Creme für Mischhaut selber machen – mit Aloe Vera und Lavendelöl

Creme für Mischhaut selber machen ist ganz einfach. Ich benutze diese Creme mit Aloe Vera und Lavendel seit einem Jahr und bin total glücklich damit. Bei einer selbst gemachten Creme weiß man einfach, was drin ist. Bzw. was nicht drin ist. Und das ist ein super Gefühl, jeden Tag.

Ich verlose zwei Tiegelchen Creme à 50 ml an zwei Freundinnen, alle Infos dazu siehe ganz unten!

ein aufgeschnittenes Aloe-Vera-Blatt, aus dem Gel heraustropft.
Das Gel in den Blättern von großen Aloe Vera-Pflanzen ist eine super Basis für Cremes für sensible Mischhaut.
Die Creme für Mischhaut ist angenehm frisch und nicht so fettig.
Die Aloe Vera Creme ist total angenehm auf der Haut.

Die Creme ist herrlich für sensible Mischhaut – sie hält die Haut schön feucht, ohne sie durch zu viel Fett zu verkleistern. Sie zieht wunderbar schnell ein und hinterlässt ein angenehm frisches Gefühl. Das kommt vor allem durch die Haupt-Zutat Aloe Vera.

Creme für Mischhaut selber machen ist ganz einfach. Hier 5 Tiegelchen Creme vor einer Aloe Vera-Pflanze.
Ich trage mir Aloe Vera Creme für Mischhaut vor dem Spiegel auf.
Die selbst gemachte Aloe Vera Creme fühlt sich auf meiner sensiblen Mischhaut sehr gut an.

Unten findest Du meine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ganz sicher funktioniert.

Herausforderung sensible Mischhaut

Ich habe eine typische Mischhaut, die dazu äußerst sensibel reagiert. Kleine hormonelle Schwankungen, etwas zu viel schmutzige Stadtluft oder direkte Sonne führen bei mir schon zu Pickelchen oder Reizungen. Und nach dem Waschen mit kalkhaltigen Wasser aus dem Hahn spannt meine Haut an Wangen, Seiten sowie rund um die Augen, und schreit nach Feuchtigkeit. Die T-Linie (Stirn, Nase, Kinn) dagegen ist oft leicht fettig und produziert manchmal kleine Pickel.

Viele Cremes ausprobiert

Ich habe in meinem Leben schon viele Cremes ausprobiert, sehr günstige und superteure. Die Gesichtscremes der Rosen- und Mandellinie von Weleda haben meiner Haut immer gut getan, aber da kostet eine kleine Tube halt um die 17 Euro. Das ist ganz sicher nicht zu viel für eine gute Creme aus natürlichen Zutaten. Aber ich dachte mir, vielleicht geht das selbst gemacht doch günstiger. Und umweltfreundlicher, weil man die gleichen Creme-Tiegel immer wieder benutzen kann. Also, warum nicht eine Creme für Mischhaut selber machen? Aber welche Zutaten sollen rein?

Top für Mischhaut: Aloe Vera und Lavendelöl

Ich vor dem Spiegel

Im letzten Sommer habe ich mich zum ersten Mal an einer Gesichtscreme versucht. Ich hatte viel über Mischhaut gelesen und mich im Internet über Creme-Herstellung belesen. Daraufhin habe ich mich dazu entschieden, eine Creme mit Aloe Vera und Lavendelöl zu machen. Denn das in der Aloe Vera-Pflanze enthaltene Gel ist natürlich feuchtigkeitsspendend und wirkt beruhigend auf die Haut. Aloe Vera-Gel ist sozusagen DAS Mittel der Wahl bei Mischhaut.

Lavendel wiederum duftet gut und hat eine ebenso beruhigende Wirkung wie die Aloe Vera. Deswegen sollte es in meine Creme mit rein.

Herausforderung bei selbst gemachter Creme: Öl und Wasser müssen sich verbinden

Wenn man Creme für Mischhaut selber machen möchte, braucht man einen Emulgatur. Hier eine Schüssel mit cremig gerührter Creme. Sieht aus wie Vanillepudding.
So geschmeidig wird die Creme, wenn die öligen und die wässrigen Bestandteile sich verbinden. Wie Vanillepudding.

Eine gute Gesichtscreme besteht immer sowohl aus wässrigen als auch aus öligen Bestandteilen, in unterschiedlicher Zusammensetzung. Zu viele ölige Bestandteile sind für Mischhaut nicht geeignet, weil die Haut sonst zu fettig wird. Aber ein wenig Öl ist schon wichtig, weil Rückfettung auch für Mischhaut wichtig ist. Und weil Öl die Haltbarkeit der Creme verlängert. Wir wollen also eine “Öl-in-Wasser-Emulsion”, das heißt, dass wenige ölige Bestandteile in viel wässrigen Bestandteilen der Creme aufgelöst sind.

Aber ölige und wässrige Bestandteile vermischen sich nicht dauerhaft allein durch mechanische Einwirkung wie zum Beispiel Rühren oder Schlagen. Das ist tatsächlich eins der wenigen Dinge, die ich mir aus dem Chemie-Unterricht an der Schule gemerkt habe: Wasser und Fett sind molekular unterschiedlich gebaut und streben auseinander. Man kennt das ja aus der Küche: Das Fett einer Suppe schwimmt oben als Fettaugen und verbindet sich nicht mit dem Wasser. Und bei einer Vinaigrette “emulgieren” zwar Öl und Essig kurzzeitig, wenn man sie schnell und heftig verschlägt, aber nach kurzer Zeit trennen sie sich wieder.

Wir brauchen einen Emulgator

Schälchen mit weißen Pellets. Das ist der Emulgator, den man braucht.
Die kleinen weißen Pellets vorne in der Schüssel sind das Emulsan. Unser Emulgator.

Bei unserer Creme wollen wir aber, dass die Fett (Öle) und die wässrigen Bestandteile (Wasser, Aloe Vera-Gel) dauerhaft zusammenbleiben. Um das zu erreichen, brauchen wir einen Emulgator, der sozusagen als Bindeglied bzw. „Verbinder“ zwischen Öl und Wasser wirkt.

Das Schöne ist, es gibt natürliche Emulgatoren wie Emulsan, das ich für meine Cremes verwende. Hier findet Ihr einen hilfreichen Beitrag zu verschiedenen Emulgatoren, der auch mir bei der Auswahl geholfen hat. Ich habe mich für Emulsan entschieden, weil es keinen fettigen Film auf der Haut hinterlässt und einfach zu verarbeiten ist. Bei anderen Emulgatoren muss man oft höllisch aufpassen, darf nicht zu lang rühren (manchmal nur wenige Sekunden!), oder die Creme gerinnt später wieder. Emulsan erschien mir für Anfänger in der Creme-Zubereitung als das richtige Mittel.

Nach mehreren Versuchen habe ich folgendes Rezept entwickelt, mit dem man Creme für Mischhaut selber machen kann:

Creme für Mischhaut: Zutaten

Info zur Menge: Drei Tiegelchen Creme à 50 ml reichen gut für 2-4 Wochen, wenn man die Creme ausschließlich als Gesichtscreme verwendet. Mehr Creme sollte man in diesem Fall nicht für sich allein herstellen, weil die Creme sich nicht so lange hält. Es sind ja schließlich keine Konservierungsstoffe drin.

Man kann aber die doppelte oder dreifache Menge Creme herstellen, wenn man ein paar Tiegelchen verschenken will (wie ich :-), oder sie auch für den Körper verwenden möchte. Das ist natürlich herrlich, wenn nicht gar luxuriös! Wir dürfen unserer Haut ja auch etwas Gutes gönnen.

Wo bekomme ich die Zutaten her?

Man kann alle Zutaten für die Creme im Internet bestellen, auch das Aloe Vera Gel. Natürlich kann man das Gel auch aus einer eigenen Aloe Vera Pflanze gewinnen. Dafür braucht man aber eine große Pflanze, die mindestens drei Jahre als ist. Je älter die Pflanze, desto mehr Gel beinhalten die Blätter.

Beim ersten Mal Creme-Herstellung muss man vergleichsweise viel Geld ausgeben, aber die Zutaten halten sich und reichen für viele Zubereitungen. Man kommt mit der selbst gemachten Creme auf jeden Fall günstiger weg als wenn man gute, Cremes aus natürlichen Zutaten kauft.

Aloe Vera-Gel sollte man im Kühlschrank aufbewahren und möglichst steril halten. Dann hält sich meiner Erfahrung nach ewig.

Zutaten für 3 Tiegelchen à 50 ml

Alle Zutaten abgewogen, die man braucht, wenn man Creme für Mischhaut selber machen will.
Alle Zutaten für die selbst gemachte Aloe Vera Creme
  • 20 g Kokos- oder Jojoba-Öl. Kokosöl bekommt man inzwischen in jedem Supermarkt und in Drogeriemärkten. Jojoba-Öl ist relativ teuer, aber super gut für Mischhaut.
  • 7 g Kakaobutter in Pellets
  • 2 g Bienenwachs
  • 5 g Emulsan
  • 55 ml Wasser, am besten destilliertes Wasser (Drogeriemarkt), oder gut abgekochtes Wasser
  • 5-10 Tropfen Lavendelöl
  • 70 g reines Aloe Vera-Gel (Bio-Qualität). Ich bestelle immer ein Nachfüllpack, das ist günstiger.

Zutaten für 6 Tiegelchen à 50 ml

  • 40 g Kokos- oder Jojoba-Öl
  • 14 g Kakaobutter in Pellets
  • 4 g Bienenwachs
  • 10 g Emulsan
  • 110 ml Wasser, am besten destilliertes Wasser (Drogeriemarkt), oder gut abgekochtes Wasser
  • 10-20 Tropfen Lavendelöl
  • 140 g Aloe Vera-Gel

Benötigte Arbeitsutensilien

  • 3-9 Creme-Tiegel aus Glas à 50-60ml, am besten dunkel
  • Küchenwaage, möglichst grammgenau oder gar Zentigramm-genau (“0.5 g”)
  • 6-8 kleine Schälchen für die Zutaten, ggf ein Fläschchen für das Wasser
  • Töpfe für ein Wasserbad, d.h. entweder einen Wasserbad-Topf (so einen habe ich; super praktisch!), oder zwei Töpfe, von denen einer kleiner als der andere ist, und den man in den anderen “hineinhängen” kann
  • Schneebesen
  • 2 Esslöffel
  • ggf. Teelöffel
  • kleine Rührschüssel, z.B. kleine Salatschüssel aus Porzellan oder Keramik, aber auch jede andere Rührschüssel geht. Alle Zutaten sollten hineinpassen inkl. Wasser und Aloe Vera-Gel
  • Etiketten zum Beschriften der Tiegel

Wichtige Vorarbeit: Hygiene (= Keimfreiheit)

Das Anstrengendste bei der Creme-Zubereitung ist die Vorarbeit. Denn es ist unerlässlich, dass alle Arbeitsmaterialien, also Löffel, Behältnisse, Schüsselchen usw. UND die Oberflächen, auf die man z.B. Rührlöffel legt, desinfiziert sind. Denn es dürfen keine Keime in die Creme gelangen, sonst wird sie schnell schlecht.

Die Desinfektion kann man zum Großteil mit kochendem Wasser machen. Aber man kann auch ein Desinfektionsspray nehmen.

So ist es für mich am einfachsten machbar:

Das Küchenwaschbecken mit kochendem Wasser einmal ausgießen und dann folgende Utensilien hineinstellen:

  • Creme-Tiegel mit Deckeln, Innenseiten nach oben
  • Schüssel der Waage, wenn vorhanden, ansonsten ein Gefäß auswählen, in dem man alles abwiegen möchte
  • 5-6 Schüsselchen für die abgewogenen Zutaten, für das Wasser ggf. eine kleine Flasche
  • zwei Esslöffel
  • ein Teelöffel
  • ein Schneebesen

Diese Gefäße und Teile alle mit kochendem Wasser übergießen und dann jeweils mit einem frischen Küchenhandtuch abtrocknen. In gebrauchten Handtüchern verstecken sich viele Keime! Die Verwendung von Einmal-Küchentüchern möchte ich wegen Umwelt und so nicht empfehlen, aber das geht theoretisch auch.

Außerdem die Arbeitsfläche, auf der man später die Creme abfüllen möchte, mit Hygiene-Spray desinfizieren. Solches Zeug steht ja zur Zeit bei vielen Menschen ohnehin rum.

Auch den Bereich neben dem Herd desinfizieren, auf dem man Rührlöffel ablegt. Oder dort ein Schälchen hinlegen, das man desinfiziert hat, zum Ablegen des Rührgeräts.

Rührbesen in Schüsselchen auf Holzbrett.
Wenn die Arbeitsfläche nicht so leicht zu desinfizieren ist, zB wenn sie aus Holz ist, kann man seine Rührgeräte in einem desinfizierten Schälchen ablegen.

So, aber jetzt kann es losgehen!

Creme für Mischhaut selber machen: Zubereitung

(unten alle Schritte nochmal in Bildern!)

Schritt 1 – Wasserbad aufsetzen: Wir setzen ein Wasserbad auf. Entweder erhitzen wir den Wasserbad-Topf oder erhitzen Wasser (aber nicht das destillierte Wasser 🙂 in dem großen Topf. Es sollte nicht sprudelnd kochen. Dann wird der kleinere Topf in das siedende Wasser gehängt.

Schritt 2: Abwiegen. Wir wiegen alle Zutaten ab und füllen sie dabei in kleine Schälchen. Wir füllen jeweils die passende Menge in ein Schälchen; das Wasser kann auch in eine kleine Flasche.

Schritt 3 – Ölige Zutaten schmelzen lassen: Wir geben das Kokosöl, die Kakaobutter-Pellets und das Bienenwachs in den Topf, der im Wasserbad hängt. Achtung, es sollte kein Wasser in die Zutaten gelangen! Deswegen aufpassen, dass das Wasser drumrum nicht sprudelt, sondern unter 100°C bleibt. Das kann ein bisschen dauern. Als letztes schmelzen die Bienenwachs-Pellets. Man kann zwischendurch ein wenig mit einem Esslöffel umrühren (im Schneebesen bleiben gern die Pellets hängen).

Schritt 4 – Emulsan einrühren: Nun geben wir das Emulsan hinzu und rühren mit dem Schneebesen gut um. Die Masse wird jetzt milchig.

Schritt 5 – Wasser hinzugeben: Wir gießen langsam das Wasser hinzu  und rühren es ebenfalls gut unter. Noch ist die Masse eher flüssig.

Schritt 6 – Aroma-Öl zugeben: Die Mischung aus dem Wasserbad-Topf in eine normale Rührschüssel geben. Einige Tropfen Aroma-Öl wie z.B. Lavendelöl oder Zitrus-Öl hinzugeben und gut unterrühren.

Schritt 7 – Aloe Vera-Gel untermischen: Nun geben wir das Aloe Vera-Gel hinzu und rühren es kräftig unter. Jetzt wird die Masse dicklich und sieht aus wie Vanille-Pudding.

Schritt 8 – Abfüllen: Nun füllen wir mit einem desinfizierten (!) Esslöffel die Creme in die vorbereiteten Tiegelchen.

Kurzanleitung in Bildern

Creme für Mischhaut selber machen Schritt 1 - Wasserbad-Topf auf dem Herd
Schritt 1 – Wasserbad aufsetzen. Ich verwende dazu einen Wasserbad-Topf, der noch aus dem Haushalt meiner Oma stammt. Der hat zwei Wände und Böden. Zwischen den Wänden befindet sich Wasser, das man dort einfüllt, wo der rote Button ist. Wenn man den Topf erhitzt, entsteht so ein echtes Wasserbad. Der Vorteil ist, dass man kräftig rühren kann, ohne dass Wasser in die Schmelzmasse gerät. Wer wie ich öfter etwas im Wasserbad macht (Sauce Hollandaise, Schokoladenkuvertüre,…), wird einen Wasserbad-Topf zu schätzen wissen. (Werbung für Wasserbad-Töpfe, jedoch unbeauftragt und unbezahlt)
Schritt 2: Abwiegen. Wir wiegen alle Zutaten ab und füllen sie in kleine Schälchen.
Creme für Mischhaut selber machen: Nach dem Abwiegen werden die öligen Zutaten im Wasserbad geschmolzen.
Schritt 3 – Ölige Zutaten schmelzen lassen: Kokosöl, Kakaobutter und Bienenwachs. Das Bienenwachs schmilzt zuletzt; das dauert ein bisschen.
Wenn man das Emulsan einrührt, wird die Flüssigkeit milchig. Sowas erlebt man, wenn man Creme für Mischhaut selber macht.
Schritt 4 und 5: Emulsan einrühren, gut vermischen, bis alles Emulsan geschmolzen ist, dann das destillierte oder abgekochte Wasser hinzugeben.
Ich tropfe aus einem kleinen Fläschchen Lavendelöl in die Masse.
Schritt 6 – Aroma-Öl zugeben.
Creme für Mischhaut selber machen Schritt 7: Das glipschige Aloe Vera Gel wird hinzu gegeben.
Schritt 7: Aloe Vera Gel einrühren.
Creme für Mischhaut selber machen Schritt 8: Alles gut durchrühren und in Gläschen abfüllen.
Schritt 8 – Alles gut vermischen und in Gläser abfüllen. Jetzt sieht es aus wie Vanillepudding.
Creme für Mischhaut selber machen: 6 Gläschen Creme als Pyramide vor zwei Aloe Vera-Pflanzen.
Etiketten schreiben und aufkleben.

Fertig ist die selbst gemachte Creme für sensible Mischhaut!

Ich wünsche viel Freude beim Cremerühren!

Give-away / Verlosung

Ich verlose zwei Gläschen Aloe Vera-Gesichtscreme an zwei Freundinnen. Dazu folge mir auf Instagram (@feinslieb_slowlife) und hinterlasse dort bis zum Montag, den 7. September 2020 unter dem Creme-Beitrag von heute, dem 5. September 2020 einen Kommentar, mit Angabe, wer das zweite Glas Creme bekommen soll.

Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram, sondern wird allein von mir, Maike Cölle, organisiert und verantwortet. Die Möglichkeit teilzunehmen endet am 7. September 2020.

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