18 Fasten-Ideen von Genussmittelverzicht bis Plastik-Fasten

In diesem Beitrag findest Du 18 Fasten-Ideen von „Kein Alkohol“ bis zu „Plastik- und Klimafasten“. Und ich erzähle von meiner Fastentradition bzw. wie ich dieses Jahr (wieder) fasten werde.

Nach Fasching/Karneval beginnt ja die traditionelle Fastenzeit. Im christlichen Jahreskalender dauert die Fastenzeit bis Ostern. Im christlichen Sinn bedeutet Fasten auch die Läuterung der Seele, wird aber auch als Reinigung von Sünden bis hin zur Buße verstanden.

Fasten ist uralt. Und gesund.

Fasten ist aber viel, viel älter als der christliche Glaube. Menschen haben um diese Jahreszeit in unseren Breiten immer gefastet. Seit vielen Jahrtausenden. Allein deswegen, weil die Vorräte nach dem Winter zur Neige gingen, oder weil es schlicht gar nichts mehr gab.

Weil der Mensch seit Jahrhunderttausenden auf zeitweisen Nahrungsverzicht eingestellt ist, kann unser Körper Fastenzeiten sehr gut überbrücken. Mehrere Wochen lang. Mittlerweile wissen viele Menschen und Mediziner, dass Fasten einen positiven Effekt auf die körperliche und seelische Gesundheit hat.

Die Kirche hat das christliche Verständnis des Fastens einfach auf die alte, notwendige Sitte draufgesetzt.

Fasten hilft bei Krebs

In der Tat ist wissenschaftlich erwiesen, dass Fasten zum Beispiel in der Krebstherapie positive Effekte haben kann. Eine Studie der Charité Berlin hat ergeben, dass Chemotherapie bei Brustkrebs allein nach 2-3 Fastentagen von den Patientinnen deutlich besser vertragen wird. Dass Zucker-Entzug Krebszellen sterben lässt, wissen Anhänger von Dr. Bruker schon lang – hier ist es endlich auch wissenschaftlich durch eine Studie an der Charité Berlin bewiesen. Wer es ganz genau wissen will, lese dieses PDF der „Forschung Komplementärmedizin“ zu einschlägigen Studien zum Thema „Fasten gegen Krebs“.

Modernes Fasten

In unserer Zeit, in der Nahrung ständig verfügbar ist, wird oft gefastet, um abzunehmen. Oder um des geistig und seelisch heilenden Effektes willen. Oder auch, um wenigstens für eine Weile auf bestimmte ungesunde oder süchtig machende Genussmittel zu verzichten.

Aber modernes Fasten umfasst auch Ideen, die nichts mit Essen bzw. Verzicht auf Essen zu tun haben.

Etwas Neues probieren

Ich möchte Dich anregen, die Fastenzeit zu nutzen, um einmal etwas Neues auszuprobieren. Das ist erfrischend für Körper, Geist und Seele. Es gibt viele verschiedene Formen des Fastens. Unten habe ich zahlreiche Ideen aufgelistet. Ganz bestimmt ist auch für Dich etwas dabei. Es gibt auch ganz einfache Formen des Fastens, die man gut durchhält. Und die Spaß machen – schau mal bei den Ideen Nr. 14 und 15!

Verzicht bringt Vergnügen

Beim Fasten geht es schon um Verzicht. Auf irgendetwas wird beim Fasten definitiv verzichtet. Aber Verzicht bedeutet immer gleichzeitig Gewinn: Wer weniger fernsieht, hat mehr Zeit zum Lesen oder für Gespräche. Wer weniger Zucker isst, fühlt sich besser und wird gesünder. Wer auf Alkohol verzichtet, ist wacher und klarer.

Wenn es gelingt, wenigstens für eine limitierte Zeit ein paar ungesunde Gewohnheiten aufzugeben, kann das Impulse für längere Zeit setzen.

Wer es ernst meint, wählt sich eine Fasten-Idee aus, die ihm schon ein wenig schwer fällt. Wer ständig auf der Couch sitzt und Müßiggang betreibt, hat von Fasten-Idee Nr. 14 wahrscheinlich nicht viel.

18 Fasten-Ideen

Hier eine Liste mit 18 verschiedenen Fasten-Ideen. Manche davon sind schwerer umzusetzen und durchzuhalten als andere.

Mein Tipp: Nimm Dir nicht zu viel vor. Es ist leichter, sich etwas auszusuchen, das man sicher schaffen kann. Denn besser, Du erreichst ein kleines Ziel, als dass Du ein zu großes wieder aufgibst oder nur halb durchhältst.

Du kannst natürlich auch mehrere Ideen kombinieren.

1. Auf Genussmittel verzichten

Dies ist wohl die verbreitetste Form des Fastens. Man verzichtet für eine Weile (traditionell von Fasching bis Ostern) auf etwas, das man sonst gern zu sich nimmt:

  • Süßigkeiten, Kuchen, Kekse
  • Zucker generell
  • Butter (ist super klimaschädlich!)
  • Kaffee oder Schwarztee
  • Alkohol
  • Zigaretten
  • Fleisch
  • Limonade, Cola & Co. und Säfte

2. Auf den Hunger warten

Eine relativ einfache (und verblüffende) Form des Fastens ist es, immer zu warten, bis man wirklich sehr hungrig ist, bevor man etwas isst. Viele Menschen essen oft nur, weil jetzt „schon kurz vor 9“, „Zeit zum Mittagessen“ oder „Zeit zum Abendessen“ ist. Wer eine Zeitlang geduldig wartet, bis der Hunger deutlich spürbar wird, erlebt seinen Körper und den Genuss beim Essen ganz neu. Es ist wirklich toll. Versprochen, ich habe es ausprobiert!

3. Intervallfasten

18 Fasten-Ideen: Teller mit Essen darauf, das nur in einem Drittel des Tellers liegt.

Intervallfasten oder „intermittierendes Fasten“ bedeutet, jeden Tag nur innerhalb weniger Stunden zu essen, und dem Körper die restliche Zeit zum Ausruhen und zur Selbstheilung zu gönnen. Man isst also beispielsweise in 24 Stunden nur innerhalb von 8 Stunden, also z.B. von 11 Uhr vormittags bis 19 Uhr abends. Die restlichen 16 Stunden darf man trinken, aber nicht essen. Diese Form des Intervallfastens wird auch „16:8“ genannt und ist der Klassiker des Intervallfastens.

Genau das tue ich. Ich setze das um, indem ich schlicht das Frühstück weglasse. Ich habe morgens ohnehin keinen Hunger. Dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages sein sollte, ist Schnee von gestern. Ich trinke morgens nur Tee. Gegen 12 Uhr esse ich ein deftiges Mittagessen, am Nachmittag einen kleinen Snack und am Abend mit den Kindern Abendbrot. Nach 20 Uhr esse ich möglichst nichts mehr. So komme ich auf 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essenszeit pro Tag. Dadurch isst man automatisch weniger. Mir bekommt es super gut.

Manche Intervallfaster dehnen die tägliche Fastenzeit auf 17, 18 oder gar 20 Stunden. Eine weitere Form des Intervallfastens ist es, an 2 oder 3 Tagen in der Woche gar nichts zu essen, an den anderen Tagen aber normal (nennt sich 5:2 oder 4:3-Fasten). Also z.B. jeden Montag und Donnerstag zu fasten und an den anderen Tagen ganz normal zu essen.

4. Ernährungsform ausprobieren

Eine vegane "Salad Bowl" mit vielen verschiedenen Gemüsen und Früchten, Kichererbsen und Sprossen - nur eine von vielen Fasten-Ideen
Eine vegane „Bowl“

Man kann die Fastenzeit nutzen, um einmal eine alternative Ernährungsform auszuprobieren, mit der man vielleicht schon eine Weile liebäugelt. Wenn man dann feststellt, dass es einem gut tut und gefällt, kann man nach Ostern ja sogar dabei bleiben. Dann hat man die Umstellungsphase schon hinter sich. Man weiß, wo man eventuell spezielle Zutaten herbekommt, und hat das eine oder andere ausprobiert. Man kann besser einschätzen, was zu einem passt und was nicht. Die schwierigste Hürde ist genommen: der Einstieg.

So ist es mir mit Paleo ergangen. Ich fand es so überzeugend, dass ich grundsätzlich dabei geblieben bin, wenn im Alltag auch nicht ganz so streng wie in der letztjährigen Fastenzeit.

Alternative Ernährungsformen:

  • Vegetarisch: Ernährung ohne Fleisch. Käse, Eier und Milchprodukte sind aber für viele Vegetarier OK.
  • Vegan: Ernährung ohne Tierprodukte, also kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, kein Käse oder andere Milchprodukte. Manche Veganer essen auch keinen Honig.
  • Pescetarisch: Ernährung ohne Fleisch, aber Fisch ist erlaubt.
  • Vollwertkost (z.B. nach Dr. Bruker): Vieles möglich roh und naturbelassen essen, viel Gemüse, Obst, Salate und Vollkornprodukte, absolut kein Zucker und Weißmehl, kein Käse, kein Fleisch und Fisch (wenn, dann wenig und besser roh), an Milchprodukten nur Sahne und Butter (laktosefrei), zum Süßen nur (wenig) Honig
  • Paleo: viel Gemüse, Pilze, Obst, Beeren, Salat, Kräuter, aber auch Fleisch, Fisch, Eier und Fett. Kein Zucker, kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, kein Kaffee, keine industriell hergestellten Produkte.
  • Ketogen („keto“), das heißt kohlenhydratarm bzw. „Low carb„.
  • Trennkost: Eiweiß und Kohlenhydrate nur zeitlich getrennt voneinander essen
  • Glutenfrei: ohne Gluten (Klebereiweiß), das in den meisten Getreidesorten enthalten ist, also nur glutenfreies Brot, Nudeln usw. Fast alles konventionelle Brot (auch Bio) fällt dadurch weg.
  • Laktosefrei: es werden nur Lebensmittel ohne Milchzucker (Laktose) gegessen.
  • Rohkost: nur rohe Lebensmittel, nichts Erhitztes
  • Fruktarisch: Fruktarier ernähren sich nur von pflanzlichen Produkten, deren Gewinnung die Stammpflanze selbst nicht schädigt (z. B. Fallobst, Nüsse und Samen)
  • Slow Food: nur nachhaltige, regional hergestellte bzw. gewachsene Lebensmittel von hoher Qualität.

5. Aufräumen / Ausmisten

Auch das Trennen von Dingen hat einen tollen Effekt. Es geht darum, Ballast abzuwerfen und sich von Dingen zu verabschieden, die einen belasten und beschweren. Die Theorie: Alles Überflüssige, das Du eigentlich nicht brauchst, belastet Dich und zieht Dich runter. Wenn Du vorwärts kommen oder gar fliegen willst (natürlich im übertragenen Sinne), befreie Dich von Dingen aus Kisten, Keller, Kinderzimmer.

In der Fastenzeit kann man z.B. einen Tag oder drei Abende pro Woche ausmisten: Am Montag Abend das Regal im Keller, am Donnerstag das Bücherregal im Arbeitszimmer, am Samstag die Nische unter der Treppe, dann das Kinderzimmer, den Badschrank, die Garderobenkommode und den Kleiderschrank….

Alles beherzt wegwerfen oder weitergeben, auf was keiner der beiden folgenden Sätze zutrifft:

  • Ich brauche es wirklich (habe es im letzten Jahr gebraucht).
  • Ich hänge emotional stark daran, es bedeutet mir viel.

6. Bewegung ins Leben bringen

Eine von 18 Fasten-Ideen: Öfter mal spazieren gehen. Auf dem Bild geht ein Mann mit einem Kind aeine Wiese entlang.
Auch ein Spaziergang ist schon Bewegung, die gut tut

Wir alle bewegen uns zu wenig. Aber man muss nicht gleich jeden Tag eine Stunde joggen oder Yoga machen. (Obwohl natürlich auch das nicht schadet.)

Wie ich von meiner ehemaligen Kommilitonin Anne von Jack Pulse gelernt habe, ist es viel leichter, mit so genannten „Activity Hacks“ mehr Bewegung ins Leben zu bringen. Dabei geht es vor allem darum, weniger zu sitzen und sich nachhaltig kleine Bewegungsroutinen anzutrainieren.

Beispiele für Activity Hacks:

  • Beim Telefonieren nicht sitzen bleiben, sondern stehen oder herumgehen
  • Bei der Kaffeepause das Fenster öffnen, davor stehen und ein wenig bewusst atmen
  • Der Klassiker: Treppen steigen statt den Aufzug zu nehmen
  • Einen kleinen alltäglichen Weg, eine Bushaltestelle oder den ganzen Weg zur Arbeit laufen statt fahren
  • Beim Radfahren, Hundespaziergang oder beim Weg zum Einkauf/Auto einen kleinen Sprint einlegen
  • In der U-Bahn stehen statt sitzen
  • Nur einmal am Tag für 1-3 min ein kleines Bewegungsprogramm absolvieren, und wenn es nur ein paar Kniebeugen sind
  • Und ganz wichtig laut Anne: Sich mit etwas Schönem für die Extra-Bewegung belohnen!

(Man kann sich auch von Anne diesbezüglich beraten lassen oder ihren Online-Kurs buchen, der meines Wissens kostenlos ist).

7. Medienfasten

Die meisten Menschen sitzen sehr viel vor Bildschirmen, sei es der Fernseher, der Computer oder das Smartphone. Den Medienkonsum einzuschränken ist darum eine schöne Fasten-Idee. Man muss ja nicht komplett verzichten, sondern sollte sich machbare Ziele setzen. Zum Beispiel:

  • 3x pro Woche abends nicht fernsehen / nicht netflixen. Gar nicht fernsehen/Filme schauen ist natürlich auch eine Option 🙂
  • das Smartphone ab 20 Uhr nicht mehr anfassen
  • außer für die Arbeit und wichtige Pflichten (z.B. Online-Banking) den Computer nicht nutzen
  • Social-Media-Fasten: für ein paar Wochen Facebook, Instagram & Co. nicht aufmachen

8. Klima-Fasten: CO2 reduzieren

Jeder Mensch kann dazu beitragen, dass weniger Co2 in die Atmosphäre gelangt. Kleine Schritte zählen auch und sind viel besser als gar nichts zu tun.

So kann man im Alltag CO2 einsparen:

  • Weniger oder gar kein Fleisch essen
  • Keine Butter essen – Butter ist ein noch schlimmerer Klimasünder als Rindfleisch!
  • Regional und Bio einkaufen
  • keine Plastikverpackungen kaufen bzw. überhaupt Verpackungsmüll vermeiden
  • Lampen nicht unnötig brennen lassen
  • Elektrogeräte ganz ausschalten und nicht auf Standby lassen
  • Laufen oder Rad fahren statt das Auto nehmen
  • Bahn fahren statt fliegen
  • Herkömmliche Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzen
  • Etwas weniger heizen – schon 1°C kälter spart eine Menge CO2!
  • Wäscheleine oder Wäscheständer statt den Wäschetrockner benutzen
  • Endlich auf Ökostrom umsteigen! Ernsthaft!
  • Einen Baum pflanzen oder eine Baumpatenschaft abschließen, z.B. bei Äpfel und Konsorten, die Streuobstwiesen in Brandenburg retten
  • Geld oder (Arbeits-)Zeit an eine Organisation spenden, die sich für Klimaschutz einsetzt, zum Beispiel FridaysForFuture oder OroVerde

9. Geräusch-Fasten

Viele Menschen, besonders Großstädter, sind von viel zu vielen Geräuschen umgeben (Stichwort „Zivilisationslärm“). Es tut gut, mal für eine Weile Geräusche im Alltag zu reduzieren. Zum Beispiel so:

  • Radio, Fernseher und Musik ausschalten bzw. gar nicht erst einschalten
  • Besen statt Staubsauger benutzen
  • Rad statt Auto fahren und eine Strecke durch ruhige Straßen wählen
  • Wäscheständer statt Trockner nutzen
  • Laute Küchengeräte nicht benutzen, z.B. mit dem Messer hacken anstelle die Moulinette zu nehmen
  • Die Waschmaschine endlich mit einer geräuschdämmenden Unterlage (z.B. Gummimatte) am lauten Rumpeln hindern
  • Filzgleiter unter Stuhlbeinen und anderen Möbelbeinen anbringen
  • Wer es richtig ernst meint, kann sein Zuhause lärmschonender gestalten. Tipps und Tricks für mehr Lärmschutz im eigenen Zuhause findet Ihr zum Beispiel hier bei Homify.

10. Konsumfasten

Eine besonders wertvolle Fasten-Idee ist es, seinen Konsum für eine Weile einzuschränken bzw. bewusster zu konsumieren.

  • Nur kaufen, was Du/Ihr wirklich braucht. Das ist vermutlich sehr viel weniger, als Du normalerweise kaufen würdest.
  • Nicht auf „Preisschnäppchen“ und pseudo-reduzierte Produkte hereinfallen.

Ideen zum Konsumfasten

  • Für ein paar Wochen außer Lebensmitteln gar nichts kaufen
  • Nur nachhaltig/fair hergestellte Produkte kaufen
  • Nur Bio-Lebensmittel kaufen
  • Nur regional hergestellte Produkte kaufen
  • Nichts Neues kaufen, egal ob Möbel, Kleidung oder Haushaltswaren
  • Nichts beim bösen Amazon bestellen. (Der Link führt zu einem Interview der Frankfurter Rundschau mit dem Autor Johannes Brokers, der das Buch „Schnauze, Alexa“ über die dunklen Seiten des Verkaufsgiganten geschrieben hat.) Es gibt immer Alternativen zu Amazon, auch online. Bücher bekommt man zum Beispiel auch bei buecher.de
  • Nichts (oder so wenig wie möglich) online bestellen und damit den regionalen Einzelhandel stärken

11. Plastik-Fasten / Müll-Fasten

Wand mit Trockenfrüchten in einem Unverpackt-Laden - Plastikfasten ist auch eine meiner 18 Fasten-Ideen
In Unverpackt-Läden kann man verpackungsfrei einkaufen

Wir wissen alle, dass die Ozeane und anderen Gewässer voller Plastik-Müll sind. Und dass mittlerweile jeder Mensch Mikro-Plastik im Körper hat.

Was viele aber nicht wissen, ist, dass auch unser Plastik-Müll, den wir so brav in den gelben Sack stecken, nur zu einem Teil recycelt wird. Fast die Hälfte (!!) davon wird (ohne Witz!) verbrannt! Der Rest wird an arme Länder verkauft, wo der Müll ebenfalls verbrannt oder auf „Deponien“ gelagert wird (auch nicht gerade toll). Aber da schaut man dann nicht so genau hin… und so landet eine Menge aus unseren Gelben Säcken in den Weltmeeren.

Deshalb heißt die Devise: Plastik und anderen Verpackungsmüll vermeiden! Zum Beispiel so:

  • Nur Lebensmittel ohne Plastikverpackung kaufen. Stattdessen an der Frischetheke einkaufen und dafür eigene Gefäße mitbringen (geht mittlerweile sogar bei Kaufland!)
  • Immer Stoffbeutel verschiedener Größen für Obst, Gemüse und Brot dabei haben.
  • In Unverpackt-Läden einkaufen. Hier eine Liste von Unverpackt-Läden in Deutschland. Bei manchen kann man auch online bestellen.
  • Tipp: Auch die Waren aus dem Unverpackt-Laden (Nudeln, Hülsenfrüchte, Müslis…) kann man dort in Stoffbeutel füllen und erst zu Hause in Gläser umfüllen. Dann muss man nicht die sperrigen, schweren Gläser mitschleppen.
  • Weniger online bestellen. In fast jedem Paket steckt irgendein Plastikzeugs. Und in jedem Fall fällt eine Menge Verpackungsmüll an.

12. Raus an die Luft

Ich mit ausgebreiteten Armen vor dem Haus, Augen zu und Sonne im Gesicht
Draußen sein tut gut. Und wenn es nur zum Atmen ist.

Man kann sich in der Fastenzeit vornehmen, öfter rauszugehen. Zum Beispiel einmal am Tag einen Spaziergang machen, oder an jedem Wochenende einen Ausflug in die Natur unternehmen. Oder jeden Tag im Garten oder auf dem Balkon ein paar Minuten atmen und Vitamin D tanken.

13. Nein sagen

Viele Menschen können nur schlecht Nein sagen, wenn sie um etwas gebeten oder zu etwas aufgefordert werden. Manchmal führt das dazu, dass diese Menschen sich selbst überfordern. Das passiert dann, wenn sie übermäßig häufig Dinge für andere tun oder sehr oft Aufgaben in Gruppen übernehmen. Solche Menschen bitten selbst selten um Hilfe. Darum haben sie das Gefühl, dass immer alles an ihnen hängen bleibt, und dass sie mehr tun als andere.

Wenn Du zu diesen Menschen gehörst, könntest Du Dich in der Fastenzeit darin üben, das Wörtchen Nein öfter zu gebrauchen. Oder Du könntest Dich darin üben, selbst andere Menschen um Gefallen oder Hilfe zu bitten.

Frage Dich bei Aufforderungen, Wünschen und Bitten anderer immer

  • Passt das Gewünschte zu meinen Werten und Überzeugungen?
  • Schaffe ich das wirklich?
  • Tue ich das nur, um Harmonie herzustellen oder zu wahren?
  • Möchte ich das wirklich tun?
  • Muss ich das wirklich tun?
  • Bin ich wirklich „dran“?

All diese Aspekte können Dir dabei helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, wenn Du zum Beispiel eine e-mail bekommst, in der jemand gesucht wird, der einen Kuchen für den nächsten Vereinstreff backt.

14. Weniger machen

Frau liegt mit Wollsocken auf dem Sofa, neben sich Tee und Kekse. Auch Faulsein/Weniger machen ist eine schöne Fasten-Idee, besonders wenn man dazu neigt, sich immer zu viel vorzunehmen!
Faulsein ist wunderschön!

Viele Menschen machen immer zu viel. Wie wäre es, sich einmal weniger vorzunehmen? Weniger Verabredungen auszumachen, weniger Telefonate zu führen, weniger Unternehmungen zu planen?

Dahinter steckt die Idee, nicht den gesamten Tag mit Terminen vollzuknallen, sondern Raum zu lassen für Ruhe und Entspannung. Für ein paar Minuten am Fenster. Für ein Gespräch mit dem Partner auf dem Sofa. Für Lesen, bewusstes Musikhören oder eine kleine Meditation.

Es reicht schon aus, wenn man an den Wochenenden ein paar Stunden Raum für unverplante Zuhause-Zeit lässt. Die kann man dann nutzen für Vorlesen, Spielen oder für einen schönen Mittagsschlaf, für Kuscheln, gegenseitige Massage oder ein ausgiebiges Bad.

15. Mehr Schönes machen

Man darf sich ein schönes Leben gönnen. Wirklich!

Warum sich das Leben nicht schön machen? Und doch sind wir manchmal zu bequem, um eine Kerze anzuzünden oder ins Kino zu gehen.

Es ist zwar streng genommen kein Fasten (weil kein Verzicht), aber paradoxerweise fällt es manchen Menschen schwer, mehr Schönheit in ihr Leben zu lassen. Das kann man in der Fastenzeit wunderbar üben!

Ideen für mehr Schönheit im Leben

  • Kerzen anzünden. Zum Essen immer, aber warum nicht auch sonst?
  • Immer das „gute Geschirr“ verwenden
  • Die beste Bettwäsche aufziehen. Nicht immer, aber immer öfter.
  • Blumen kaufen und überall in der Wohnung aufstellen
  • In die Sauna gehen
  • Den Parter/die Partnerin ohne Grund leidenschaftlich küssen. Nur weil er/sie so lieb ist.
  • Laut Musik anstellen und im Wohnzimmer tanzen
  • in ein Restaurant essen gehen, das man schon lang mal ausprobieren wollte
  • zu Hause einen besonderen Cocktail mixen und das zusammen mit dem/der Liebsten zelebrieren
  • einen Jane-Austen-Film schauen
  • ins Kino / Theater / Tropenhaus / Botanischer Garten / Museum gehen
  • Alte Lieblingsmusik hören
  • Eine Wochenend-Reise planen
  • Heizdecken verwenden
  • Beim Kochen singen. Oder beim Duschen. Oder beim Aufräumen.
  • Kuchen backen – einfach mal so.
  • Den Sternenhimmel anschauen
  • Eine Liste anfangen, was man in seinem Leben gern noch erleben möchte
  • Alles aufschreiben, wofür man dankbar ist
  • Ins Café gehen und die beste Torte der Welt essen
  • Jemanden besuchen, den man lang nicht gesehen hat
  • Jemanden anrufen, den/die man lang nicht gesprochen hat
  • Die eigenen Träume aufschreiben
  • Alte Fotos anschauen
  • Einen Brief schreiben (handschriftlich)
  • Den ganzen Samstag lang binge-watchen (wer das Wort nicht kennt: das heißt, ganz viele Folgen der Lieblingsserie hintereinander weg anschauen)
  • Sex haben
  • Meditieren oder eine Fantasie-Reise machen. Auf YouTube findet man schöne Meditationen.

16. Gutes tun

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es, wusste schon Erich Kästner. Das kann man sich für die Fastenzeit hinter die Ohren schreiben und zum Beispiel Folgendes tun:

  • Müll sammeln gehen. Bzw. Müll aufheben, der im eignen Viertel / auf dem Weg zur Arbeit herumliegt.
  • Geld spenden – z.B. dem BUND, WWF, Greenpeace, einem Krisendienst, Brot für die Welt, Unicef, Plan International. Sinnvolle Spendenideen findet man auch in diesem Artikel auf utopia.de, oder auf betterplace.org
  • Dinge spenden: Spielsachen, Kleidung und anderes ausmisten und an eine wohltätige Organisation spenden. Aber bitte nur gute, ordentliche Dinge spenden, die wirklich noch gehen.
  • Bettlern oder Musikern etwas in den Hut werfen
  • die Obdachlosenzeitung kaufen
  • eine Patenschaft für ein Kind in einem armen Land übernehmen. Wir haben ein Patenkind bei der Organisation 22stars, dem wir den Schulbesuch bezahlen. Das Mädchen muss dadurch nicht mehr in einem Steinbruch arbeiten.
  • Freundlich sein und den Mitmenschen Gutes unterstellen.
  • Nicht lästern.
  • Jeden Tag jemanden zum Lächeln bringen.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln den eigenen Platz anbieten.
  • Jemandem Zeit schenken: Zuhören, etwas erklären oder beibringen, oder einfach zusammen spazieren gehen.
  • Auch für einfache Dinge bedanken.
  • Teilen, was man hat.
  • Blut spenden.
  • Höflich sein, besonders zu fremden Menschen.
  • Liebe zeigen.

17. Schlechte Angewohnheit(en) ablegen

Jeder Mensch hat schlechte Angewohnheiten. Warum nicht eine oder mehrere davon angehen und bis Ostern versuchen, sie abzulegen?

Schlechte Angewohnheiten können sein:

  • Andere unterbrechen.
  • Immer zu spät kommen.
  • Mit vollem Mund sprechen.
  • Die Kinder anschreien.
  • Die Kinder nicht in Ruhe machen lassen.
  • Zu oft Nein zu den Kindern zu sagen.
  • Den Partner anfauchen.
  • Nicht richtig zuhören.
  • Nicht aus dem Bett kommen.
  • Erst reden, dann denken.
  • Wegen Schüchternheit oder Angst tolle Sachen verpassen.
  • Immer die Hand am Handy…
  • Sich beschweren.
  • Sich wegen Kleinigkeiten aufregen.
  • Zu spät ins Bett gehen.
  • Mundhygiene vernachlässigen (oh je, Zahnreinigung beim Zahnarzt – aua…).
  • Wichtige Dinge aufschieben.
  • Etwas immer wieder tun, das den Partner/die Partnerin stört.

Hier ein interessanter Artikel, wie man schlechte Angewohnheiten nachhaltig ablegt. Denn so einfach ist das gar nicht.

18. Gute Angewohnheit(en) einführen

Statt schlechte Angewohnheiten aufzugeben, kann man auch gute Angewohnheiten einführen. Das können kleine oder große Dinge sein. An großen Dingen findet Ihr genügend Anregungen in den Punkten oben (Plastik vermeiden, CO2-Fußabdruck verbessern, Gutes tun,…)

Beispiele für kleine gute Angewohnheiten

  • den Partner/die Partnerin öfter küssen und/oder umarmen
  • jeden Tag ein Lied singen
  • Partner und Kinder weniger anmeckern
  • vor jedem Essen einen schönen Spruch/Zitat/Gedicht vorlesen
  • seinem Partner/Partnerin und den Kindern jeden Tag etwas Nettes sagen
  • Unglücklich Dreinschauenden und gestressten Müttern mit schreienden Kindern ein ermutigendes Lächeln schenken
  • Wirklich beim Weckerklingeln aufstehen
  • einmal in der Woche spazieren gehen
  • den 2. Morgenkaffee weglassen
  • wirklich alle drei Tage laufen gehen
  • mindestens 3x pro Woche das Rad statt das Auto nehmen
  • jeden Tag eine bestimmte Anzahl an „Activity Hacks“ durchführen (siehe oben unter 6. Bewegung ins Leben bringen)
  • jeden Tag einen Punkt von der imaginären Liste mit immer wieder aufgeschobenen ToDos abhaken
  • Mehr Zeit mit dem eigenen Tier verbringen.
  • Mehr Zeit mit den Kindern verbringen.
  • Den Partner/die Partnerin öfter massieren.
  • Das Gegenteil von dem tun, was unter „Schlechte Angewohnheiten“ aufgezählt ist.

Und nun zu mir – wie ich faste:

Meine Fastentradition: Leichtes Fasten

Ich begehe die Fastenzeit jedes Jahr. Aber ich faste nicht klassisch. Echtes Fasten bedeutet, dass man gar nichts isst, und nur Wasser, Tees und maximal verdünnte Fruchtsäfte trinkt. Leider darf ich das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, denn eine meiner chronischen Krankheiten erlaubt es nicht.

Mein Fasten-Prinzip

Ich faste immer unterschiedlich. Meistens habe ich schlicht auf Zucker, Alkohol, Fleisch oder Kaffee verzichtet. Letztes Jahr habe ich mich zur Fastenzeit streng nach Paleo ernährt (und habe meine Ernährung seitdem tatsächlich in Richtung Paleo umgestellt). Außerdem habe ich Intervallfasten ausprobiert – und bin dabei auch im Alltag geblieben. Sowohl was das Intervallfasten als auch die Paleo-Ernährung betrifft, versuche ich seit letztem Jahr möglichst, mich an die Regeln zu halten. Aber ich bin nicht superstreng dabei, sondern mache je nach Umständen Ausnahmen.

Wie ich dieses Jahr faste

Dieses Jahr mache ich in der Fastenzeit wieder streng Paleo und Intervallfasten, denn von beidem bin ich überzeugt, dass es mir sehr gut tut.

Paleo

Paleo geht ganz richtig davon aus, dass unser Körper ideal auf die Nahrung der Steinzeitmenschen, also der Jäger und Sammler, eingestellt ist. Die Ernährung mit vielen Kohlenhydraten (Getreide) und Milchprodukten gibt es in der Menschheitsgeschichte erst seit ca. 7000-10.000 Jahren, seitdem Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben. In dieser menschheitsgeschichtlich sehr kurzen Zeit konnte sich unser Körper nicht optimal an eine solche Ernährungsweise anpassen. Seit der industriellen Revolution und dem Aufkommen von Zucker und weißem Getreide hat sich das nochmal verschärft. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass so viele Menschen Gluten schlecht vertragen und fast alle Asiaten Laktose-intolerant sind.

Paleo bedeutet entgegen der landläufigen Annahme nicht, sich nur von Nüssen, Beeren, Pilzen, Wurzeln und Wild zu ernähren. Das „moderne Paleo“ erlaubt große Genüsse. Wer neugierig ist, stöbere mal in der umfangreichen Rezept-Datenbank auf paleo360!

In diesem Blogbeitrag habe ich letztes Jahr aufgeschrieben, warum ich mich für diese Form der Ernährung entschieden habe.

Paleo-Ernährung: Teller mit gebratenem grünem Spargel, Parmaschinken und pochiertem Ei
Paleo-Mahlzeit: Gebratener grüner Spargel, Parmaschinken und pochiertes Ei

In diesen Wochenend-Berichten aus der letzten Fastenzeit kannst Du nachlesen, wie es mir letztes Jahr dabei ging:

Und Du?

Hast Du unter meinen Ideen etwas gefunden, das Du umsetzen möchtest? Wenn Du weißt, ob und wie Du dieses Jahr fastest, freue ich mich über einen Kommentar!

Auch freue ich mich natürlich, wenn Du diesen Artikel teilst!

Deine Maike

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