterbrust glücklich, ist auch unser Glück ungetrübt, von schlaflosen Nächten abgesehen.

    Sie verlangen uns viel ab, führen uns aber auch auf die Spur zum Glück. Mit Kindergarten und Schule aber treten sie in das Leben ein, in das gesellschaftliche Leben. Äußere Einflüsse und der frühe Druck nach Leistung drängen immer mehr in unsere kleine private Welt. Und wir als Eltern verstehen die kleinen Nöte, Sorgen und Herausforderungen. Dennoch müssen wir zu Disziplin und Ausdauer anhalten. Die Spur zum Glück scheint gestört. Ist sie das?

    Nein, ich denke nicht. Denn Glück ist auch, wenn wir gestellte Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Dem Glück auf der Spur zu sein kennt darum Phasen von Licht und Schatten, von Geben und Nehmen. Nur so schließt sich der Kreis.

    • Danke für Deinen langen Kommentar. Ich kann einiges nachvollziehen, was Du schreibst. Ich denke, Glücksempfinden ist möglich, egal in welcher anstrengenden Lebensphase man ist. Ich führe z.B. ein äußerst anstrengendes Leben, mit Schwerbehinderung und zwei Kindern, Arbeit und zwei Haushalten. Das beweisen auch die vielen sehr glücklichen Menschen in armen Ländern – viele der glücklichsten Länder der Welt sind äußerst arme Länder, in denen die Menschen hart arbeiten. Glücklich machen die kleinen Dinge. Deswegen bin ich immer auf der Suche danach.
      Ich wünsche auch Euch viel Glück.

  2. Liebe Maike,
    was für schöne Momente du wieder für uns gesammelt hast! Ich empfinde es auch oft besonders beglückend, wenn meine Tochter selbst eine Idee hat, mit der sie mir etwas Gutes tut – wie zum Beispiel die Mini- Schokoküsse!
    Ja – der Juni, jetzt muss ich direkt ein bisschen nachdenken. In meiner Erinnerung hatten wir dieses Jahr einen sehr langen Winter, der nicht gehen wollte, dann einen ganz kurzen Frühling und im Juni sind wir dann direkt in den Sommer gehüpft! Im Juni feiern wir gerne den Sonnenschein, das frische Obst und Gemüse, wir grillen draußen und verbringen einfach viel Zeit in unserem winzigen Garten. Ich habe das Gefühl, wir haben den Juni bis zum letzten Tröpfchen ausgepresst und ihn dementsprechend auch genossen.
    Zu Pfingsten waren wir in Kärnten auf einem Kurzurlaub, haben in einer kleinen Hütte übernachtet und Zeit am See verbracht, das war ein wunderbarer Auftakt!
    Dann waren wir immer wieder auf dem Bauernmarkt und haben uns dort inspirieren lassen. Hier mal einen Strauß frische Blumen für unseren Esstisch gekauft, dort (mir) neue Gemüse- und Kräutersorten gekauft und ausprobiert. Zum Beispiel bunte Bete. Dann spreche ich auch gerne mit den Landwirten aus der Umgebung, die über eine Kooperative Fleisch anbieten und lasse mir eine Empfehlung aussprechen. Wir essen nur selten Fleisch und so haben wir uns zwei richtig tolle Sonntagsmahlzeiten anbieten lassen. Und dann kaufe ich auch gerne Kompott und Marmelade, die wir uns dann morgens zum Frühstück schon schmecken lassen.
    Den Internationalen Picknicktag am 18. Juni haben wir mitgefeiert in diesem Jahr. Wenn ich eine Tradition für warmes Wetter als meine Lieblingsaktivität auswählen müsste, wäre es das Picknick. Als mein Mann und ich unser zweimonatiges Zusammensein feierten, hat er mich mit einem Picknick überrascht… seither ist es eine unserer liebsten Traditionen und Freizeitaktivitäten geworden. Manchmal picknicken wir einfach auf der Terrasse, mal im Park oder auch an der Alten oder Neuen Donau. Wir bringen eine Auswahl an kleinen Snacks mit, eine Flasche Wein, oft auch Spielkarten und Bocciakugeln oder ein anderes Spiel. Mehr brauchen wir nicht, um runterzukommen.
    Die ersten Kirschen, die es schon zu kaufen gab – ein ganz kleiner, wilder Glücksmoment.
    Und schließlich noch die Nachricht einer Kollegin, dass sie nun auch jeden Monat Glücksmomente sammelt! Was für ein schönes Pyramidensystem Du da begonnen hast, liebe Maike.

    Nun hat der Juli begonnen und ich bin schon gespannt, was er uns bringen wird.

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