Es geht der Menschen keiner: Wochenende in Bildern 15./16. Januar 2022

An diesem schneelosen Januar-Wochenende waren wir auf dem Land. Es war diesig, neblig, lautlos draußen. Es war ganz still, kein Mensch war unterwegs. Samstag und Sonntag waren in ihrer grauen Wolkenverhangenheit Tage, an denen es schwer fiel, draußen etwas Schönes zu fotografieren. Dafür hatten wir in den Nächten prächtige Sternenhimmel und einen Fast-Vollmond, der die Dunkelheit vertrieb.

Für mich passt darum dieses Gedicht von Hölderlin gut, auch wenn in der ersten Zeile von Schnee die Rede ist und allgemein vom nahenden Frühling, den man bei uns noch nicht spüren konnte. Ich suche ja immer nach Wintergedichten, die NICHT vom Schnee handeln. Denn heutzutage und in unseren Breiten besteht der Winter ja zu mindestens 90% aus schneefreien Tagen. Aber solche Gedichte sind kaum zu finden. Und wenn, dann handeln sie von Jägern oder Krieg.

Freitag, der 14. Januar 2022

Weil es so einen herrlichen Himmel gab, als wir am Freitag auf dem Land ankamen, zeig ich die Bilder hier auch:

Die Wolken haben glänzende goldene Ränder.

Der Himmel spiegelt sich in den Sielen auf den Kuhweiden.

Der Mond steht über dem durchsichtigen Wald.

Abenddämmerung über dem Grundstück.

Ins Haus kommen, wenn drinnen schon die Öfen bullern, ist immer toll.

Samstag, der 15. Januar 2022

Der Tag startet mit Harry Potter vor dem Ofen. Die kleine Tochter ist nun im Harry-Potter-Fieber, also lesen wir alle Bände nochmal vor. Alle trinken Tee; es ist einfach saugemütlich.

Spaziergang mit den Hunden. Draußen ist es neblig und grau.

Die große Wiese gegenüber vom Haus ist mit Raureif bedeckt, der unter den Füßen knirscht.

Der kleine Hund auf eingefrorenen Blättern.

An unserem jungen Apfelbaum: Sprossen in Eis, die auf den Frühling warten.

Schnell wieder rein und endlich den Weihnachtsbaum abschmücken.

Die Töchter sortieren den Weihnachtsbaumschmuck ordentlich in die alte Kiste.

Mein Mann stutzt dem großen Hund nochmal das Fell.

Ich bereite das Mittagessen vor. Es gibt marinierten Rosenkohl.

Die halbierten Röschen baden mit Zwiebelringen für zwei Stunden in einer Marinade aus frisch gepresstem Zitronen- und Orangensaft, Knoblauch, Chili, Zitronenschale und Olivenöl. Die Säure setzt den Garprozess in Gang. Dann muss man nicht so lang backen.

Die Kinder wollen das Wohnzimmer umräumen. Das Sofa soll schräg in die Ecke gestellt werden. Sie verrücken die Möbel mit vereinten Kräften.

(Wegen der Hunde trägt unser Sofa eine Decke).

Wir stapeln Holz, das seit kurz vor Weihnachten draußen auf einem Haufen liegt. Wir stapeln heute ungefähr drei Schüttraummeter Holz. Die Kinder haben keine Lust und wollen nach 20 Minuten aufhören. Sie lassen sich aber verleiten, weiter zu machen, als ich sage: Für 30 Scheite stapeln gibt es 50 Cent. Da kommt wieder Feuereifer auf – sie zählen live mit und bekommen dabei richtig gute Laune.

Beide bekommen dann Lust, Holz zu spalten. Wir brauchen schmale Scheite zum Anfeuern. Sie kriegen es richtig gut hin und wechseln sich mit dem Beil ab.

Bis der kleine Korb voll ist. Ich muss gestehen, es beruhigt mich irgendwie, dass unsere Kinder so grundlegende Kulturtechniken wie Holzfeuer entzünden und Holz spalten beherrschen.

Später klettern sie draußen auf alle bekletterbaren Bäume.

Für diesen Aufstieg holen sie sich Hilfe von der Leiter.

Kleines Feuer: Wir verbrennen den Adventskranz und die Tannenzweige in der Feuerschale.

Auch mit dem Fahrrad kann man sich auf dem Grundstück bewegen, wenn man sich bemüht. 😀

Nach Mittagessen und Mittagsschlaf dämmert es schon fast. Die kleine Tochter und ich gehen nochmal eine Runde mit den Hunden über die Wiesen und in den Wald. DasWetter ist so richtig langweilig, als wolle es gar nichts aussagen. Die Natur ist jetzt so richtig zur Ruhe gekommen, es tut sich rein gar nichts.

Die große Tochter übt Gitarre.

Zum Abendessen gibt’s Tortilla und Hummus mit Frühlingszwiebeln, Petersilie und frischem Koriander. Mjammi.

Später schauen die Kinder einen Film: Baymaxx. Beide Töchter mögen diesen Film sehr.

Die Kinder gehen früh ins Bett, mein Mann und ich genießen unsere „Elternzeit“.

Sonntag, der 16. Januar 2022

Wir haben das Sofa im Wohnzimmer ausgezogen und fangen den Tag wieder mit Tee und Harry Potter-Vorlesen an.

Nach dem Frühstück nehme ich ein Lavendel-Bad und höre dabei eine schöne Meditation.

Und ein bisschen stricken, während die Kinder lesen und spielen.

Wir alle gehen raus aufs Grundstück, denn hier gibt’s auch im Januar was zu tun. Mein Mann beschneidet ein paar Sträucher, Hecken und Bäume, damit sie wieder schön austreiben und besser wachsen können.

Die Kinder und ich graben gemeinsam diese Wurzel aus.

Wir sind zu dritt gut eine Stunde beschäftigt, bis die Wurzel aus dem Boden ist. Man muss ganz schön viel Erde ausheben, bis man unter die Wurzel kommt, um sie freizulegen.

Das im dicken gelben Pulli bin ich.

Noch geht die Wurzel nicht heraus. Wir müssen noch weiter graben und hacken.

Endlich ist sie heraus. Sie sieht auf dem Foto viel kleiner aus, als sie war.

Die Kinder finden eine Blindschleiche, die sich ganz langsam kringelt. Sie ist offensichtlich in Winterstarre. Wir fassen sie nicht an, sondern decken sie mit Blättern und ein wenig Moos zu.

Die Kinder markieren die Stelle mit Stöckchen. Nach der Form der Stöckchen taufen wir die Blindschleiche „Hashtag“ 🙂

Nach der Gartenarbeit sind wir gut erschöpft und freuen uns am Mittagessen – Reste vom Weihnachtsessen und zum Nachtisch Bananenmilch. Und dann Mittagsschlaf.

Und dann geht’s schon wieder nach Hause nach Berlin.

Die neue Woche startet glücklicherweise anders als wir noch vor vier Tagen dachten. Die kleine Tochter war ja am Mittwoch in der Schule im Schnelltest positiv auf Covid-19 getestet worden. Wir befürchteten schon Quarantäne für uns alle. Aber juhu, der PCR-Test war dann negativ. Da war der Schnelltest wohl auf Erkältungsviren angesprungen.

In zwei Wochen wollen wir in den Urlaub fahren und brauchen dafür alle einen negativen PCR-Test. Wir hoffen wirklich, dass keine*r von uns sich bis dahin noch ansteckt. Man hat ja den Eindruck, die halbe Welt hat plötzlich Corona. Auch dreifach Geimpfte (wie wir), auch wenn deren Verlauf dann meist kurz und schmerzlos ist.

Ich hoffe, Ihr bleibt verschont oder habt leichte Verläufe. Drückt uns die Daumen, dass der Urlaub nicht ins Wasser fällt. Ich brauche ihn so dringend.

Habt alle eine gute Woche, meine lieben Leser*innen! Und schreibt mir doch gern einen Kommentar, ich lese sie so gern und freue mich immer, wenn ich etwas von der anderen Seite des Bildschirms höre. Ich kenne Euch ja zum Großteil gar nicht.

Alles Liebe, viel Kraft für die kommende Woche,

Deine Maike

Mehr Wochenenden in Bildern finden sich hier, bei dem tollen Familienblog Große Köpfe.

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Maike,
    wir lesen auch gerade Harry Potter (vor), sind gerade im zweiten Band. Meine Tochter möchte so gerne mehr als den ersten Film sehen, aber ich fand, sie sollte zuerst die Bücher kennen.
    Dann würde ich mich sehr gerne zum Essen einladen, weil das aber nicht geht, habe ich den Rosenkohl einfach nachgekocht. Der heißt in Österreich übrigens Kohlsprossen, was ich auch einen schönen Namen finde!
    Wir sind gerade für die Osterferien auf der Suche nach einem Reiseziel und Sizilien steht ganz oben auf der Liste.
    Liebe Grüße aus Wien!

    • Liebe Elisabeth, ich hoffe, die Kohlsprossen (ja, schöner Name, denn sie sprießen ja wirklich aus einem Stamm hervor!) haben gut geschmeckt. Ich freue mich total, wenn Leute sich inspirieren lassen, Rezepte von mir nachzukochen.
      Wir lesen auch immer zuerst die Bücher, wenn die Kinder Verfilmungen ansehen wollen. Bei Harry Potter haben wir das natürlich auch gemacht. Jetzt lesen wir die Bücher noch einmal, weil auch die große Tochter, die alle Filme kennt (die Kleine noch nicht), die Bücher auch besser findet als die Filme. Einfach, weil da mehr Szenen drin sind und alles viel tiefer ist als in den Filmen. Nur liest man natürliche eine ganze Weile an den immer dicker werdenden Büchern 🙂 Aber vielleicht liest Deine Tochter ja die letzten Bände dann selbst!
      Liebe Grüße an Dich, und viel Freude beim Planen der Ferien! Lass mich wissen, wenn es Sizilien ist, und wo genau!
      Maike

  2. Liebe Maike,
    ich habe mir gerade eben Deine letzten drei Blogbeiträge durchgelesen. Prima, dass sich das Positive ins Negative gewandelt hat. Irgendwie schräg, dass man sich seit knapp zwei Jahren über Negatives freut 😉 Drücke natürlich ganz fest die Daumen, dass Ihr demnächst nach Sizilien reisen könnt!!
    Die wundervolle Anleitung der Sprossen-Blumenkinder war aufgrund der vielen Bilder sehr sehenswert. Die kleinen Süßen habe ich schon bei Instagram bewundert. Ob ich sie nachbasteln werde? Eher nicht… bin bei so etwas doch ein wenig ungeschickt 😉
    Liebe Maike, ich erfreue mich immer wieder an Deinen Wochenend-Berichten und auch sonst ist es schön, ein wenig an Euren Leben teilhaben zu können. Ihr macht immer so viele nette Sachen! Bitte weiter so.
    Ganz liebe Grüße sendet Dir die
    Juliane

    • Liebe Juliane, tausend Dank für Deine nette Rückmeldung. Das freut mich alles sehr. Ja, dass das „negativ“ eigentlich positiv ist, ist schon komisch und bei unseren Kindern immer wieder Thema. 🙂 Probiere das mal mit den Sprossen-Blumenkindern, es ist nicht soo schwer. Bem Nähen musst Du nur den Faden immer gut anziehen, dann wird das! Nur Mut, das bekommst Du hin!
      Liebe Grüße und danke nochmal, Deine Maike

  3. Liebe Maike!
    Es freut mich sehr, dass der PCR Test negativ war.
    Und euer Wochenende, so schön wie immer.
    Ich genieße immer die Fotos und die schöne Atmosphäre bei euch auf dem Land.
    Und ich bin wie du der Meinung, dass man unbedingt Holz Spalten und ein Feuer entzünden können sollte.
    Habt einen guten Start in die Woche.
    Liebe Grüße, Steffi

  4. Ihr lebt wirklich wunderschön und so entschleunigt – da möchte ich auch nochmal Kind sein. Meine Kiddies bringen eher viel Trubel, sie sind aber auch noch kleiner als eure beiden Mädels. Alles Gute euch und einen entspannten Wochenstart! Liebe Grüße, Charlie

    • Liebe Charlie, wir versuchen es, bei mir ist aber immer so viel los, dass ich wirklich aktiv was dafür tun muss, dass es am Wochenende dann so „slow“ bei uns zugeht. ich versuche auch im Alltag, möglichst viel Stress rauszunehmen, aber natürlich sind die Aufgaben mit Kindern, Arbeit und Hunden zahlreich, da kann man nichts machen. Mit kleinen Kindern ganz besonders, ach, ich erinnere mich noch sehr gut! 🙂
      Liebe Grüße,
      Maike

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