Narzissen, die erscheinen: Wochenende in Bildern 5./6. März 2022

Am Samstag die Geburtstagarty der großen Tochter in Berlin, ab Sonntag auf dem Land, das war in Kürze unser Wochenende. Es war eiskalt, die Temperaturen stiegen kaum auf 5°C. Die Sonne ließ sich zwar manchmal blicken, aber Wolken überwogen.

Und der Krieg in der Ukraine schlägt aufs Gemüt. In Berlin kennt eigentlich jede*r Menschen mit ukrainischen Wurzeln, die zur Zeit verzweifeln. Hier mein Beitrag mit empfehlenswerten Hilfs- und Spendenmöglichkeiten an kleine, effiziente Organisationen.

Trotzdem dürfen wir weiterhin ans Gute glauben, versuchen, das Schöne zu sehen und uns und einander Gutes tun.

Die Shakespeare-Verse und das Bild oben stammen aus dem Tagebuch der Edith Holden.

Samstag, der 6. März 2022

Ich arbeite gerade am restlichen Outfit für diese Puppe. Der Strickpulli ist noch nicht ganz fertig.

Auf dem Fensterbrett ein Nest mit Sprossenkindern und Zwiebeln (hier zur Anleitung für die Sprossen-Blumenkinder).

Daneben ein Väschen mit Schneeglöckchen aus Papier (hier zur Anleitung).

Ich arbeite noch vor acht Uhr ein bisschen im garten. Gestrüpp entfernen, Blumen und Zwiebeln einpflanzen. Es ist eiskalt. Aber Gartenarbeit tut immer gut.

Die ersten Narzissen schauen aus der Erde.

Ich setze ein paar mehr Blümchen ein, weil ich den Garten so deprimierend finde.

Aus ein paar entfernten Efeu-Ranken mache ich neues Efeu-Öl für mein geliebtes Peeling (zur Anleitung).

Die große Tochter und ich vervollkommnen diese krasse Geburtstags-Torte, deren Böden wir gestern schon gebacken haben. Es ist eine Zitronentorte mit Waldbeeren-Füllung, einer Ganache aus weißer Schokolade, Fondant-Überzug und Marzipan-Blumen. Sie hat sich genau so eine Torte für ihre Geburtstagsparty gewünscht, die heute stattfindet. Die Torte ist bei uns schon seit Wochen Thema.

Die große Tochter arbeitet schon seit Tagen an dieser Puzzle-Zeichnung. Der Block ist kleiner als DIN A 5. Die Puzzle-Teile sind also gerade mal einen halben Zentimeter hoch.

Ich bringe die kleine Tochter zu ihrer Cousine, denn sie soll bei der Party der Schwester nicht dabei sein. „Das ist nur was für Große!“ sagt unser großes Teenager-Mädchen. Die Kleine freut sich aber auf einen Nachmittag bei der Cousine, denn die beiden haben einander sehr gern und lachen sich immer kaputt.

Hier findet die Party statt. Die Tochter hat sich eine „echte Party wie für Teenager“ gewünscht. Das Glück will es, dass mein Mann mit einer passenden Location dienen kann. Er hat seinen kleinen Club mit Hilfe der Überbrückungshilfen gerade so halten können, obwohl es seit Corona keine Einkünfte mehr gab – klar, Clubs sind immer noch geschlossen. Also Party in einem echten Club.

Ich stehe fast den ganzen Nachmittag hinter der Bar und bereite Kinder-Cocktails zu: Virgin Sunrise und Virgin Ipanema. Zu unserem Erstaunen trinken die Kinder jede*r mindestens zwei, drei Cocktails.

Zum ersten Mal seit Jahren sind auch wieder Jungs eingeladen. Die Kids spielen „Wahrheit oder Pflicht“, und dann wird natürlich getanzt.

Eins der Geschenke, die die Tochter bekommen hat: Ein Faultier-Pflanzenübertopf. Die Tochter liebt ja Faultiere, damit kann man ihr echt eine Freude machen.

Der Lieferdienst bringt später Pizza für alle.

Drei der Mädels kommen mit zu uns nach Hause zum Übernachten. Es gibt noch heißen Kakao und einen Film, dann ist Ruhe im Karton.

Sonntag, der 6. März 2022

Hundespaziergang in der Wohnanlage. Es tut sich doch was im Frühlingsland. Aber man muss schon genau hinschauen.

Knospen.

Die fünf Mädchen vertilgen zum Frühstück unfassbare Mengen an Pfannkuchen mit Apfelmus und Kirschen.

Noch zwei tolle Geschenke, über die die Tochter sich sehr gefreut hat: ein dicker Skizzenblock und ein toller dicker Druckbleistift.

Als die Übernachtungsgäste abgeholt sind, fahren wir aufs Land. Wir haben ja in Berlin am Dienstag Feiertag und am Montag ist deswegen keine Schule (Brückentag).

Erstmal muss eingeheizt werden, denn im Haus hat es gerade mal 5°C. Die brennenden Kerzen helfen ein bisschen.

Bis es angenehm warm in den Räumen ist, legen wir uns alle in die warmen Betten, die mit Heizdecken gewärmt werden.

Auch auf dem schönen Kalender vom Atelier Ode Desjardins ist jetzt März.

März-Tristesse auf dem Grundstück.

Ganz, ganz kleine Frühlingsboten.

Auf dem Grundstück.

Hier sind die Narzissen noch nicht ganz so weit wie in Berlin. Ich will hier doch einen Narzissen-Teppich haben. Aber im Moment sieht es nicht so aus, als ob viele der Zwiebeln gesprossen sind, die ich hier im Herbst eingegraben habe…

Ich hatte mir das eigentlich so vorgestellt. Aber das Foto stammt aus einem wunderbaren Film auf arte.tv über einen Permakultur-Hof, den ich mir zur späten Mittagspause anschaue: „Ein Tag im Wintergarten“ heißt der Film und dokumentiert die Vorgänge in der Natur und die Tätigkeiten der Gärtner auf dem Hof im Winter. Es gibt noch Folgen über den Frühling, den Sommer und den Herbst. Ich freue mich schon drauf; das schaue ich in den nächsten Tagen.

Hier noch ein paar Eindrücke von den Narzissen aus dem herrlichen Film:

Tja, so hätte ich das auch gern…

Später wird der Himmel schön. Da machen wir mit den Hunden sehr gern unseren traditionellen Sonnenuntergangs-Spaziergang.

Hunde und Kinder rennen über die Wiesen.

Licht in den Sielen auf der Kuhweide.

Hohler Baum am Holzstapel am Wegesrand.

Guten Abend, gute Nacht.

Ich freue mich jetzt auf zwei Tage auf dem Land. Ich habe mir vorgenommen, nur das Nötigste zu arbeiten. Ansonsten will ich Wald und Luft tanken, den Kindern vorlesen und mit den Hunden kuscheln.

Ich brauche dringend Trost und schöne Beschäftigung, denn der Blues, der seit Mitte Dezember von mir Besitz ergriffen hat, hält immer noch an. Und ich finde aktuell keine Kraft, mich den Themen zu widmen, die mit dem Blues zu tun haben. Am liebsten würde ich den Kopf in den Sand stecken, aber das ist doch eigentlich gar nicht meine Art. Voll paradox. Die kluge Ruth von Der Kompass sagt zum Thema „Themen vermeiden“ sinngemäß: „Du beschäftigst Dich doch schon damit, jeden Tag. Der Unterschied ist nur, ob Du es bewusst tust und Dir damit hilfst. Oder ob Du Dich damit nur herumquälst.“

Ich weiß es doch und quäle mich tatsächlich damit herum. Aber ich finde aktuell trotzdem nicht die Kraft, mir bestimmte Dinge um die Ohren zu hauen. Vielleicht weiß ja eine*r von Euch, was in solchen Situationen hilft??

Ich wünsche Euch jedenfalls, dass es Euch ein wenig besser geht. Spendet bitte für die Menschen in der Ukraine und in Afghanistan. Oder für Menschen in anderen Kriegsgebieten dieser mancherorts einfach schrecklichen Welt. Denn leider ist die Ukraine nicht das einzige Land, in dem Krieg herrscht. Und egal, ob ein Land uns relativ nah ist oder nicht: In jedem Krieg leiden die Menschen, besonders die Frauen und Kinder.

Lasst Euch bitte zum internationalen Frauentag statt Pralinen und Blumen Spenden an feministische Projekte oder für die Unterstützung von Frauen oder Kindern in Kriegsgebieten schenken.

Aber jetzt genug der Predigt, Ihr seid ja alle gute Menschen und habt sicher schon gespendet oder gar mehr getan.

Ich wünsche allen Leser*innen eine gute Woche. Ich freue mich über ein paar gute Worte n den Kommentaren.

Deine Maike

Weitere WiBs finden sich wie immer bei Große Köpfe.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Maike,
    ich mag deinen so wohltuenden Blog so gerne. Bin eine treue, eher stille Mitleserin. Ich glaube, wer jetzt in dieser Zeit nicht vom unfassbaren Geschehen ein Stück überwältigt ist und nicht mitfühlt mit unseren Mitmenschen, die gerade so unfassbares Leid erleben, der kann kein Herz haben. Auch ich bin sehr traurig, wir Alle haben Angst und Sorgen und ich weiß einfach nicht, was ich meinen Kindern sagen soll. Wir reden darüber, wir haben gespendet und ich versuche über meine Netzwerke beim Finden für Unterkünfte, für die Flüchtlinge zu helfen. Ich versuche auch, besonders für die Kleinste, Alltag aufrecht zu erhalten und die Hoffnung nicht zu verlieren. Trotz dem Schrecklichen und das ist gleichzeitig auch irgendwie unfassbar, gibt es noch viel Schönes und Gutes. Trotz allem geht immer wieder die Sonne auf und wir können entdecken wieviel ungeahnte Kraft doch in uns allen steckt, ich hoffe dass uns das Alle fester zusammenschweißt, dass wir erkennen was wirklich wichtig ist. Im Moment ist ja gleichzeitig auch das Gute aktiv, so viele wollen helfen und tun was sie können. Ich wünsche uns Allen, dass das so bleibt und dass es für unsere Welt und unsere Kinder ein Gutes Ende gibt.
    Ich bewundere auch deine Kraft, die du hier ausstrahlst, man ahnt ja nur, wenn man hier mitliest, wie schwer Vieles für dich und euch gewesen sein muss. Du hast jedes Recht, auch mal ein Tief zu haben und ja das kann gerade in so dunklen Zeiten auch mal länger dauern, vielleicht ist es nach dem Ganzen durchhalten und funktionieren ( Corona, Homeshooling, deinen Vater begleiten, die aktuelle Lage und und und) auch dein Körper und deine Seele die dir sagen, dass du viel geleistet hast und nun auf dich schauen darfst und manchmal braucht es mehr Zeit dazu, als wir glauben.
    Ich wünsche Dir, dass Du Dir diese Zeit nehmen kannst und dass Du Deine Kraft wiederfindest, dass aus dem Dunkel wieder Licht und aus der Schwere wieder Leichtigkeit wird. Und dass du noch lange mit Freude deinen Blog schreibst;) das Lesen hier ist für mich ein Stück Licht.

    Deine Simone ( die auch schon durch ein tiefes, dunkles Tal gegangen ist)

    Ach ja, wie alles braucht auch die Narzissenwiese Geduld, du wirst bestimmt eines Tages so eine schöne Wiese haben, aber das braucht Zeit, auch mit vielen gesetzten Zwiebeln, wird erst mit den Jahren so eine Wiese draus. Ich finde euren Garten / die Einblicke wunderschön, so naturbelassen und auch den Unterschied in der Vegetation, zu da wo ich wohne, spannend.
    Ganz viele liebe Grüße

    • Liebe Simone, ich habe mich so sehr über Deinen Kommentar gefreut, der ja fast schon ein Brief ist. Deine Worte tun total gut. Ich glaube auch, dass „tiefe Täler“ sein dürfen, aber wenn man drin ist, ist es halt schwer und im Moment sehe ich nicht, wie ich einen Aufstieg bewältigen soll. Aber manchmal geht es ja schneller, als man denkt. Vielleicht ist schon nächste Woche alles anders.
      Danke auch für Deine Rückmeldung zum Blog und zur Narzissenwiese. Heute dachte ich, Mist, ich habe sicher die Knollen zu tief eingegraben, deswegen sprießen sie nicht…. wir werden sehen. Dass der Blog doch sehr gern gelesen wird, freut mich — umso mehr freue ich mich, wenn stille Mitlesen sich manchmal melden, so wie Du! Denn manchmal denke ich, ich stecke echt viel Zeit in den Blog, aber finanziell habe ich nichts davon… und von Freude und Sendungsbewusstsein kann ich halt keine Winterstiefel für die Kinder kaufen…. deswegen freue ich mich, ab und zu zu hören, dass Menschen Freude an meinen Zeilen haben.
      Ich wünsche auch Euch weiterhin viel Kraft und die richtigen Wort gegenüber den Kindern. Das eigene aktive Helfen und Tun und das Vermitteln, dass die Erwachsenen handeln und alle Länder der Ukraine gegenüber solidarisch sind, ist eine gute Botschaft. Ich finde, die darf man den Kindern gegenüber betonen.
      Ganz liebe Grüße und nochmal vielen lieben Dank für Deine wohltuenden Worte!
      Deine Maike

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