Überflossen von lerchenlauter Juliluft: Wochenende in Bildern 27./28. Juli 2019

Hitzetrunkene Tage in der Natur haben wir an diesem Wochenende gehabt. Am Freitag sind die kleine Tochter und ich mit der Bahn fast 7 Stunden lang vom Geigenworkshop bei Kiel nach Nordbrandenburg zu unserem Landhaus unterwegs gewesen. Abends nach 20 Uhr fielen wir endlich dem zweiten Teil der Familie in die Arme.

Das Gedicht “Friede” von Christian Morgenstern beschreibt die hochsommerliche Stimmung in der Natur dieses Wochenendes sehr gut:

Friede

Wie weich sich Form und Farbe binden
In Sommermittags glühem Hauch: –
Das Dorf im Schatten alter Linden,
Ein rötlich Dach, ein Wölkchen Rauch;

Der Bergbach, dessen heitre Eile
Sich glitzernd durch die Wiese webt;
Der Straße laubverhüllte Zeile,
Die ahndevoll zur Ferne strebt;

Und all dies gütig eingeschlossen
Von hoher Felder Gold und Duft;
Und alles flimmernd überflossen
Von lerchenlauter Juliluft …

Ich schau des Herdrauchs fromme Kreise
Zum hohen Blau erblassend ziehn –
Und meine Seele füllen leise
Des Friedens süße Harmonien.

Christian Morgenstern

Samstag, den 27. Juli 2019

Am Donnerstag Abend haben wir den letzten Abend des Geigenworkshops feucht-fröhlich mit Grillen und Disco gefeiert. Am Freitag waren wir sehr lang unterwegs. Deswegen gehen wir nach der Ankunft im Landhaus am Freitag Abend früh ins Bett und wachen am Samstag erfrischt auf.

Weil eine anstrengende Woche vor uns liegt, genießen wir am Samstag den hochsommerlichen blauen Himmel, das Insektensummen und den trockenen Sommerduft rund um unser Haus. Und ich arbeite mal nicht.

Mein Mann hat einen Hocker vor die Blumen gestellt, in denen sich Hunderte von Insekten tummeln. “Insekten-TV” nennt er das. Als erstes kommt die kleine Tochter zum Gucken raus und staunt über die vielen Schmetterlinge, Bienen und Wespen in den Blumen.

Später schauen beide Mädchen “Insekten-TV” in der warmen Morgensonne.

Zwei Schmetterlinge auf den Disteln. Vor dem linken Schmetterlinge fliegt eine Biene fort.

Wilde Möhren vor dem Haus.

Waldspaziergang mit Mann und Hund, während die beiden Mädchen endlich wieder miteinander spielen können, nach einer Woche Trennung.

Mein Mann und die große Tochter haben in der Woche, in der die Kleine und ich beim Geigenworkshop waren, ein Mäusebussard-Nest im Wald entdeckt. Als wir uns nähern, fliegt der große Vogel lautstark quäkend davon. Um eventuelles Brüten nicht zu stören, gehen wir schnell und leise weiter.

Kleine Pfläumchen haben sich im Garten gebildet. Ich freue mich darauf, daraus Pflaumenkuchen zu backen, wenn sie reif sind.

Die Große möchte was Kulinarisches zaubern. Ich schlage vor, einen Apfel als Trinkgefäß auszuhöhlen. Sie ist begeistert und macht sich eifrig an die Arbeit.

Sie tut Orangensaft hinein und findet ihren “Cocktail” total super.

Ich probiere ein Rezept für den Hans Natur Blog aus, einen sommerlichen Babybrei für heiße Tage aus Bananen und Himbeeren, verziert mit frischer Melisse (die man, hat man einen Mixer, natürlich auch in den Brei mixen kann). Der Brei besteht die Naschprobe meiner Töchter mit Bravour – er wird komplett aufgeschleckt.

Mein Mann schmeißt die Feuerschale an und grillt Reste, die von einem Besuch übrig geblieben sind.

Während die Kohlen anglühen, spiele ich meinem Mann etwas auf der Geige vor. Ich habe mir kürzlich auch eine Geige besorgt (= hier bei Berndt & Marx in Chemnitz ausgeliehen). Beim Workshop in den letzten Tagen haben mir ein paar entzückende kleine Kinder Unterricht gegeben und mir die ersten Schritte und kleinen Stücke beigebracht. Es macht großen Spaß, hier draußen in der Sommerwärme zu spielen.

Dann versuche ich, diese rote Libelle fotografisch einzufangen. Ich weiß nicht, was das für eine Art ist; mein Mann sagt “Das ist eine Drahtzaun-Libelle”, weil sie sich immer wieder auf dem Draht niederlässt. Inzwischen habe ich gegoogelt, es ist ein Männchen der Blutroten Heidelibelle.

Mein Mann und ich sitzen auf der Hollywoodschaukel an der Feuerstelle und genießen die Sommerwärme, den Juli-Himmel und ein Glas kühlen Cabernet Sauvignon. Wir sitzen da träge in der Sonne, erzählen uns gegenseitig alle Details der vergangenen Woche und genießen es, wieder zusammen zu sein.

Dem Hund ist heiß. Er sucht den Schatten. Er ist ja nur so klein wie eine Katze. Bevor wir den Hund angeschafft haben (eigentlich der Kinder wegen), konnte ich nie verstehen, dass man Hunde wirklich so richtig süß finden kann. Aber unseren kleinen Oskar finde ich mega-süß und bin sein größter Fan (nun, nach den Kindern und meinem Mann wahrscheinlich :). Er ist so lieb, so geduldig und ein echtes lebendes Kuscheltier. Sein Fell ist so flauschig weich, und er macht einfach alles mit. Mein Mann und ich scherzen immer à la Homer Simpson: “Hach, Oskar – er gibt so viel und verlangt so wenig!” (Das sagt Homer Simpson eigentlich über das Fernsehen :-))

Vorlesen am Nachmittag vor der Haustür.

Die große Tochter hat sich aus einer Sperrholzplatte ein Spiel-iPad gebastelt. Und die Apps unfassbar detailliert aufgezeichnet. Sie schaut auf unseren Handys offensichtlich sehr gut hin. Man bemerke das “WELAN” in der linken oberen Ecke. <3

Ein wunderschöner Sonnenuntergang am Abend.

Sonntag, der 28. Juli 2019

Frühstück im Garten. Hinter uns tummeln sich die Schmetterlinge.

Heute ist wieder herrliches Sommerwetter.

Der Vorgarten sieht schon fast spätsommerlich aus.

Wir machen heute das Haus für Freunde zurecht, die hier die letzte Berliner Ferienwoche verbringen. Mein Mann und ich räumen und putzen, während die Kinder drinnen und draußen spielen.

Die kleine Tochter hilft mir beim Blumenpflücken am Waldrand. Wir wollen den Freunden schöne Sträuße in die Zimmer stellen.

Ins Esszimmer kommt ein Strauß aus Rainfarn, wilden Möhren und Espenlaub.

Ins Bad stellen wir ein kleines Sträußchen aus gemischten Wiesenblumen in Weiß und Blau.

Nach dem Mittagessen fahren wir los nach Berlin, um nicht in den krassen Rückreiseverkehr zu geraten, der für heute angesagt ist. Tschüs, Landhaus, bis in vier Wochen! Die nächsten Wochenenden sind wir an Berlin gebunden, wegen Schulbeginn, Einschulung der kleinen Tochter, Taufe meines Patenkindes und anderer Termine. Erst am 24. August werden wir wieder hier sein können.

Im Berliner Garten sind an einem Strauch diese herrlichen Blüten aufgeblüht.

Und es tummeln sich immer noch viele Hummeln an Blumen und Kräutern.

Mit Auspacken, Einrichten in Berlin, einem Rundgang im Wohnareal und last but not least einem Spaziergang durch den Mauerpark geht unser letztes Juli-Wochenende zu Ende.

Im Mauerpark stellen wir mal wieder erfreut fest, dass es von unserer stillen grünen Idylle mit Gärtchen nur 5 Minuten zu Fuß in den trubeligen Mauerpark sind, wo das urbane Leben tobt.

Als wir an den Tanzenden und Trommelnden vorbeigehen, sagt mein Mann treffend: “Trommeln und Tanzen geht seit Jahrtausenden.” Und so ist es, ganz augenscheinlich.

Buntes Menschenvolk tanzt zu alternativen Musikern im Mauerpark
Tanzende im Mauerpark
Trommelnde im Mauerpark
Junge Frau macht Yoga-Übung in schwarzer Hose im Mauerpark Berlin
Yoga-Dance zu lauten Rhythmen
Junge Frau mit Percings und Tattoos legt anderer junger Frau Tarnt-Karten auf dem Grasboden des Mauerparks Berlin
Hier kann man sich Tarot-Karten legen lassen.

Vor uns liegt die letzte Berliner Ferienwoche, in der sowohl mein Mann als auch ich viel arbeiten müssen und uns straff aufteilen müssen, was die Kinderbetreuung betrifft. Ich habe sehr viel zu tun; ich könnte eigentlich locker jeden Tag 8 Stunden ohne Pause wegarbeiten. Aber das wird mit den Kindern zu Hause wohl nicht gehen. Ich muss gestehen, ich freue mich auf die Zeit in zwei Wochen, in der auch die Kleine zur Schule gehen wird und ich wieder ein paar Stunden echte Autonomie und Arbeitszeit für mich habe.

Habt Ihr die Wärme gut überstanden? Habt Ihr sie genossen oder drunter gelitten?

Jedenfalls wünsche ich Euch eine gute nächste Woche mit angenehmen Temperaturen!

Eure Maike

Weitere Wochenenden in Bildern finden sich hier auf dem Berliner Familienblog Große Köpfe.

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