Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen: Wochenende in Bildern 19./20. März 2022

Wir waren auf dem Land und haben Sonne getankt. Es war zwar kalt und windig, aber der Himmel war knallblau und die Sonne hat ja schon etwas Kraft.

Ich habe in jeder freien Minute in der Sonne gesessen. Außerdem haben wir spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge erlebt und wilde Tiere beobachtet. Hirsche!

Das Wochenende war in der Tat ein „kurzes Glück“, das ich „schwimmen lassen“ musste, denn morgen beginnt wieder Alltag mit den zurzeit großen Sorgen. Und natürlich die schreckliche Lage in der Ukraine, die mich sehr beschäftigt. Ich kann dazu die Putin-Dokus auf arte.tv empfehlen. Sehr aufschlussreich, aber nicht besonders tröstlich, ehrlich gesagt… 🙁

Das Wochenende in Bildern ist wie immer verlinkt bei Große Köpfe.

Samstag, der 19. Februar 2022

Mein Mann ist schon seit gestern Mittag auf dem Land. Die Töchter und ich sind noch in Berlin geblieben, weil die Kleine am Samstag Vormittag Geigen hat und wir am Freitag Nachmittag außerdem heiß ersehnte Schwimmbadtickets hatten.

Die Töchter waren Brötchen holen und haben den Frühstückstisch gedeckt. Sie haben um 7 Uhr schon großen Hunger. Die Brötchen und Hörnchen werden hier nur mit Butter gegessen.

Diese Sendung, ein Instagram-Gewinn, kam von Andrea Reiß, die wunderschöne Filzarbeiten macht. Ich habe mich so darüber gefreut! Das mit dem gefilzten Hasen ist eine große Streichholzschachtel.

Geigenstunde in der Gruppe der kleinen Tochter. Alle spielen zusammen, was das Aufeinander-Achten und das Gehör schult.

Zuhause schnell noch Proviant zusammen stellen und dann los zum Bahnhof. Ab aufs Land. (Die Brötchen und die Laugenstange sind in unsere selbst gemachten Bienenwachstücher gehüllt).

Viel neues Grün ist auf dem Land noch nicht zu sehen. Aber der Himmel ist blau und das Licht ist hell.

Wir machen gleich einen Spaziergang mit den Hunden, die uns Nachkömmlinge stürmisch begrüßt haben. Mein Mann beobachtet durchs Fernglas die Kraniche hinten auf der großen Kuhweide.

Hündchen Emma wartet darauf, dass wir einen Kiefernzapfen für sie werfen, damit sie ihn jagen kann.

So weit ist meine Puppe für die Instagram-Spendenaktion #dollsforukraine gediehen. Bei dieser Aktion versteigern Puppen- und Stofftier-Macher*innen eines ihrer Werke und spenden dann den Erlös an das Rote Kreuz in der Ukraine. Meine Puppe ist 30 cm groß und bekommt noch mehr Kleidung und Accessoires als auf dem Foto. Vom 7. bis 12. April werden die Puppen kollektiv auf Instagram auf den Kanälen der Macher*innen versteigert. Der- oder diejenige, die den höchsten Preis für eine Puppe bietet, bekommt sie. Schaut gern mal rein, da entstehen ganz wunderbare Wesen!

Meine Puppe heißt Myrna (abgeleitet von ukrainisch „мирний“ bzw „myrnyy“, das bedeutet „friedlich“) und wird ab dem 9. April auf meinem Instagram-Account @feinslieb_waldorfblog versteigert.

Alle Puppen bzw. alle Macher*innen, die teilnehmen, verwenden den Hashtag #dollsforukraine. Damit kannst Du alle Puppen finden, die im Rahmen der Aktion versteigert werden.

Ich fange an, eine Mütze für die Puppe zu stricken und sitze dabei den ganzen Nachmittag vor dem Haus in der Sonne. Es tut so gut, das echte Sonnenlicht einzusaugen. Ich glaube, ich habe totalen Vitamin-D-Mangel, denn ich genieße das Sonnenlicht so unglaublich.

Die große Tochter rührt Zimtzucker, Butter und Kardamom zu unserer berühmten „Schmotze“ für die besten Zimtschnecken der Welt, wie wir finden, die Zimt-Kardamom-Schnecken von feiertäglich.

Bei Sonnenuntergang machen wir unseren Sonnenuntergangs-Spaziergang. Heute in der Hoffnung, Hirsche zu sehen. Mein Mann hat nämlich gestern Abend eine Herde mit ca. 200 Tieren (!) gesichtet. Wir wissen, wo sie sich meistens aufhalten, und machen uns vorsichtig und leise auf den Weg am Waldrand entlang, damit sie uns nicht gleich wittern.

Die Tochter entdeckt viele Hufspuren von Hirschen.

„Wolkenschatten fliehen über Felder“.

Zuerst sehen wir Kraniche fortfliegen (==> Video).

Und plötzlich sehen wir sie, die Hirsche (==> Video). Es sind an die 30-40 Stück. Und als wir sie sehen, haben sie uns auch schon bemerkt, rennen aber kurioserweise auf uns zu und nicht von uns weg. Sie rennen in Windeseile an uns vorbei und suchen das Weite.

Sie bleiben schön beisammen. Kluge Tiere.

Wir genießen noch den wundervollen Sonnenuntergang und machen uns dann ganz berauscht von der intensiven Stimmung und von der Hirsch-Sichtung auf den Heimweg.

Abendessen mit Salat, Gemüse und Butterreis mit Kräutern. Wir brauchen in der Fastenzeit gerade unsere Vorräte auf, heute Abend Reis und Tiefkühl-Brokkoli. Die Zimtschnecken im Hintergrund sind fürs Sonntagsfrühstück.

Sonntag, der 20. März 2022

Als mein Mann und ich um 5:45 Uhr aufwachen, sehen wir gleich den riesigen Mond hinter dem Wald stehen und beschließen, gemeinsam die erste Runde mit den Hunden zu drehen. Diesen unfassbar großen, hellen Mond möchten wir uns beide gern länger anschauen.

Der Himmel ist schon rosa und helllila gefärbt. Die Sonne wird um kurz nach 6 Uhr aufgehen.

Meine Lieblings-Eiche vor Pastell.

Mein Mann versucht auch, den Mond zu fotografieren. Das ist mit dem iPhone gar nicht so einfach (wer kennt da Tricks?). Ich brauche unbedingt wieder ein gutes Teleobjektiv für meine Spiegelreflex-Kamera (das alte ist irreparabel kaputt gegangen…).

Und dann geht um kurz nach 6 Uhr die Sonne hinter den reifbedeckten Wiesen auf. Leider hat das iPhone hier die Wirklichkeit total verfälscht. Ich habe es in der Schnelle nicht hinbekommen, die richtige Einstellung zu finden. Denn die Sonne war nicht so gelb wie auf dem Foto hier, sondern hell glutrot. Der Himmel war dagegen eher bläulich.

Hier der Sonnenaufgang (Video). Ich habe mit dem Telefon ein bisschen gewackelt, weil ich den Sonnenaufgang lieber in echt anschauen wollte als übers Display. Denn die grellrote Sonne über der bläulichen Welt war absolut fantastisch, sowas habe ich noch nie gesehen. Das passte richtig gut zum Frühlingsanfang. Vor allem, weil auf der anderen Seite immer noch der riesige Mond stand.

Die erste kalendarische Frühlingssonne des Jahres.

Zu Hause ist meinem Mann und mir kalt, und wir gehen nacheinander in die Badewanne. Im heißen Wasser liegen und durchs geöffnete Fenster dem Eichhörnchen zuschauen, wie es durch die Bäume hüpft, und die Vögel zwitschern hören…. so darf ein Frühlingsanfang sein.
„Kurzes Glück träumt durch die weiten Länder“…

Weil immer e-mails zum Thema kommen: Die schöne große Tasse ist von ono mao.

Zimtschnecken zum Frühstück. (Natürlich gibt’s auch noch anderes, für mich z.B. weichgekochtes Ei, Butterbrot und Avocado).

Unsere Hunde genießen die Ofenwärme.

Kleine spaßige Bastelei mit den Kindern: die eigene Hand mit Stift umrunden, ausschneiden, den Mittelfinger abschneiden, Ring- und Zeigefinger als Ohren ausmalen, Daumen und kleinen Finger nach vorn umknicken. Süß. Die große Tochter rollt die Augen (dafür ist sie mit 13 nämlich schon zu groß), aber die kleine Tochter hat Freude an den Häschen und klebt ihnen noch Beine und ein Schwänzchen an.

Ich sitze den ganzen weiteren Vormittag draußen auf der Bank vor dem Haus in der Sonne und stricke. Das Sonnenlicht und die Wärme tun so gut. Ich sauge jede Sekunde Sonne gierig auf. Die Pampelmuse schmeckt auch gut.

Links der Wildpflaumenbaum hat schon ganz viele Blütenknospen.

Kurzer Besuch im Dorf. Ein lieber älterer Mann räumt sein Haus aus und hat einen Schaukelstuhl für unsere Kinder. Ich bewundere die prächtigen Hähne, deren Federn in der Sonne glänzen.

Auf der Wiese unter der Linde blühen die Krokusse, die ich letztes Jahr gesetzt habe. ich finde es immer wunderbar, wenn aus ein paar unscheinbaren Zwiebeln schöne Blüten werden.


Und jetzt sind wir wieder zu Hause, die Kinder sind im Bett und ich bin auch müde. Ich gehe jetzt noch eine Rund mit den Hunden, trinke meinen abendlichen Kräutertee und gehe dann ins Bett.

Ich hoffe, ich schaffe es diese Woche, ein paar Lasten wegzuschaffen. Das sind bei mir gerade: unbeantwortete e-mails, unbezahlte Rechnungen und unausgefüllte Formulare.

Das Elend in der Ukraine macht mich fertig. Was mich ein bisschen tröstet und mir Kraft gibt, ist mein kleines Fasten-Programm: jeden Tag ca. 10-20 Minuten Gymnastik (oder mehr), außerdem eine Runde Klavierspielen. Beides tut mir sehr gut und stimmt mich, seit ich damit angefangen habe, jeden Tag ein wenig besser.

Ich hoffe, dass unsere persönliche „große Sorge“ sich in den nächsten Wochen oder Monaten lösen wird. Ich bin ja eine unverbesserliche Optimistin und glaube daran, dass wir eine Lösung finden. Ich habe in den letzten Wochen viel dafür getan und kann nicht anders als zu glauben, dass die Mühen etwas in Gang setzen werden. Dass sich Optionen auftun, die wir im Moment noch nicht sehen.

Ich kann hier leider nur in Rätseln sprechen, aber eins kann ich sagen, weil ich eine besorgte Mail bekommen habe: Mein Mann und ich sind nach wie vor ein glückliches Paar 🙂 Wir sind auch ein sehr gutes Team, was „die Sorge“ betrifft.

Ich hoffe, Ihr haltet Euch wacker in dieser schwierigen Zeit. Tut Euch Gutes, spendet für die Ukraine, nehmt Geflüchtete auf, wenn Ihr könnt, und tut etwas, das hilft, zum Beispiel das.

ich wünsche Dir Kraft für die neue Woche.

Deine Maike

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Maike,
    ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll!
    Aber am meisten beeindruckt war ich doch von den Hirschen! So viele – diese Naturereignisse lassen mich immer staunend und voller Ehrfurcht zurück.

    Eine gute Woche und ich drücke die Daumen, dass das Schicksal euch hold ist!

    Liebe Grüße

  2. Vielen Dank für deinen Rückblick und die tollen Einblicke.
    Ich drücke fest die Daumen und wünsche euch eine gute Woche.
    LG Tany

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