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Vorfrühling: März bis Mitte April

Im Vorfrühling taut die Erde langsam auf und macht sich für die Wuchskraft bereit. Man muss Anfang März manchmal noch ein bisschen suchen, um den kommenden Frühling wahrzunehmen: die ersten Blümchen, die sich durch die noch harte Erde schieben, die Weidenkätzchen, die plötzlich silbrig leuchten, die Amseln und Meisen, die am Morgen wieder ihre Stimme erheben.

Es ist durchaus noch kalt, der Wind beißt noch, aber das Licht – das Licht ist zurück!

Das zögernde Erwachen

Die Natur macht es vor: Es darf sich jetzt regen, aber es tritt noch nicht mit Wucht hervor. Die Bäume sind noch kahl, aber die Pflanzensäfte werden schon wieder aus den Wurzeln nach oben in die Äste und Zweige gezogen. Die Knospen an den Bäumen und Büschen sind schon prall, aber noch verschlossen. Man spürt, dass sich etwas sammelt, dass Kraft aufgebaut wird, bevor diese sich ab Anfang/Mitte April entladen wird.

Unter der Erde ist seit Wochen schon Treiben im Gange. Die Samen keimen langsam aus; bilden zuerst Wurzeln und dann Triebe. Die Schneeglöckchen und Winterlinge sind die ersten Boten, dann folgen Krokusse, Märzenbecher, erste Narzissen. Und der Frühlingswind: An manchen Tagen ist er noch scharf und eisig, an anderen wiederum ist er weich und mild und scheint das Gefühl von Süden vor sich herzutragen.

Das ist die eigentümliche Qualität dieser Wochen: nicht mehr Winter, noch nicht Frühling. Ein Dazwischen, das endlich erste Farbtupfer im Braun und Grau erkennen lässt.

Das Licht als erste Botschaft

Ach ja, das Licht. Schon seit Mitte Februar merkt man es: Die Tage sind jetzt wieder spürbar länger. Das Licht hat jetzt eine einzigartige silbrige, frische, klare und absolut schon wärmende Qualität.

In diesem Licht kann man direkt spüren, dass es wieder aufwärts geht, dass der Frühling kommt. Es erinnert auch daran, dass draußen die Welt auf uns wartet. Es lockt uns aus der Stube hinaus, auch wenn wir manchmal noch Schal und Mütze brauchen.

Was in uns keimte, zeigt sich

Die Stille des Januars und das Warten im Februar war wichtig und richtig. Was du im Winter in dir bewegt hast, beginnt jetzt, sich zu zeigen.

Der Vorfrühling lädt uns ein, diesen Impulsen zu trauen. Den Kopf zu heben, hinaus zu schauen, in uns hinein zu spüren: Ja, da ist etwas. Das will ich weiterdenken, weiterfühlen, weiterführen.

Nun ist die Zeit der ersten Schritte, der kleinen Bewegungen in Richtung dessen, was uns wichtig ist.

Draußen sein

Jetzt ist jetzt ein besonders guter Moment, um hinauszugehen und wirklich zu schauen. Ein Spaziergang im März und in der ersten Aprilhälfte ist anders als im Mai: Man sieht noch die Erde selbst. Man sieht die Struktur, das Gerüst, auf dem sich bald alles entfalten wird.

Beobachte die Knospen und Blüten an Haselnuss und Weide. Hör der Amsel zu, die jetzt täglich mehr in Übung kommt. Schau, wo die ersten Insekten auftauchen – die ersten Hummeln und Schmetterlinge suchen jetzt nach Nahrung, noch etwas langsam und taumelnd, aber sie sind da. So schön.

Was du jetzt tun kannst, um die Energie des Vorfrühlings aufzunehmen

Rausgehen, so oft es geht – auch wenn es noch kalt ist. Gerade der Wind, die klare Luft, der harte Boden unter den Füßen: Das weckt etwas in uns. Und nur draußen merken wir, dass sich schon etwas in Richtung Frühling tut.

Eine meiner 23 Fasten-Ideen umsetzen – da ist wirklich für jede*n was dabei. Die Ideen reichen von „Auf den Hunger warten“ über Genussmittel-Fasten bis hin zu Klima- oder Plastikfasten. Man kann alles ganz klein und auch groß angehen. Schau mal rein.

Die ersten Boten der Saison willkommen heißen – Krokusse auf dem Fensterbrett, ein Strauss Weidenkätzchen, erste Zweige in der Vase, die man im warmen Zimmer zum Austreiben bringt.

Den Jahreszeitentisch umgestalten – vielleicht mit einer Mutter Erde und Sprösslingen, oder mit kleinen Blütenpüppchen aus Holzfiguren, oder mit diesen absolut echt aussehenden Schneeglöckchen aus Papier, mit ersten Blüten, etwas Grün, lichteren Farben. Hier findest du viele Anregungen für den vorfrühlingshaften Jahreszeitentisch.

Tauche in die Energien der Jahreszeit ein hier ein schöner Artikel zu den Energien des März, hier ein Beitrag zum April.

Den eigenen Ideen nachgehen – jetzt ist ein guter Moment, um die ersten Schritte bei einem Plan zu gehen, der im Winter aufgestiegen ist, oder eine innere Entwicklung stärker nach außen zu bringen, ins Leben, in die Tat, in neue Handlungsmuster.

Bewusst das Licht genießen – morgens, abends, wann immer die Sonne sich zeigt. Stell dich einfach kurz hinein. Es tut voll gut.

Der Frühling kommt – aber er lässt sich Zeit

Ab Mitte April wird alles anders. Die Natur wird explodieren, in einem schier unglaublichen Tempo wird alles gleichzeitig grün. Aber jetzt dürfen wir noch in diesem Zwischenraum verweilen, der für die Natur sein muss, auch wenn wir uns schon nach dem vollen Aufbruch sehnen.

Ich freue mich sehr auf den Frühling und bin nicht der größte Fan dieser „graubraunen Zwischenzeit“. Nicht umsonst liegt ja in diesen Wochen die Fastenzeit. Diese begehe ich jedes Jahr, denn die geistigen Impulse, die das Fasten mir schenkt, und die Wohltaten, die mein Körper und mein ganzes System dadurch erfährt, tun mir gut, bevor der wahre, bunte, überschäumende Frühling kommt.

Auf Instagram bin ich @feinslieb_jahreskreis – dort teile ich Naturbeobachtungen, saisonale Impulse und Einblicke in unser Leben in Berlin und auf dem Land. Schau gern vorbei, ich freue mich über jedes Gesicht, das dort auftaucht.

Es dauert nicht mehr lang, dann kommt der Frühling mit Saus und Braus!

Deine Maike

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