Die Offenbarung eigner Kraft: Wochenende in Bildern 22./23. Januar 2022

Wir waren dieses Wochenende zu Hause in Berlin und haben die obere Etage unseres Hauses umgeräumt, und dabei einen Schrank kaputt und unsere Kinder glücklich gemacht. Mehr dazu unten.

Als „Gedicht“ habe ich den aktuellen Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender gewählt, dessen Grammatik nicht ganz einfach zu entziffern ist.

Das Bild ist von letztem Jahr und auf dem Land aufgenommen, aber es passt zum heutigen Text.

Es ist in diesem Winterdunkel
Die Offenbarung eigner Kraft
Der Seele starker Trieb,
In Finsternisse sie zu lenken
Und ahnend vorzufühlen,
Durch Herzenswärme, Sinnesoffenbarung.

aus dem Anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner

Ich lese den Spruch folgendermaßen: „In diesem Winterdunkel ist es der starke Trieb der Seele, die sich auftuende eigene Kraft in die Finsternis der Jahreszeit und des Inneren zu lenken, und dadurch mit Hilfe der Herzenswärme und der ganz irdischen Sinneserfahrungen vorzufühlen und zu ahnen, was da an Veränderungen kommen mag.“

Das ist gerade mein Trost. Sehr viel „eigne Kraft“ spüre ich zur Zeit nicht, aber vielleicht bin ich ja gerade in die Finsternis eingetaucht und komme bald wieder hervor. Ich weiß ja, dass man immer wieder auftaucht, auch wenn gerade alles finster erscheint.

Mir hat das tatkräftige Räumen und Sortieren dieses Wochenende auf jeden Fall gut getan. Es tröstet immer, das Außen neu zu ordnen und zu sortieren. Danach fühlt man sich auch innerlich besser sortiert.

Samstag, der 22. Januar 2022

Ausräumen und Putzen der Platten-Regale.

Gleich nach dem Frühstück fangen wir an, die Zimmer im oberen Stockwerk umzuräumen. Das tun wir das ganze Wochenende, natürlich inklusive Ausmisten und Putzen.

Das Ergebnis am Sonntag Abend: Unser Fast-Teenager hat jetzt ein neues Zimmer im ehemaligen Arbeits- und Gästezimmer mit einem großen, gemütlichen Lümmel-Wiese-Bett; im Zimmer der jüngeren Tochter steht jetzt unser altes Wohnzimmer-Sofa zum Lesen und Kuscheln, und es wurde alles umgestellt. Mein Mann und ich haben unsere Arbeitszimmer zusammen gelegt, so dass wir nun ein großes Erwachsenen-Zimmer mit Gäste-Sofa haben. Ohne dass etwas Neues gekauft wurde, haben wir uns alle beglückt.

Die kleine Tochter hat unsere Porzellan-Osterhasen im Jahreszeiten-Haus von livipur aufgereiht. So niedlich.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, jetzt Hasen aufzustellen.

Später gestalten wir das Haus gemeinsam nochmal um.

Der große Amethyst ist mir sehr lieb, denn mein Vati hat ihn 1991 als Gastgeschenk von der Firma Weleda bekommen, über die er für seine monatliche Zeitschrift „natürlich und gesund“ öfter berichtet hat.

Diese schönen Monats-Karten sind vom Atelier Ode Desjardins. Einfach zauberhaft. Ich habe die Karten mitsamt Holz-Ständer im November als Teil eines wundervollen Pakets bei einer Verlosung von @waldorfinspiration auf Instagram gewonnen. Auch das Jahreszeiten-Haus von livipur (siehe oben) war Bestandteil des Pakets. Ich habe mich so irrsinnig, irrsinnig gefreut über all die schönen Dinge, die auch noch so liebevoll verpackt ankamen.

Ich habe den Gewinn mit einer lieben Freundin geteilt, die vier Kinder haben. Eine Leserin hatte mich auf das Gewinnspiel aufmerksam gemacht, ihr habe ich auch etwas vom Gewinn abgegeben. Und trotzdem sind noch so viele schöne Dinge bei uns geblieben. Jedes einzelne Teil wird hier hoch geschätzt und deswegen auch hier gezeigt. Das muss ich als Werbung deklarieren, aber es ist unbezahlt und unbeauftragt und kommt von Herzen, weil ich die Sachen so schön finde.

Diese schöne Postkarte war Teil einer Überraschungstüte vom Waldorfshop aus dem Paket.

Irgendwann zwischen Räumen und Möbelschieben machen wir einen Ausflug zur Schule. In den Winterferien werden einige Bäume auf dem Schulgelände gefällt, weil ein neues Gebäude für den Hort gebaut wird. Natürlich werden stattdessen andere Bäume gepflanzt. Aber unsere kleine Tochter ist sehr traurig darüber, dass die Bäume gefällt werden. Besonders der Verlust des Kirschbaums hinter dem jetzigen Hortgebäude geht ihr zu Herzen. Wir sagen den Bäumen nochmal auf Wiedersehen. Sie wurden am Freitag schon von einer ganzen Abordnung von Schüler*innen und Lehrer*innen zeremoniell verabschiedet. Daher die Schleifen.

Gute Reise, liebe Bäume, ihr wurdet geschätzt und geliebt. Eure Energie wird an anderer Stelle weiter wirken.

Spaziergang mit den Hunden; Efeu in der Wohnanlage. Meine treuen Leser*innen wissen ja, ich liebe Efeu.

Der Tag geht mit weiterem Räumen zu Ende, wir gehen alle früh ins Bett.

Sonntag, der 23. Januar 2022

Das Wetter ist trostlos. Es hat geregnet. Es tropft von den Ligusterbeeren im Garten.

Endlich komme ich dazu, einen Januar-haften Strauß im Wohnzimmer aufzustellen. Es ist ja noch Winter, da möchte ich noch keine Frühlingsblüten im Haus haben.

Frühstück mit Limericks:

Beim Frühstück kommen wir irgendwie auf Limericks zu sprechen. Ich liebe diese schrägen englischen Scherzreime ja sehr. So etwas kann es nur in englischer Sprache und Kultur geben. Ich lese ein paar Limericks vor. Die große Tochter kann schon so gut Englisch, dass sie alles versteht und es der kleinen Tochter und meinem Mann übersetzt.

Wer wissen will, was ein Limerick ist, kann das googeln. Es gibt unzählige Limerick-Seiten und natürlich auch einen Wikipedia-Eintrag.

Es gibt ja einen Haufen schlüpfriger Limericks, aber auch viele, die man Kindern gut vorlesen kann. Mein Lieblings-Limerick ist ja folgender – den kann ich auswendig:

„There was a young man from Calcutta,
Who had a terrible stutter.
At breakfast he said,
„Please give me some bread,
and b-b-b-b-b-b-butter.“

Einfach großartig.

Und noch einer:

Dieser Limerick über das schüchterne Mädchen Rose, die Mäuse an der Kleidung trägt, um die Leute von ihrer Nase abzulenken, für die sie sich schämt, ist echt schräg und deswegen fantastisch. Obwohl mir der unreine Reim „nose-clothes“ ein bisschen weh tut.

Hier zum Abschluss noch ein Limerick über einen Mönch aus Siberia, der wenigstens ein bisschen schlüpfrig ist:

There was a young monk from Siberia
Whose morals were very inferior.
    He did to a nun
    What he shouldn’t have done
And now she’s a Mother Superior.

— OK, Schluss jetzt mit Limericks, ich weiß, die sind nicht jederfraus Sache. Mein Mann war nach zweien schon abgenervt.

Mittagessen: Brokkoli, in Butter geschwenkt, Feldsalat und Kartoffel-Rösti.

Der „neue“ Schrank im Zimmer der kleinen Tochter ist eingeräumt. Er stand vorher im Zimmer der großen Tochter.

Wir sortieren Bücher um und aus. Manche werden verschenkt, manche wechseln das Kinderzimmer, andere kommen in den Keller.

Nach dem Umräumen und Putzen gönne ich mir ein Bad, heute ein „Anti-Depri-Bad“ aus Johanniskraut-Öl und Thymian-Sud, wie hier in meinem Beitrag über selbst gemachte Badezusätze beschrieben.

Das Anti-Depri-Bad wähle ich, weil ich mich nach wie vor niedergeschlagen fühle. Die Gründe sind vielfältig. Mir fehlt Kraft nach zwei Jahren Pandemie und herausfordernden Kindern. Außerdem gibt es Menschen, die es nicht gut mit mir meinen und die mir zusetzen. Und ich nehme es mir als harmoniebedürftiger Mensch viel zu sehr zu Herzen. Ich müsste außerdem ganz viele Sachen erledigen und habe nicht die Kraft dafür.

Aber ein Bad tut immer gut. Das tut meinem Körper und der Seele gut. Dann nochmal raus mit den Hunden, und die Welt sieht schon besser aus.

Auch die große Tochter ist erschöpft nach dem ganzen Geräume. Sie mag es eigentlich nicht, wenn Dinge „außerhalb der Reihe“ geschehen. Aber sie freut sich trotzdem über ihr neues Zimmer mit dem großen Bett, das bis gestern unser Gästebett war.

Yay, es ist etwas mehr Ordnung, Klarheit und Struktur hier eingezogen, wenigstens schonmal im Außen. Ich fühle mich dadurch stärker motiviert, die neue Woche morgen wenigstens halbwegs tatkräftig zu starten.

Eigentlich sehne ich mich nur nach Urlaub, nach Licht und Sonne. Bei uns sind ab Mittwoch Winterferien. Wir wollen am Freitag in den Urlaub nach Sizilien fahren. Ich bete nur, dass keine*r von uns sich bis dahin mit Corona ansteckt. Ich habe diesen Urlaub so dringend nötig.

Deswegen drückt mir sehr gern die Daumen, dass das klappt. Wir sind zwar vorsichtig, aber so viele Menschen haben sich in den letzten zwei Wochen angesteckt und wissen nicht, wo und wie das passiert ist.

Wenn alles gut geht, kommt also schon das nächste Wochenende in Bildern aus der wundervollen Barockstadt Noto im Südosten Siziliens.

Ich wünsche alles Leser*innen einen nicht allzu erschöpften Start in die Woche. Vielleicht offenbart sich Dir ja auch noch eine innere Kraft?

Das wünscht Dir

Deine Maike

Der Beitrag ist verlinkt bei Große Köpfe.

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. A smiling young lady from Riga
    had a ride on a tiger.
    But at the end of the ride
    was the lady inside
    and a smile on the face of the tiger.

    Den gibt es auch als Kanon

    Ich wünsche Euch eine schöne Zeit auf Sizilien. Bin gespannt auf das nächste WiB von dort
    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Ha 🙂 Den kenne ich ein klein bisschen anders:
      There was a young lady from Riga
      Who smiled when she rode on a tiger.
      They came back from the ride
      with the lady inside
      and the smile on the face of the tiger.

      Danke Dir für die zweite Version!

      Liebe Grüße,
      Maike

  2. liebe maike, ich bete mit für euch, dass ihr nach sizilien könnt….und auch, dass es dir wieder besser gehen möge oder du besser mit der situation umgehen kannst…..
    sei feste umarmt
    annette

    • Liebe Annette, vielen lieben Dank! Es sieht ganz so aus, als können wir fahren… morgen geht’s los, wir haben heute noch den Personalausweis der Tochter abgeholt, jetzt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen… bis morgen sollten wir uns eigentlich nicht mehr anstecken… ich bete auch, dass alles klappt.
      Liebe Grüße an Dich! <3

  3. Liebe Maike,
    auch meine Daumen sind ganz fest gedrückt!
    Auf mir liegt ebenfalls eine gewisse Schwere. Ich bin so froh, dass der Januar fast rum ist. Dann nur noch der Februar und danach wird alles besser 😉
    Zumindest in der Natur geht es dann voran und das baut mich immer auf. So hoffentlich auch in diesem Jahr…

    Alles Gute und eine stressfreie Woche wünscht Dir die
    Juliane

    • Liebe Juliane,
      ich danke Dir! Ich hoffe so sehr, dass die Schwere sich im Laufe der nächsten Wochen legt. Ich lauf echt die Wände hoch, wenn sich in den nächsten Tagen noch eine*r von uns ansteckt… aber sobald wieder mehr Licht ist, was hier in Nordostdeutschland meist Mitte Februar wirklich spürbar ist, wird bestimmt alles besser – Du sagst es. Dir auch alles Gute und Liebe! Deine Maike

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