Glücksmomente der Woche 22. bis 28 Oktober 2020

Liebe Leute, heute fällt es mir nicht leicht, die Glücksmomente der Woche mit einem versonnen glücklichen Gefühl zusammen zu stellen. Ich bin heute schon den ganzen Tag schlecht drauf. Fühle mich überfordert und gestresst. Gar nicht nach happy slow life. Hänge mit gebeugtem Rücken über dem Laptop und tippe und tippe und tippe und tippe. Denn meine ToDo-Liste ist lang. Leider hatten die meisten Aufgaben heute wenig mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun, die mir ja immer Freude macht. Sondern mit Care-Arbeit (mein Vater, die Kinder), administrativen Aufgaben rund ums Familienleben (Termine ausmachen, viele verschiedene Zettel ausfüllen, verlorene Bücher suchen, eine günstige, gebrauchte Winterjacke für die Tochter finden, die sie auch wirklich anzieht…), Finanzen (weitere Zettel ausfüllen, Beiträge für Klassenkasse der Tochter überweisen, blöde, lange Warteschleifen-Telefonate mit meiner ehemaligen Bank führen, die etwas Falsches in meine Stammdaten eingetragen hat, so dass sie mein Konto nicht auflösen können; neue Daueraufträge einrichten…) sowie ehrenamtliche Aufgaben, die halt auch irgendwann mal gemacht werden müssen.

Ich fühle mich heute überfordert vom Mental Load, und gar nicht slow. Meine Strategie heute ist aber: Augen zu und durch. Dabei bin ich doch informiert und weiß: Gerade in einem solchen stressigen Moment, in dem ich das Gefühl habe, zu wenig zu schaffen (obwohl es ganz viele Kleinigkeiten sind), wäre es besser, sich selbst in den Arm zu nehmen, sich etwas Gutes zu tun, die eigene Seele zu streicheln, sich zu verzeihen. Sich lieb zu haben, auch wenn der Aufgabenberg sich türmt. Äääh. – Seriously????

Das Problem ist: Vom Seelestreicheln und vom spirituellen Heiteitei gehen die vielen Aufgaben nicht weg. Und die müssen gemacht werden, so lieb ich mich selbst dabei habe. Und morgen kommen wieder neue Aufgaben dazu. Also bin ich heute sozusagen gefühlvoll realistisch, tue mir selbst ein bisschen leid (ein Hoch auf ein bisschen Selbstmitleid, denn das bedeutet: Ich sehe mich selbst an und fühle mich in meinen Gefühlen gesehen), und nehme mir vor, mit meinem Mann so bald wie möglich noch einmal über “Mental Load” zu sprechen. Und heute Abend schließe ich durch Abarbeiten noch ein paar von den blöden Tabs im Kopf. Damit ich später gut schlafen kann.

Aber natürlich gibt es auch in diesen angefüllten, ungeplant gestressten Zeiten Glücksmomente. Auch heute! Und solang das so ist, ist doch alles gut, oder? Genau dafür sammle ich ja die Glücksmomente: Damit ich und wir alle uns stärker darüber bewusst werden, dass es Glücksmomente gibt, in jedem Leben jeder x-beliebigen Person zu jeder Zeit, egal ob Business-Frau mit NiemalsZeit, Waldorfmama mit stilvollem Slowlife, oder Müllmann mit Kleingarten.

Wenn man anfängt, hinzuschauen, sieht man immer mehr Glücksmomente. Und je mehr man sieht, desto schöner wird das Leben. Denn Du pflasterst damit Dein Gehirn, Deine Erinnerung mit schönen Momenten, die sich einprägen. Fang einfach an! Du musst Deine Glücksmomente ja nicht fotografieren wie ich. Ein paar Stichpunkte in den Smartphone-Notizen reichen aus. Die kann man sogar hinein diktieren, wenn man will. Und wenn man nach ein paar Monaten alles einmal durchliest, stellt man fest: Wow, hatte ich dieses Jahr viele schöne kleine Momente!

Also, langer Rede kurzer Sinn – hier meine Glücksmomente der Woche:

1. Selbst gebackenes Baguette

Das Baguette war sehr köstlich und ich war glücklich, dass mir sowas gelungen ist. Es war außen knusprig und aromatisch, innen weich und fluffig. Dieses hier sah andersrum sehr phallisch aus. Auch ein amüsanter Moment 🙂

2. Spielestunde

Während der Rest der Familie “Hase und Igel” spielte, suchte ich nach Rezept-Inspirationen in verschiedenen Kochbüchern. Ich mag es gern, zuzuschauen, wenn die anderen spielen, und dabei etwas anderes zu machen. Denn dabei verbinde ich zwei schöne Dinge: etwas zu tun, was mir selbst großen Spaß macht, und in der Nähe meiner Liebsten zu sein und bei ihrem Tun dabei zu sein.

3. Mittagessen mit Herbstgefühlen

Große Glücksmomente auf dem Land: Wir konnten zweimal draußen Mittag essen. Dabei hatte ich diesen Blick auf unsere gefundene Sonnenblume, die Linde und den Ahorn, die sich gerade gelb färben. Was gibt es Schöneres?!

4. Traumhafter Sonnenuntergang

Sowas Schönes wie diesen Sonnenuntergang im richtigen Moment zu erwischen, ist ein großes Glück. Danke, Haus auf dem Land, dass Du mir solche Momente bescherst.

5. Besonders schönes Puppenhaar

Ich war so glücklich, weil die Haare dieser Puppe so schön geworden sind. Daran habe ich einen ganzen Tag gearbeitet. Und das macht es doppelt schön.

Die Gute ist noch nicht fertig, ist aber eine freie Puppe und ist also noch zu haben. Wenn sie fertig ist, biete ich sie zum Verkauf an.

6. Zuckerschock

Für die Geburtstagsfeier der Tochter in der Schule haben wir Zitronen-Muffins gebacken, ganz krass mit Zuckerguss und Gummibärchen. Eigentlich gar nicht unser Stil, aber der Stil der Kinder, die es essen sollen. Ich hatte mir gedacht: Warum nicht, ausnahmsweise?! Darf doch mal sein.

Und eigentlich waren es vier Glücksmomente:

  • mit der kleinen Tochter die Muffins backen und vom absolut gigantomanisch köstlichen Teig schlecken (Aroma von Zitronenschalen!)
  • mit der großen Tochter die Muffins verzieren und dabei quatschen
  • das Glück der kleinen Tochter, als sie die Tüte mit dem Zuckerschock zur Schule trug
  • und als sie nach Hause kam und Freude strahlend davon erzählte, wie sie die Küchlein verteilt hatte, wer ihr dabei geholfen hatte und dass es allen so gut geschmeckt hätte.

7. Herbst ums Eck

Das Glücksgefühl war tiefe, freudige Dankbarkeit. Denn ich war mit den Hunden im Wohnareal spazieren und freute mich an herbstlichen Farben, den bunten Blättern, den Rot-, Gelb- und Grüntönen an den verschiedenen Pflanzen und Bäumen. Und mir fiel auf, wie herrlich die Wohnanlage auch für die Hunde ist, mit all den Gebüschen, Wiesen und kleinen Nischen und Absätzen, wo sie so viel auf eigene Faust erkunden dürfen. Unsere Hunde haben das Glück, dass sie nicht brav und traurig an der Leine neben Frauchen auf dem Bürgersteig nebenher trotten müssen, und schon glücklich sind, wenn sie einen Baumstamm mit verkacktem Quadrat drumrum anpieseln dürfen.

Unsere Hunde dürfen frei zwischen Bäumen, Büschen und Wiesen herumtollen und überall markieren, wo es ihnen Spaß macht. Das ist für Hunde in der Großstadt wirklich toll. Und darüber war ich heute glücklich. Denn ich will Hunde, die ihre Instinkte nicht verlernen. Die tun, woran sie Freude haben (genüsslich schnüffeln, in ihrem Tempo gehen, manchmal stehen bleiben und lange an etwas riechen, dann wieder ein Stück traben oder rennen, oder eine Ratte anknurren,…).

Und das war’s schon mit meinen Glücksmomenten der Woche. À apropos Hunde: Ich gehe jetzt nochmal mit den beiden raus und freue ich daran, dass sie glücklich sind.

Ich freue mich auch, wenn Du Deine Glücksmomente hier postest. Entweder über eine Verlinkung Deines eigenen Blogbeitrags mit Inlinkz, oder einfach in den Kommentaren hier oder auf Instagram, unter @feinslieb_slowlife.

Ich wünsche allen Lerser*innen eine gute neue Woche, hoffentlich nicht zu eingeschränkt, mit vielen schönen kleinen Momenten. Ich bin gewiss: Die gibt es auch im Corona-Lockdown.

Deine Maike

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