Aus meinem Leben Wochenende in Bildern

Wasche in der blauen Flut Dich gesund: Wochenende in Bildern 13./14. Juni 2026 (Überlingen/Bodensee)

Seit Mittwoch bin ich bei einer Fastenkur in Überlingen am Bodensee. Ich möchte die schwere Zeit der Jahre 2024/2025 hinter mir lassen. Seit ein paar Monaten geht es mir ja wieder sehr gut; unsere Krise ist überstanden, und nun geht es gefühlt in eine sonnenhelle Zukunft.

Sonnenhell ist auch diese herrliche Jahreszeit. Der Mai und der Juni sind ja die strahlendsten Monate des Jahres – voller Wuchskraft, Energie, Licht und Leben. Das passt gut zu meiner Fastenkur. Denn die soll mir noch mehr Lebenskraft und Energie geben, als ich aktuell schon habe.

Der Bodensee und seine Ufer sind ja ein gesegnetes Stück Erde. Ich habe einen Teil meiner Jugend hier verbracht (ich war hier im Internat) und liebe diese Gegend sehr.

Die Klinik, in der ich bin, ist zudem kompetent mit dem Thema Fasten und meiner chronischen Krankheit, mit der man eigentlich nicht fasten soll. Es geht aber doch – und diese Klinik beweist es seit vielen Jahren. Ich bin froh, dass ich hier in guter Obhut fasten kann. Mein fasten beginnt am Mittwoch, denn zuerst wollten die Ärzt*innen hier den Status meiner Krankheit erkunden, um mich beim Fasten gut begleiten zu können.

Also darf ich noch ein paar Tage das absolut KÖSTLICHE Essen hier genießen. Hier kocht ein Bio-Spitzenkoch, ausschließlich Vollwert-Küche mit frischen Demeter- und Bio-Zutaten. Jede Mahlzeit ist auf Gourmet-Niveau, wohlschmeckend und wunderschön angerichtet. Insofern bin ich nicht sauer, dass ich hier eine Woche lang essen „muss“. Jede Mahlzeit ist ein Hochgenuss. Und man verzehrt dabei nur 1200 Kalorien am Tag. Hier sind nämlich auch viele Menschen, die abnehmen wollen oder müssen, um gesund zu bleiben.

So, jetzt aber los mit dem Gedicht, aus dem wie immer der Titelsatz dieses Beitrags stammt.

Am See
Luise Büchner (1821 – 1877)

Leise wie ein Traumgesicht
Hält Erinn′rung mich umfangen,
Leise, wie die Morgenluft
Mir umspielet Stirn und Wangen.

Und der klare, blaue See
Blickt mich an wie Menschenaugen,
Daß ich möchte tief hinab
Mich in seine Fluten tauchen.

Und der Alpenspitzen Glanz
Blickt mich an wie Menschenherzen,
Die so schroff und eisig kalt
Lohnen dem mit tausend Schmerzen,

Der sich ihnen froh genaht,
Da im ros′gen Alpenglühen
Sie, von fremdem Licht umstrahlt,
Schienen lebenswarm zu blühen.

O, Erinn′rung! flieh′ hinweg
Von den falschen Alpenhöhen
Wasche in der blauen Flut
Dich gesund von allen Wehen!

Such′ in ihrem feuchten Glanz
Jener Augen treue Klarheit,
Die du frei noch lieben kannst,
Und die stets dir blickten Wahrheit!

Samstag, der 13. Juni 2026

Für mich startet der Tag mit einem Melissen-Vollbad, das mir in der Bäderabteilung der Klinik verabreicht wird. Es duftet und ich entspanne mich – was mir ja oft schwer fällt. Danach drehe ich ein paar Runden im Kneippbecken und hänge 10 Minuten Sport dran, um wieder warm zu werden.

Nach dem Frühstück (köstliches Müsli und Vollkornbrötchen mit hausgemachtem Aufstrich) ist Nordic Walking angesagt. Wir wandern eine herrliche Strecke auf der Anhöhe, westlich von Überlingen, immer mit Blick auf den See.
Von der Anhöhe überblickt man einen großen Teil des Bodensees, der sich hinten im Horizont verliert.
Zum Mittagessen gibt es einen großen gemischten Salatteller, dann eine vegetarisch gefüllte Paprika mit Kürbis-Kartoffelpüree und Kräutersauce und zum Nachtisch Johannisbeer-Sorbet. Wir werden hier wirklich verwöhnt.
In der Mittagspause gehe ich in Überlingen etwas einkaufen. Die Seepromenade ist belebt. Bei dem wunderschönen Sommerwetter machen viele Leute Fotos.
Es ist relativ windig. Dieses Boot hat Schwierigkeiten, den Hafen zu verlassen.
Später steht eine Wanderung in der Gruppe an. Wir wandern zu einer Gletschermühle, d.h. einem Loch, einem runden Loch im Boden, das von einem Strudel von schmelzendem Gletscherwasser nach der Eiszeit ausgehöhlt wurde. Ich kenne die Gletschermühle, denn sie befindet sich unterhalb des „Spetzgarts“, wo die Oberstufe meines Internats war.
Nach der Wanderung gehe ich im Schwimmbad der Klinik schwimmen, und dann gibt es Abendessen: wieder ein großer Salatteller mit verschiedenen Sorten Salat, und danach diese Gemüse-Frischkäse-Quiche mit Vollkornteig.

Sonntag, der 14.6.2026

Ich wache schon um 5:00 Uhr auf. Es ist ein herrlicher, herrlicher Morgen. Die Vögel zwitschern, und draußen ist es ganz still. Ich hab mir gestern vorgenommen, heute noch vor dem Frühstück im Bodensee zu schwimmen. Ich laufe eine halbe Stunde zu einer Badestelle in Überlingen-Goldbach. Der Weg ist wunderschön; ich komme an mehreren großen Linden vorbei, und in diesen summen Tausende von Bienen. Außer mir ist kein Mensch unterwegs. Ich habe diesen schönen Morgen ganz für mich allein, zusammen mit der Morgensonne und den vielen Blumen, die am Wegesrand wachsen.
Hier gehe ich ins Wasser, das mir extrem kalt vorkommt. Mir wurde gesagt, es habe 17 °C. Es kommt mir erheblich kälter vor, und die ersten Schwimmzüge halte ich nur aus, indem ich aufgeregt vor mich hinbrabbele. Nach 2 Minuten hab ich mich aber dran gewöhnt und schwimme mit prickelndem Körper 20 Minuten durchs vollkommen ruhige Wasser. Während ich schwimme, kommt die Sonne hinterm Berg hervor und glitzert mir ins Gesicht. Noch immer ist alles ganz still, nicht mal Autos sind zu hören. Ich fühle mich gesegnet und bin sehr glücklich.
Mein Rückweg führt mich durch diesen Hohlweg. Diesen Weg haben Menschen in den Felsen geschlagen, um das Ufer mit den dahinterliegenden Ortschaften zu verbinden. Hier lief einmal ein wichtiger Handelsweg lang. Weil die hohen Felsen direkt am Ufer waren, musste der Weg mitten durch sie durchführen.
Weiter hinten im Hohlweg.
Und noch ein Stück weiter.
Nach dem Frühstück ist wieder Nordic Walking angesagt. Wir wandern heute durch den Uferpark in Überlingen, der anlässlich der Landesgartenschau 2021 angelegt wurde. Das Wetter ist herrlich; es hat um die 25 °C, und die Sonne scheint von einem stahlblauen Himmel. Hier eine der Linden bei der Klinik. Auch hier surren die Bienen.
Rosen im Stadtgarten Überlingen, wo wir mit der Nordic Walking-Gruppe vorbeikommen.
Zum Mittagessen gibt es Saiblingsfilet mit Zitronenschaumsoße, Wurzelgemüse und Kräuterkartoffeln, und zum Nachtisch Mangosorbet mit Erdbeeren und gerösteten Kokosflocken. Alles im Haus frisch gekocht. Vorher wie immer ein großer Salatteller.
Nach einer kleinen Mittagspause gehe ich alleine wandern. Ich möchte zu meinem ehemaligen Schulgelände laufen und mir auch den neuen Campus in der Nähe der Klinik anschauen, den ich noch gar nicht kenne. Er wurde nach meiner Zeit gebaut. Ich laufe von Goldbach aus durch den Spetzgarter Tobel. Das ist eine tiefe waldige Schlucht, durch die ein kleines Bächlein fließt. Die Hänge der Schlucht fallen steil ab; ich liebe diesen Ort so sehr. Der Wald ist so kühl und grün, überall steht Schachtelhalm und sogar noch Bärlauch. Die Insekten surren und hach, es ist so eine wunderbare Jahreszeit!
Das ist meine ehemalige Schule bzw. damals deren Oberstufe (heute ist dort die Mittelstufe untergebracht). Schloss Spetzgart. Ein total magischer Ort, umgeben von der schönsten Natur und mit Blick auf den See. Ich wechsle ein paar Worte mit zwei Schüler*innen beim Clubhaus und schaue auch bei dem Haus vorbei, wo ich in der 13. Klasse mein Zimmer hatte. Dort wohnt jetzt eine Haustutorin mit ihrer Familie. Wir quatschen ein bisschen, und sie schickt mich mit guten Wünschen wieder auf den Weg.
Dieser steile Hügel (die Hödinger Höhe) befindet sich neben der Schule. Ich steige hoch. Als ich mich oben umdrehe, haut mich der grandiose Ausblick auf den Bodensee wieder mal komplett aus den Socken.
So ein toller Blick. Im Hintergrund sieht man die Schweizer Alpen mit dem Säntis.
Weiter rechts der Überlinger See mit den Segelbooten. So nennt sich der Teil des Bodensees bei Überlingen.
Ich steige durch den zweiten, noch verwunscheneren Teil des Spetzgarter Tobels wieder ab in Richtung Überlingen und quere den neuen Campus meiner ehem. Schule. Gefällt mir nicht halb so gut wie Spetzgart. Aber dort fällt mir mein eigener Schatten auf.
Am Abend färbt sich der Himmel orange, rosa und lila.

Ich bin jetzt noch zwei Wochen hier in Überlingen und freue mich aufs Heilfasten. Natürlich ist es in den ersten Tagen wahrscheinlich nicht so angenehm. Letztes Jahr war mir beim Fasten ja ein paar Tage lang furchtbar schlecht. Aber ich fühle mich hier sehr gut betreut. Das Ärzteteam ist mega kompetent, insbesondere, was meine Krankheit betrifft. Ich fühle mich hier in den besten Händen. Im Moment ist geplant, dass ich zehn Tage lang faste. Ich bin gespannt, ob das klappt – es ist eben nicht ganz einfach mit meiner Krankheit.

Meine lieben Leserinnen, drückt mir die Daumen fürs Fasten und habt eine wundervolle Juniwoche. In meinem Beitrag zum Juni im Jahreskreis findet ihr ganz viele Ideen, wie ihr die Energie und den Geist der Jahreszeit in euren Alltag holen könnt. Mit ganz vielen Ideen auch, wie man den 21. Juni, die Sommersonnenwende/Mittsommer, begehen kann.

Eure Maike

Das Wochenende in Bildern ist wie immer verlinkt bei dem Berliner Familien-Blog Große Köpfe.

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