In jeder Hinsicht schön und lang: Wochenende in Bildern 8./9. August 2020

Mit der jüngeren Tochter war ich von Donnerstag bis Samstag auf Mama-Tochter-Urlaub in Stralsund. Deswegen geht dieses Wochenende schon am Freitag los und fällt bild-mäßig am Samstag und Sonntag etwas dünner aus. Aufgrund der großen Hitze ist auch hier die große Lähmung eingetreten, so dass ich halbe Tage nicht daran gedacht habe zu fotografieren.

Dieses Wochenende in Bildern ist verlinkt beim sympathischen Berliner Elternblog Große Köpfe, wo die Wochenenden in Bildern vieler Familien gesammelt werden.

Die Titelphrase stammt diese Woche aus dem Gedicht “Sommer” von Robert Walser:

Freitag, der 7. August 2020

Hausfassade in Stralsund. Mit der kleinen Tochter bin ich seit gestern schon hier. Wir freuen an unserer exklusiven Mama-Tochter-Zeit in dieser schmucken alten Hansestadt mit den riesigen Kirchen aus der Zeit der Backstein-Gotik. Die Altstadt von Stralsund ist dagegen klein, übersichtlich und gemütlich. Genau das Richtige für uns, die wir komplett zu Fuß unterwegs sind.

Als wir kurz vor acht Uhr vom Hotel losgehen, sind die Straßen noch leer.

Die Tochter ist beeindruckt, wie groß die Möwen sind, die wir hier ständig rufen hören. Dieser Möwerich ist echt riesig.

Wir freuen uns, per Zufall auf den Wochenmarkt zu geraten. Wir kaufen ein Glas Honig bei einem lokalen Imker. Ich kaufe immer Honig, wenn ich lokale Imker irgendwo ihre schönen Sachen anbieten sehe.

Wir frühstücken in einem Café und gehen dann fast 4 km zu Fuß zum Strandbad am Strelasund. Die Tochter läuft wacker mit. Es ist schon heiß und das Wasser lockt uns.

Das Strandbad ist glücklicherweise kaum besucht. Wir sind glücklich.

Warum nur passt die Pose der Tochter so gut zum Vogel, der über ihr fliegt? Das sind die Rätsel des Daseins. Wenn man wirklich darüber nachdenkt, kann man zu erstaunlichen Ergebnissen kommen. Zum Beispiel, dass es nur auf den Blickwinkel ankommt. Dass überall in der Welt Symmetrie herrscht, wenn nur jemand das Muster bemerkt. Dass Zufall von kurzer Dauer ist. Dass der Moment einen Moment währt, er aber eigentlich keine Bedeutung hat. Und noch so viel mehr, wenn man will.

Hier auch. Wer ist hier Tier? Wer beobachtet wen? Was sucht der Mensch?

Die Tochter hat eine Qualle gefunden. Sie ist sehr stolz.

Stralsunds Altstadt ist hübsch und total überschaubar.

Nach einer gemütlichen Mittagspause im Hotel mit einem Film gehen wir ins fantastische “Fisch-Museum”, wie unsere Tochter Aquarien nennt. Das Ozaneanum Stralsund ist ein modernes Meeres-Museum mit Aquarien und einem zeitgemäßen Museumsdesign. Futuristisch, würde ich angesichts des Gebäudes sagen.

Die Tochter ist fasziniert von den Fischen und Unterwasser-Landschaften. Wir sind beeindruckt von den schönen Aquarien.

Töchterlein staunt.

Auf dem Dach des Museums gibt es einen tollen Wasser-Spielplatz für die Kinder. Die Tochter möchte gar nicht mehr weg.

Wir wanken fußmüde ins Hotel. Ein Stück trage ich die Tochter, so lange, wie ich kann. Sie ist heute mehr als 10 km zu Fuß gelaufen. Glücklicherweise ist es nicht so weit. Auf halbem Weg machen wir Pause in einem Imbiss und essen etwas zum Abendbrot. Danach sind wir froh, im Hotel zu sein. Die Tochter ist körperlich völlig groggy. Sie bekommt ein kühles Fußbad und eine sanfte Fußmassage. Wir schauen zusammen einen Film, den sie liebt. Für sie ist das der Himmel. Sie kann mir alles erklären und ich gehe voll mit. So können wir den Film gemeinsam emotional erleben. Die Tochter ist total glücklich. Wir schlafen in Gemütsruhe ein.

Samstag, der 8. August 2020

Wir sind noch in Stralsund. Als erstes gehen wir in ein Café frühstücken und besorgen uns einen Mittags-Imbiss für die Reise nach Berlin, bestehend aus Salaten, Brötchen und Obst. Danach gehen wir ins Meeresmusuem, das traditionelle, aber ebenso gute “Fischmuseum” von Stralsund. Die Tochter sagt später, sie mochte das Meeresmuseums noch lieber als das großartige Ozeaneum. Denn im Meeresmuseums gab es einen Hai und verschiedene Schildkröten. Das fand sie toller als alle größenwahnsinnigen Aquarien des Ozeaneums.

Das habe ich fotografiert, weil man hier das Verhältnis zwischen der Größe des Fischerbootes und des Schleppnetzes sieht. Ich wusste nicht, dass Fischernetze so riesig sind. Ganz links am Bildrand das Fischerboot, und rechts oben in hellblau das zugehörige Netz. Das Verhältnis ist hier realistisch dargestellt. Hat mich sehr beeindruckt.

Die Tochter am oberen Teil des Schildkröten-Aquariums.

An diesem Aquarium halten wir uns länger auf, denn die Fische haben gerade Nahrung bekommen. Es ist faszinierend, wie sie die Nahrung aufnehmen, welche Fische die großen und welche die kleinen Happen bewältigen.

Im Hof des Meeresmuseums versucht die Tochter, den alten Anker anzuheben, was nicht gelingt. Aber ganz stolz schafft sie es, die Ankerkette hoch- und runterzuheben, die man hier im Bild nicht sieht.

Als mein Mann das Foto später sieht, sagt er, er hätte vor vielen Jahren genau das Gleiche mit diesem Anker gemacht.

Heimfahrt nach Berlin mit dem Zug. Drei Stunden Sommerlandschaften vor dem Fenster. Traumhaft schöne Bilder von Weite, Seen und Wäldern, aber auch von Agrarindustrie und Monokultur.

Zurück in der Stadt bei 34°C. Stadtsommer-Szene im Brunnenviertel: Ein StarWars-Planschbecken wurde vor dem Haus aufgestellt. Das Wasser kommt von oben aus dem Schlauch. Und die Kinder jauchzen und sind happy. Glück braucht nicht viel Geld.

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Ich mache am Samstag Nachmittag keine Bilder mehr. Wir sind bei der abartigen Hitze von 35°C drinnen, packen aus und bereiten Abendbrot vor. Nur abends gehen wir nochmal mit dem Hund – aber dann geht der Tag gemütlich zu Ende.

Sonntag, der 9. August 2020

Frühmorgen-Spaziergang mit Hund und Tochter.

Unsere Wohnanlage im Hochsommer.

In den Kürbis-Blüten haben sich Ameisen eingefunden. Es scheint dort süßen Nektar zu geben.

Dafür werden die Sonnenblumen in der Wohnanlage fleißig von Hummeln besucht.

Die Tochter prüft die Reife der Brombeeren am Gemeinschaftsgarten.

Zum Frühstück besuchen uns spontan unsere Freundin und mein Patenkind. Die kleine Tochter und mein Patenkind malen zusammen.

Was vom Frühstück übrig blieb: etwas Guacamole. Es gab so viel Leckeres – den Rest Wildkräuterbrot mit frisch gekochter Marmelade aus schwarzen Johannisbeeren, außerdem Eier, Couscous-Salat und viel frisches Obst und Gemüse.

Die kleine Tochter geht zum Spielen und zum Wasserplantschen zur Kusine jenseits des Gleimtunnels.

Ich nutze die Zeit, um den Artikel mit dem Rezept für das Wildkräuterbrot zu schreiben. Die Kräuter dafür findet man eigentlich überall (Hilfe bekommt Ihr durch meine Fotos der Wildpflanzen). Das Brot ist extrem nährstoff- und vitalstoffreich, außerdem anregend und verdauungsfördernd. Und es schmeckt total lecker.

Um 15 Uhr aber kommen wir alle hier wieder zusammen. Wir haben Tickets für die begehrten Bade-Slots im Sommerbad Humboldthain ergattert.

Es ist heiß: 34°C im Schatten. Leicht bekleidet fahren wir mit den Rädern zum Freibad. Jetzt zu Corona-Zeiten ist das Sommerbad Humboldthain echt der Glücksplatz der Stadt an diesen heißen Tagen, weil angenehm leer und einfach fantastisch. Man muss “nur” rechtzeitig online eins der wenigen Tickets erwischen.

Zurück vom Schwimmbad. Draußen setzen ein bisschen Regen und ein Mini-Gewitter ein. Den Kindern ist noch so heiß, dass sie es genießen, draußen zu sitzen und die Regentropfen abzubekommen.

Unser kleiner Hund ist völlig erschöpft von der Hitze. Er liegt den ganzen Tag auf dem kühlen Fußboden und hat keine Lust, sich zu bewegen.

Am späteren Abend gehe ich nochmal mit dem Hund raus. Es ist etwas kühler, so dass Oskar sich endlich wieder draußen bewegen möchte. Ich freue mich an der leicht düsteren Gewitterstimmung über dem Wohnareal.

Morgen ist wieder Schule hier in Berlin! Und ich freue mich. Denn das bedeutet für mich: Endlich wieder in Ruhe arbeiten zu können. Ich habe nämlich viel zu tun in den nächsten Monaten. Eine Aufgabe ist es, ein Buch zu schreiben. Ich habe davon noch gar nichts erzählt, aber ja tatsächlich, mit meiner Kollegin und Freundin Nina Schattkowsky schreiben wir ein Buch über Storytelling in den sozialen Medien. Einen tollen Verlag haben wir schon, und die Struktur und die Inhalte des Buches stehen. Das Buch muss jetzt “nur” geschrieben werden.

Mit einem sehr angenehmen Sommerabend-Gefühl gehe ich nun direkt ins Bett.

Ein sommerliches Gefühl wünsche ich auch Euch, auch wenn die Welt an manchen Stellen apokalyptische Züge trägt. Es hilft jedoch nichts, sich an apokalyptischen Szenarien zu orientieren. Viel hilfreicher für uns und die Welt ist es wie immer, die Chancen, Potenziale und Möglichkeiten zu sehen. Und darein zu investieren. Und selbst positiv, bejahend, kraftvoll, kreativ, gestalterisch und mutig zu bleiben. Nicht meckern, beschweren und die Schuld bei anderen suchen. Sondern auf positive Weise schaffen und wirken. Denn das braucht unsere Welt.

Insofern wünsche ich allen Leser*innen Kraft und Mut für Euren Blickwinkel auf die Welt und für Eure Tatkraft.

Eine sommerwarme und lichtdurchflutete neue Woche wünscht Dir

Deine Maike

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