Aus meinem Leben Wochenende in Bildern

Die große Sonne ist versprüht: Wochenende in Bildern 25./26. Juli 2026

Mein Mann und ich waren auf dem Land, die Kinder sind sommerferientrunken zu Hause in Berlin geblieben. So goldig: Am Samstag waren die Kinder zusammen rund um den Hackeschen Markt einkaufen und haben sich bei der Klamottenauswahl gegenseitig beraten. Später sind sie in den Buchladen gegangen, für den das große Kind einen Gutschein hatte, und haben sich Urlaubsbücher ausgesucht. Das ältere Kind hat dem jüngeren ein Buch spendiert, weil Omis Gutschein großzügig ausgefallen ist. Ist das nicht süß? — Ich denke: Mein Gott, was für tolle Kinder.

Ende Juli kann man in der Natur schon ein ganz klein wenig den Herbst erahnen. Die Ebereschen tragen schon orangene Beeren, Sonnenblumen leuchten auf den Feldern und in den Gärten, und das Sonnenlicht ist jetzt nachmittags dunkelgelb. Dazu und zu einem aktuellen Thema in meinem Leben passt dieses Gedicht:

Sommerabend

Die große Sonne ist versprüht
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: „Ich möchte lieber …..“
Und wieder dann: „Ich bin so müd ….“

Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.

(Rainer Maria Rilke)

Das Wochenende in Bildern ist wie immer verlinkt beim Berliner Familienblog Große Köpfe.

Samstag, der 25. Juli 2026

Ich fahre erst heute mit dem Zug in Richtung Landhaus, weil ich gestern noch eine voll unangenehme Arbeit hinter mich bringen wollte bzw. musste – den Jahresabschluss 2025 für meine GmbH, der längst überfällig war. Ich bin so stolz, das endlich angegangen zu sein — da muss ich mich immer übelst durchbeißen. — Mein Mann ist schon am Freitag Mittag losgefahren, um ein bisschen Alleinzeit auf dem Land zu genießen.

Während der Zugfahrt unterhalte ich mich die ganze Zeit mit meiner Sitznachbarin und muss sagen: So gut habe ich mich noch nie während einer Zugfahrt unterhalten. Eine junge Frau, die beeindruckend klug, beeindruckend gebildet und beeindruckend selbstsicher ist. Und hübsch noch dazu. Wir reden über Politik, Bildung, Feminismus, Europa, die Wichtigkeit von Lesen und Büchern, die Privilegien von Wohlhabenden, Gesunden und Bildungsnahen, die Notwendigkeit politischer Bildung und über Katzen und Hunde. 🙂 Ich genieße es sehr, mit einer so klugen Person zu reden, die sich dazu noch unglaublich gut ausdrücken kann. Und ich merke mal wieder: ich LIEBE es, mich mit tollen, engagierten Frauen zu unterhalten.

Leider tauschen wir keine Kontakte aus; haben einander nicht mal unsere Vornamen genannt. Trotzdem habe ich sie vorhin nach einigem Googeln gefunden (sie hatte das Projekt, für das sie arbeitet, genannt und ihren Wohnort) und werde mich auf jeden Fall nochmal bei ihr melden.

Unser Apfelbäumchen trägt schon Früchte.
Und es scheint ein super Pflaumenjahr zu sein: An allen unseren Wildpflaumenbäumen hängen ganz ungewöhnlich große Früchte, die sich sogar schon blau färben.
Goldenes Licht, während wir im Vorgarten sitzen.
Spaziergang mit den Hunden. Unser Haus im Hochsommerlicht.
Unser Hündchen Emma kennt ja nichts Schöneres, als Zapfen zu apportieren. Hier schaut sie uns flehentlich an, den vor ihr liegenden Zapfen für sie zu werfen.
Gemütlicher Platz auf dem Grundstück.
Zum Abendessen gibt es für mich Blattspinat, Salat und Garnelen, für meinen Mann noch Nudeln dazu. Ich mag ja Nudeln nicht so gern.

Wir haben den ganzen Tag viel geredet, und so sind wir bei Sonnenuntergang müde und gehen ins Bett. Die Kinder sind nach ihrer Tour durch die Stadt auch voll platt, wie wir am Telefon erfahren.

Sonntag, der 26. Juli 2026

Ich mag die Postkarte mit dem hingetupften Sommerbild sehr gern. Den Kalender von Ode Desjardins liebe ich auch.
Heute frühstücke ich mal (normalerweise mache ich ja Intervallfasten und lasse das Frühstück aus) – ich mache mir ein Frischkornmüsli mit frisch geflockten Haferflocken. Die mache ich mit der Flockenquetsche, das Gerät, das hinter dem Teller steht.
Das Müsli esse ich neben meinem Mann auf der Bank im Vorgarten. Wir beobachten einen Kleiber, der immer wieder vom Wald zu unserem Futterhäuschen fliegt und sich einen Kern nach dem anderen holt.
Wir verbringen den ganzen Vormittag damit, das Haus für Freunde bereit zu machen, die morgen für eine Woche hier Urlaub machen. Wir machen alles schön sauber, und ich pflücke noch diesen Strauß.
Sonnenblumenfeld auf der Rückfahrt nach Berlin

Wir bleiben jetzt noch eine Woche in Berlin, und dann fahre ich mit den Kindern für ein paar Tage zu meiner Mutter nach Stuttgart. Dort holt uns mein Mann dann ab, und wir fahren von dort aus weiter in die Provence, wo wir zwei Wochen Urlaub in einem Haus mit Pool machen. Das Haus befindet sich am Ortsrand eines kleinen Dorfes am Fuß des Garlaban-Gebirges, wobei anscheinend die Wanderwege direkt hinter dem Haus beginnen. Das Ganze ist in der Nähe von Aix-en-Provence und mitten in der Gegend von Marcel Pagnol („Der Ruhm meines Vaters“).

Wir freuen uns alle schon ganz doll. Die Kinder vor allem auf den Pool und die südfranzösischen Städtchen, mein Mann und ich auf das provençalische Flair und die Wanderungen, die wir in den kühlen Morgenstunden zu machen gedenken. Unser großes Kind hat uns letztens überrascht, indem sie uns mitgeteilt hat, dass sie dieses Jahr gern mit uns mitwandern würde. Wir haben nicht geglaubt, dass das jemals passieren würde. Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass das Kind freiwillig zum Wandern mitkommen würde, hätte ich ihm/ihr den Vogel gezeigt. Aber: Here we are. Sie hat sich sogar selbständig Wanderschuhe gekauft (günstig auf Vinted). Ich muss sagen, ich bin einigermaßen baff. Und sehr, sehr erfreut.

Ich hoffe, ihr seid auch alle in Sommerstimmung, ihr lieben Leser*innen! Danke an diejenigen, die ihre Urlaubsziele verraten haben – wollen wir weitermachen? Schreibt mir auch hier gern wieder in die Kommentare, wohin ihr dieses Jahr reist, oder ob ihr Balkonien macht!

Eure Maike

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