Ich habe das ganze Wochenende allein zu Hause in Berlin verbracht. Mann und Kinder habe ich aufs Land in unser Wochenend-Haus geschickt, denn ich brauchte dringend ein bisschen Zeit für mich allein. Ehrlich gesagt war mir gar nicht bewusst, dass es sich um das Muttertags-Wochenende handelte, aber umso passender erschien es mir.
Das Wetter war schön, es gab ein bisschen blauen Himmel, auch etwas Sonnenwärme, aber insgesamt war es eher kühl. So kühl, dass man morgens und abends einen Schal brauchte. Erst übernächstes Wochenende soll es warm werden – zu Pfingsten.
Ich habe dieses Gedicht von L.C.H. Hölty herausgesucht:
Frühlingslied
Die Luft ist blau, das Tal ist grün, die kleinen Maienglocken blühn und Schlüsselblumen drunter. Der Wiesengrund ist schon so bunt und malt sich täglich bunter.
Drum komme, wem der Mai gefällt und freue sich der schönen Welt und Gottes Vatergüte, die diese Pracht hervorgebracht, den Baum und seine Blüte.
In unserem kleinen Berliner Gärtchen blüht und duftet der Flieder.Und rosa und blaue Vergissmeinicht. Ich mag sie so sehr.Auch die Schneebälle blühen auf. Se werden in den nächsten zwei Wochen immer größer.Mein Plan heute: Das Rondell um den Nussbaum in der Wohnanlage bepflanzen. Leider liegt da noch haufenweise Splitt vom Winter, außerdem die Blüten vom Nussbaum, die wie Würmer aussehen, Zigarettenkippen und anderer Müll. Also reinige ich das Rondell zuerst.Der Splitt und der Müll sind jetzt weg. Die Erde darunter ist ziemlich festgetreten und hart. Also kratze und lockere ich sie zuerst mit der Hacke auf.Schließlich verteile ich säckeweise frische Blumenerde auf dem Rondell, streue wahnsinnig viele Blumensamen des Typs „Bienenweide“ darauf, arbeite sie in die Erde ein und gieße mit lauwarmem Wasser. Danach bin ich stolz auf die Arbeit und freue mich darauf, wenn die Blumen in ein paar Wochen hervorkommen.Später bin ich mit einem alten Freund von der Uni verabredet. Wir verquatschen uns total.Das Restaurant, in dem wir sitzen, ist noch relativ neu und ein reines Investoren-Projekt aus der Retorte. Aber es ist erstaunlich gut gefüllt, und es gibt leckere Pizza.Mein Freund zeigt mir noch die Grünanlagen im Quartier, die er ehrenamtlich mit Permakultur bewirtschaftet. Ganz wunderbar.Kontraste in Berlin-Mitte: Dieser Apartment-Turm steht direkt neben dem Permakultur-Garten.Erst als es dunkel ist, fahre ich mit dem Fahrrad nach Hause. So warme Berliner Nächte sind irgendwie magic, auch wenn man nur an gesichtslosen Bürotürmen vorbeifährt.
Sonntag, der 10. Mai 2026
Draußen in der Wohnanlage ist es jetzt herrlich grün. Die helle Jahreszeit hat begonnen.Ich nehme heute als erstes Videos für Instagram-Beiträge auf.Sport mit Gabi Fastner. Wegen meiner immer noch geprellten Rippe (das Hacken und Gießkanne-Schleppen gestern war nicht so gut für sie…) mache ich heute 30 Minuten Slow-Run mit sanften Kraftübungen kombiniert.Badewanne und ausgiebige Körperpflege. Und dabei schaue ich Folge 6 von „Heated Rivalry“. Wunderbar. Bin Fan. Sonst noch jemand??? Wenn ja, bitte gern melden 🙂Dann ein kräftiges Frühstück. Die Spiegelei-Idee habe ich von @sonnentor auf Instagram – ist das nicht schön? Bei mir sind Thymian-Blüten, Gänseblümchen Salbei, Basilikumblätter, Spitzwegerich-Blätter und Kräuter der Provence zum Einsatz gekommen. Das Brot ist ein Vierkornbrot von der fabelhaften Vollkornbäckerei Hartwich in Friedrichshain.Ein Gläschen Muttertags-Sekt mit einer lieben Nachbarin. Sie erzählt Geschichten von ihrer Reise nach Namibia, wo ihr Sohn gerade sein freiwilliges soziales Jahr in einem Kinder-Fußballverein macht.Und dann arbeite ich weiter an meinem kreativen Projekt. Das macht so eine Freude! Ich bin noch in der Vorbereitung, aber bei diesem Projekt gilt: Je ausgiebiger ich alles vorbereite, ausdenke und strukturiere, desto besser wird es werden.
Tja, und dann kommt die Familie zurück, und alle wollen verköstigt und gesehen werden. Jetzt bin ich müde und freue mich aufs Bett.
Ich hoffe, ihr gönnt euch alle auch ab und zu Zeit nur für euch selbst, wenn ihr es braucht. Ich muss sowas aktiv einfordern, ankündigen und einplanen, denn von allein ergibt es sich natürlich nicht.
Ich hatte jedenfalls ein super schönes, entspanntes Wochenende voller Autonomie. Bester Muttertag, würde ich sagen 🙂
Ich wünsche all meinen Leser*innen eine gute Woche voller Frühlingsgefühle, Vogelgezwitscher und guten Gefühlen!
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