Wieder zu trotzen Wind und Wettern: Wochenende in Bildern 2./3. Januar 2021

Das Wetter war gar nicht so stürmisch wie die Überschrift vermuten lässt. Wir waren auf dem Land, und am Samstag war das Wetter sonnig, später total aussagelos, und am Sonntag hat’s nach weiterer Tristesse dann geschneit. Oder besser: Geschneeregnet.

Als Gedicht habe ich heute einen Neujahrswunsch von Karl Henkel herausgesucht, der ungefähr meine Wunschgedanken zum neuen Jahr wiedergibt:

Samstag, der 2. Januar 2021

Noch ist da Sonne. Wir machen nach dem Frühstück einen Ausflug zu einem kleinen See.

Die Kinder spielen lange an einem Graben, der Eis trägt. Sie brechen Eisstücke heraus und hüpfen über den Graben. Aber die Beschäftigung mit den Eisplacken dauert am längsten.

Wir haben seit Silvester die Patentante der Tochter mit ihrer Tochter bei uns. Sie haben sich extra auf Corona testen lassen, bevor sie zu uns kamen. Ich muss ja höllisch aufpassen, weil ich zur Risikogruppe gehöre. Ich darf auf keinen Fall Covid-19 bekommen, denn das könnte für mich aufgrund von chronischen Erkrankungen sehr, sehr übel enden, um es mal euphemistisch zu formulieren. Wir als Familie wiederum sind seit mehr als 14 Tagen in sicherer Quarantäne bzw. haben ausschließlich Menschen getroffen, die frisch getestet waren, so dass das Zusammensein mit den Freunden für alle sicher ist.

Die drei Mädchen haben Spaß am Graben. Man bemerke den Stamm, der von Bibern gefällt wurde. Die Biber haben tatsächlich einen kleinen Damm über die Graben gebaut. Süß.

Zu Hause fotografiere ich unsere neuesten Blumensträuße für diesen Blogbeitrag zu Wintersträußen, die ich aus Fundstücken aus der Naur und einem Bund Lysianthus und Schleierkraut aus dem hiesigen Supermarkt zusammen gestellt habe. Dafür habe ich trockene Gräser, Blaubeerkraut und Kiefernzweige gesammelt.

Die Mädels wiederum backen kleine Mini-Gugelhupfs nach selbst ausgedachtem Rezept meiner Tochter, mit einer eigens kreierten Füllung aus Quark und TK-Himbeeren.

Mein Mann und ich gehen mit den Hunden in den Wald.

Im Winter fallen die Flechten auf den Bäumen auf, weil es sonst nicht so viel zu entdecken gibt. Es ist still und gefühlt tot im Wald.

Aber Pilze wachsen noch. Und das Moos leuchtet grün zwischen den Kiefernstämmen.

Nach dem Spaziergang sind die Hunde müde. Klein Emmi schläft mitten auf den Dielen.

Nach der Mittagspause gibt es für die Kinder Frischkost in der Muffinform im Stil von Grossekoepfe, die immer die Wochenenden in Bildern verlinken. Ich wollte dieses geniale Arrangement schon so lang nachmachen, habe es aber immer vergessen. Aber die Kinder haben heute die Backformen rausgekramt, da liegt die Muffinform noch rum. Endlich denke ich mal dran, den Snackteller auf Grossekoepfe-Art zu gestalten.

Ergebnis: Die Kinder LIEBEN es. Es gibt Standing Ovations und den Ausruf “Oaaah, cool! Wir wollen unser Obst jetzt immer so haben!”

Die großen Mädchen gehen nochmal mit den Hunden und meinem Mann raus.

Nach einem frühen Abendessen (Zwiebelkuchen und Salat) fahren unsere Gäste nach Hause. Ruhe kehrt ein in unsere bescheidene Hütte.

Die Tochter hat ein wenig Blues, sei es, weil die Gäste weg sind, wegen der kommenden Pubertät oder weil sie noch müde von Silvester ist — wer weiß. Sie braucht Nähe, Kuscheln, Mama und ein offenes Herz für ihre schlechte Stimmung. Bei uns hilft da immer auch: Kakao und Mandarine. Das bekommt sie. Und Mama-Kuschelung natürlich auch. Nach einer Viertelstunde Trübsal mit Kakao geht es ihr wieder besser. Trotzdem brauchen beide Kinder heute Abend viel Mama nach der Zeit mit dem Besuch. Wir gehen alle zusammen zu Bett und schlafen früh ein.

Sonntag, der 3. Januar 2021

Der Morgen fängt gemütlich an auf dem Sofa beim Kinder-Hörspiel von Kakadu auf Deutschlandradio Kultur. Wir trinken Tee, essen Obst und kuscheln vor dem Ofen, den mein Mann immer so schön anheizt.

Mein Mann und ich gehen mit den Hunden raus. Hier hat eine Rosenranke im Vorgarten frische Blätter. Ist das normal?!

Das Wetter ist total trist. Grauer Himmel, trübe Felder, kein Wind. Einfach nur Stille in der Natur. Totale Tristesse. Ich sage zu meinem Mann: “Ich weiß gar nicht, was ich hier draußen fotografieren soll. Es sieht einfach nur trist aus.” Mein mann: “Dann versuch doch, einfach die Tristesse einzufangen. Das ist gar nicht so leicht.” Und recht hat er. Man ist ja auch als Hobby-Fotograf*n darauf geeicht, interessante Fotos zu machen. Totale Tristesse auszudrücken, ohne einfach nur ein schlechtes Bild zu machen, ist eine Herausforderung. Hier meine Versuche:

Baumrinde. Irgendwie noch attraktiv.

Maulwurfs- oder Wühlmaushügel. Schon sehr viel trister.

Totale Tristesse: Winterliches Feld.

Schon wieder schön: Kahler Baum vor grauem Himmel. Natur im Januar eben.

Kraniche fliegen hier auch noch rum. Sieben Stück, die winterkläglich über uns schreien.

Gegen Mittag fängt es endlich zu schneien an, nachdem wir über die sozialen Medien mitbekommen haben, dass es in Berlin schon längst schneit. Die Töchter hängen fasziniert am Fenster.

Aber viel bliebt erstmal nicht liegen. Als ich nach dem Mittagessen nochmal mit den Hunden rausgehe, ist das die größte Schneeanhäufung, die ich finden kann – am Gartentor.

Dann eine kleine an diesem Baum im Wald.

Aber während wir Mittagspause machen, bleibt ein hauch mehr liegen. Die Kinder sind toll vor Freude und rennen raus. Sie finden Schnee so großartig.

Als mein Mann und ich uns aus dem warmen Siesta-Bett erheben, haben sie eine Schneeballschlacht gemacht, die Hunde durch den Schnee gejagt und diese Mini-Schneefrau gebaut.

Es dunkelt jahreszeitgemäß sehr früh. Hier oben im Nordosten geht um diese Zeit schon gegen 15: 30 Uhr die Sonne unter. (Der Topf auf dem Tisch ist eine Terrine mit Minestrone, die der Wiedervorlage auf dem Esstisch harrt).

Das war’s mit meinen Bildern. Wir haben natürlich noch gegessen und gelesen und gequatscht und mit den Hunden gekuschelt, aber die Kinder sind jetzt im Bett. Mein Mann ist noch bei ihnen und begleitet sie, bis sie schlafen. Wenn er runterkommt, schauen wir noch etwas zusammen, oder kuscheln oder quatschen. Vielleicht essen wir auch noch was Schönes zusammen, denn so richtig Abendbrot gegessen haben nur die Kinder.

Morgen geht für das große Kind Homeschooling los, die Kleine hat noch Ferien bis zum 9.1. Die Weihnachtsferien wurden für die unteren Klassen einfach mal um eine Woche verlängert. Nun gut. Die Große hat eine schöne Homeschooling-Aufgabe, mit der sie schon angefangen hat und die ihr echt Spaß macht: Eine Epochenarbeit schreiben über ein Tier ihrer Wahl. Sie hat sich für das Eichhörnchen entschieden.

Wir bleiben darum noch ein paar Tage auf dem Land, aber spätestens am Mittwoch geht’s zurück nach Berlin.

Ich hoffe, Ihr seid gut ins neue Jahr gekommen. Aber warum auch nicht, eigentlich ist es ja nur ein Datum, und so begreife ich den Jahreswechsel auch. Ich mache mir keine guten Vorsätze, sondern versuche das ganze Jahr über, aufmerksam zu sein und Dinge zu ändern oder neu auszurichten, damit alles im Lot bleibt. Ich frage mich, warum man zwangsweise am Jahreswechsel etwas ändern muss. Wen etwa nicht gut läuft, sollte man doch so schnell wie möglich reagieren, auch wenn es März oder September ist.

Kann es sein, dass das daran liegt, dass manche Menschen so in ihrem Hamsterrad gefangen sind, dass sie einen Jahreswechsel brauchen, um zu merken, dass sie gern anders leben würden, oder dass ihnen ihr Leben gesundheitlich nicht gut tut? Dass sie zu viel sitzen, rauchen, trinken, fernsehen, whatsappen, tindern, whatsoever? Vielleicht ist es so. Oder ist das alles ein Gerücht mit den guten Vorsätzen? Mir persönlich fällt nämlich niemand ein, der/die sich typische Neujahrsvorsätze macht.

Was ich von “typischen Neujahrsvorsätzen” ausnehme, sind sinnvolle und zeitlich limitierte Januar-Programme wie Veganuary (im Januar vegan leben) oder der 7-tägige Zucker-Reset von paleo360. Oder Programme zur Vermeidung von Plastik wie das von Original Unverpackt, an dem man teilnehmen kann, wenn man OU auf Instagram folgt.

Das sind alles Empfehlungen meinerseits, natürlich wie immer unbeauftragt und unbezahlt, einfach nur, weil ich es gut finde.

Nun wünsche ich allen Leser*innen ein gutes neues Jahr, das hoffentlich geruhsam angefangen hat.

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