Wir gehen am Meer im tiefen Sand: Wochenende in Bildern 19./20. Juni 2021

Dies war unser Mama-Tochter-Wochenende in Stralsund. Seitdem wir letztes Jahr zum ersten Mal zusammen nach Stralsund gefahren sind, ist diese kleine Stadt vor Rügen der absolute Herzens- und Lieblingsort der kleinen Tochter. Unsere erste Reise nach Stralsund war für sie die mit Abstand „schönste Reise, die sie je gemacht hat“, wie sie immer wieder beteuert.

Also nutzten wir dieses Jahr die erste Gelegenheit, die sich bot, und fuhren wieder hierher. Weil wir jeden Tag am Strand gebadet haben und den weichen Sand unter unseren Füßen spürten, habe ich als Gedicht der Woche diese zauberhaften Verse von Max Dauthendey herausgesucht. Das Gedicht weist darauf hin, wie klein wir Menschen sind angesichts der Größe der Natur und der Welt. Wir Menschen sind kleine Perlen im guten Nest des Weltgefüges, und wir „werden stets schöner“. Das ist doch eine gute Botschaft.

Dieser Beitrag ist wie immer verlinkt bei den Wochenenden in Bildern von Große Köpfe.

Samstag, der 19. Juni 2021

5:30 Uhr morgens, noch in Berlin. Bei strahlend blauem Himmel gehe ich die erste Runde mit den Hunden in unserem „Kiez auf Zeit“. Weil in unserem Haus die Heizungsanlage saniert wird, wohnen wir zur Zeit in einem Nachbarkiez und freuen uns an unserem Urlaub in der eigenen Stadt. So fühlt es sich nämlich an, obwohl wir arbeiten und die Kinder zur Schule gehen.

Unsere Straße auf Zeit ist wirklich schön.

Zugfahrt nach Stralsund, an Mohnfeldern vorbei.

Und an der herrlichen, schönen Juni-Natur, die hier im Norden zu den üppigsten und prächtigsten gehört.

Wir haben die Fahrräder dabei und fahren vom Bahnhof zu unserer Unterkunft, die wir über Airbnb gemietet haben.

Stralsund ist wirklich sehr schön.

Fast direkt hinter diesem Tor liegt in der Altstadt unsere kleine Ferienwohnung in einem alten Witwenstift, das von einer Leipziger Familie gekauft und nach allen Regeln der Kunst denkmalgerecht und voller Gefühl für das Schöne saniert wurde. Der Familienvater ist Denkmalschützer. Er (oder aber seine Mitwirkenden) haben aber neben Kenntnissen in Denkmalschutz offensichtlich auch großen Feinsinn und Geschmack, denn einen schöneren Ort für Feriengäste hier in Stralsund kann ich mir nicht vorstellen. Hier zum Airbnb-Inserat, falls Ihr hier auch mal hierher wollt. Ich kann es nur empfehlen (Werbung, aber unbezahlt und unbeauftragt).

Der Essraum. Was für ein wunderschöner Fußboden. Er wurde nur grob abgeschliffen und wahrscheinlich gewachst.

In der Biedermeier-Vitrine ist sehr schönes Geschirr versammelt.

Ein schöner Kanonenofen in unserem Schlafzimmer.

Alte Details der Wanddekoration wurden an manchen Stellen erhalten und sichtbar gelassen.

Das Schlafzimmer. Hier hat die Tochter sich unter der Decke versteckt.

Das Bad.

Die Küche.

Hof mit kleiner Sitzecke. So schön!

Ganz wichtiger Tagesordnungspunkt: In der „Bummelgasse“ (so nennt die Tochter die Einkaufsstraße in der Altstadt) auf und ab spazieren und einkaufen gehen. Für die Tochter ist es ein Highlight, dass sie sich hier bei H&M etwas aussuchen darf, denn zu 95% tragen unsere Kinder ja gebrauchte Sachen, aus Umweilt-, aber auch aus Kostengründen. Die kleine Tochter trägt viel von der großen Schwester auf. Da ist es für sie etwas Besonderes, sich etwas Neues in einem Laden aussuchen zu dürfen. Zum Glück ist gerade Sale, da darf es etwas mehr sein.

Draußen ist es heiß, um die 35°C. Da freuen wir uns, dass das Corona-Testzentrum von Stralsund in den Katakomben der Nikolaikirche untergebracht ist. Hier unten ist es sehr, sehr kühl. Wir brauchen beide einen negativen Test von heute, weil wir morgen ins Museum wollen. Etwas absurd: Wir müssen hier ziemlich lang auf das Testergebnis warten, auf Stühlen, die arrangiert sind wie in einem Theater oder Kino. Aber eine Vorstellung gibt es nicht.

Als wir rauskommen, freuen wir uns regelrecht über die Wärme.

Auf dem Marktplatz von Stralsund. Die Tochter hat gleich ihr neues Kleid angezogen und ihren neuen Hut aufgesetzt. Sie freut sich, ihr Eis zu essen und dabei mit den Füßen im Springbrunnen-Wasser zu plantschen.

Nach einer kleinen Pause in der Unterkunft fahren wir mit den Rädern zur Badestelle an den Strelasund. Das ist eine schmale Wasserzunge zwischen Stralsund und Rügen.

Die Tochter liebt diese Badestelle. Es ist so heiß und schwül, dass wir sehr, sehr lang im Wasser bleiben. Die Tochter kann noch nicht so lang schwimmen und liebt es deswegen umso mehr.

Sie ist noch nicht zu alt für Spielplätze.

Als der Magen knurrt: Pommes mit Mayo aus der Papiertüte vom Imbissstand.

Nach diesem langen Tag sind wir beide geschafft und legen uns in der Unterkunft nur noch aufs Bett. Wir reden, essen noch eine Kleinigkeit und schauen zusammen einen Film: „Cinderella“ mit echten Menschen (mit der entzückenden Lily James aus „Downton Abbey“), den wir letztes Jahr in Stralsund auch geschaut haben.

Die Tochter schläft an mich gekuschelt ein, und ich kurz darauf auch.

Sonntag, der 20. Juni 2021

Blick aus dem Badfenster in den Garten. Auch dieses Kleid ist neu und musste heute unbedingt einmal anprobiert werden. „Aber ins Fischmuseum ziehe ich das blaue Kleid an, Mama, denn das passt dort besser!“

Stralsund am Sonntagmorgen um 9 Uhr.

Heute gehen wir ins Ozeaneum, eines der schönsten „Fischmuseen“ der Welt, würde ich sagen. Riesig, absolut modern und einfach fantastisch. Es ist eine Mischung aus Aquarium und Museum der Meere, in dem es auch um Umweltschutz (Verschmutzung der Meere) und Meeresforschung und -erkundung geht. Die kleine Tochter sagt ja schon seit Jahren, dass sie Meeresforscherin werden möchte (oder Bundeskanzlerin). Wenn wir einen Tierfilm auf ARTE aussuchen, will sie immer einen über Fische oder andere Meerestiere sehen. Deswegen hatte ich letztes Jahr auch Stralsund als Ziel für unser Mama-Tochter-Wochenende ausgesucht – wegen der beiden großartigen Meeresmuseen hier.

Quallen.

Hier füllt sie etwas in dem Heftchen aus, das das Detektivspiel für Kinder begleitet, das man im Museum spielen kann. Es geht darum, den Täter, die Tatwaffe und das Diebesgut zu finden – die wertvolle Schale einer Meeresschnecke. Das Rätsel ist hervorragend gemacht. Ich freue mich darüber, denn oft sind solche Sachen nachlässig gestaltet und doof. Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und richtig gutes Rätsel-Storytelling betrieben. Wir sind beide mit Feuereifer dabei, das Rätsel zu lösen.

Das sind alles echte Fische im größten Aquarium des Museums. Sogar mit einem ganzen echten Schiffswrack. Echt toll.

Hier mit Hai.

Hier mit Rochen.

Nach dem Museums-Besuch und einem kleinen Abstecher zur Gorch Fock können wir eine Pause vertragen. Hier die Tochter mit lahmen Füßen im Hof der Unterkunft. Könnte ja fast im Herbst sein wegen der welken Blätter. Es sind aber Efeu-Blätter, die tatsächlich jetzt abfallen.

Nach der Mittagspause fahren wir mit den Rädern an einen anderen Strand in der nahen Umgebung von Stralsund. Ich verpasse beim Hinweg eine Abfahrt, so dass wir viel länger als nötig unterwegs sind. Die Tochter ist sauer und motzt. Ihr ist heiß; sie ist erschöpft. „Nie wieder fahre ich an einen anderen Strand! Ich wollte zu unserem alten Strand!“

Aber als wir am Strand ankommen, ist alles wieder gut. Es ist nämlich tatsächlich schöner hier als an der Badestelle der Stadt. Wir gehen sofort ins Wasser.

Die großen Steine, die im Wasser und am Strand liegen, findet sie super.

Zurück fahren wir den kurzen Weg, der nicht nur kürzer, sondern auch viel, viel schöner und ruhiger ist.

Knospen von Stockrosen an den Häusern der Altstadt.

Ziemlich kaputt kommen wir „zu Hause“ an. Eigentlich wollten wir noch Eis essen gehen, aber die Tochter ist dafür jetzt zu erschöpft. Also kuscheln wir uns ins Bett, essen Abendbrot und schauen noch was zusammen. Die Tochter kann gerade noch Zähne putzen gehen, dann fällt sie ins Bett und ist adhoc eingeschlafen.

Ich lege mich auch ins Bett, Erdbeeren und Aprikosen griffbereit, und schreibe diesen Beitrag.

Wir fahren morgen zurück nach Berlin. Es war ein sehr schönes Wochenende mit der kleinen Tochter. Es ist eine große Freude, mit ihr zu verreisen. Sie ist so lieb, so lustig, macht alles mit und freut sich so sehr an ihrer Glückstadt Stralsund.

Wir haben auch einige Dinge besprochen bzw. ich habe einiges von der Tochter erfahren, das sozusagen wie nebenbei herauskam. Das wäre nicht geschehen, wenn wir nicht das ganze Wochenende so intim zu zweit gewesen wären. Ich bin froh, davon erfahren zu haben. Es sind keine großen Geheimnisse oder Bekenntnisse, einfach Befindlichkeiten und Ansichten der Tochter, die mich in Zukunft aufmerksamer für bestimmte Situationen machen.


Ihr Lieben, ich hoffe, Eure Wochenenden waren auch schön. Das Licht ist zur Zeit so herrlich. Die Abende so lang und warm. Morgen ist Sommeranfang, aber Sommer ist es eigentlich schon. Kann man ja nicht anders nennen, wo es seit Tagen über 30°C im Schatten hat.

Mich trägt die Sommerwärme seit Tagen und gibt mir Kraft und Freude. Ich kann nur dazu raten, so oft es geht die Sonne aufzusuchen und sich mit ihrem Sommerlicht tränken zu lassen. Nicht nur das Sonnenlicht im konkreten und übertragenen Sinn ist wichtig für unseren Geist und unsere Seele. Auch das Sonnen-Vitamin D spielt eine wichtige Rolle. Bei Mangel wird man müde und schlecht gelaunt. In unseren Breiten leiden so viele Menschen unter Vitamin D-Mangel. Sogar unsere sehr alternativ eingestellte Kinderärztin rät zur zusätzlichen Einnahme von Vitamin D in den Monaten mit R. Ganz besonders dann, wenn man viel drinnen ist. Viel besser als jedes künstliche Vitamin ist aber das echte Vitamin D, das unser Körper aus dem Sonnenlicht generiert.

Ich wünsche Dir, dass Dir die Sonne am Wochenende auch aufs Haupt und ins Herz geschienen hat. Und dass das in der nächsten Zeit noch oft der Fall ist. Ich bin überzeugt, dass dadurch viele dunkle Schatten vergehen.

Sehr gern bekomme ich hier Grüße und Kommentare von Euch, weil ich ja nicht weiß, wer hier so alles liest. Stell Dich gern mal kurz vor, ich freu mich darüber!

Alles Liebe für die nächste Woche, auf dass die Sonne viele dunkle Schatten vertreibt,

Deine Maike

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Leben will ich, nicht Verdruss: Wochenende in Bildern 17./18. Juli 2021 - feinslieb

  2. Liebe Maike!
    So ein tolles Wochenende… das Meer sehen, in einer wunderschönen Wohnung wohnen und so in den Tag hineinbummeln. Wunderschön!
    Und in der eigenen Stadt „Fremdwohnen“ finde ich auch super!
    Ich habe die Fotos sehr genossen

  3. Hallo Maike,
    mein Name ist Marijke, ich wohne mit meinen beiden Kindern und meinem Mann in Worms und ich freue mich jeden Montag über einen kleinen Einblick in euer Leben.
    Toll, dass ihr so eine schöne Mama-Tochter-Zeit in Stralsund hattet.
    Liebe Grüße und eine gute Woche für dich!

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