Einkochen, Einbasteln, Einigeln: Unser Wochenende in Bildern 22./23. September 2018

Bei uns war dieses Berliner Zuhause-Wochenende so richtig herbstlich, drinnen und draußen:

Samstag, den 22. September 2018

Der Mann ist noch auf dem Land, weil er dort seit ein paar Tagen eine Erkältung auskuriert. Der Rest der Familie hat Tierdienst an der Schule, d.h. wir füttern die Tiere der Schule, lassen sie aus den Ställen usw. Der kleinen Tochter macht es Spaß, die Schafe mit Blättern zu füttern. Die Hühner müssen leider dieses Wochenende im Stall bleiben, weil es seit ein paar Tagen einen sehr aktiven Fuchs auf dem Schulgelände gibt.

Rückweg mit den Rädern über den Kollwitzplatz. Wir kaufen Gemüse auf dem Markt und quatschen mit Bekannten, die große Tochter braucht aus dem Bastelladen einen Holzring für einen Wunscherfüller, den sie basteln will.

Zu Hause wird der Papa stürmisch begrüßt; er wurde die letzten Tage sehr vermisst. Ich nutze dies und die Sonnenstunden, um in Ruhe Fotos von Puppen zu machen. Dieser freundliche kleine Babyjunge geht heute noch auf die Reise in sein neues Zuhause nach Leipzig.

Er hat den Apfelkorb entdeckt:

Und seine freche große Schwester Kiki, ein echtes Berliner Gör mit nadelgefilztem Gesicht, posiert vor der Graffiti-Wand.

Und auf einem schiefen Baumstumpf.

Dann Kastaniensammeln rund ums Haus mit den Kindern.

So schöne Funde. Die Kastanien fühlen sich so glatt, rund und kühl an. Die Hüllen jedoch nicht.

Der Mann hat einen Riesentüte Holunder vom Land mitgebracht. Äpfel und Birnen sind auch noch da. Ich koche den ganzen Nachmittag ein.

Die Kinder spielen draußen und drinnen. Die große Tochter bastelt ihren Wunscherfüller. Das Projekt ist seit Tagen Thema.

Dann bastelt die ganze Familie einen Eichelkranz. Mein Mann bohrt Löcher in die Eicheln…

… die kleine Tochter steckt Zahnstocher hinein…

… und die große Tochter und ich stecken die Eicheln dicht an dicht in einen Steckschaum-Ring. So sieht der Kranz dann aus:

Die große Tochter sammelt draußen ums Haus bunte Blätter und Beeren und dekoriert den Kranz noch:

Und die Essplätze zum Abendbrot  werden auch gleich mit Blättern verziert. Die Kinder haben sich Grießbrei mit Holunder-Fruchtsauce und Zimt-Zucker gewünscht; die große Tochter kocht den Brei ganz allein.

Nächste Woche ist ja Michaeli. Wir haben eine Postkarte mit einem Michael, aber dem fehlt irgendwie ein Drache. Wir überlegen gemeinsam, woraus wir einen Drachen machen könnten. Die kleine Tochter steckt einen aus Eicheln zusammen, aber der ist uns zu klein. Also filze ich den ganzen Abend einen Drachen, während mein Mann mir schöne neue Musik vorspielt, u.a. ein paar schöne Songs von Josephine Foster.

Sonntag, der 23. September 2018

Finish am Filzdrachen und Platzierung desselben vor dem Michael mit dem Schwert. Wir machen Witze, weil der Michael sich vor dem Drachen bestimmt „flach“ fühlt. Ich finde, das passt gar nicht schlecht zur Geschichte – der zweidimensionale Mensch vor dem übermächtigen dreidimensionalen Drachen.

Das Ergebnis des gestrigen Einkochens: Holundersaft, Apfelmus, Birnen-Holunder-Marmelade und Apfel-Holunder-Kompott. Der Winter kann kommen.

Die kleine Tochter hat gestern von ihrer ehemaligen Tagesmutter einen Papierdrachen geschenkt bekommen. Die große Tochter will auch einen haben, so basteln wir kurzerhand einen. Sie sammelt draußen leichte Stöckchen für das Gerüst, das wir mit Bindfaden fest zusammenknoten. Dann malt sie einen Schmetterling auf Seidenpapier, das wir um das Hölzchengerüst kleben und dann drachenförmig ausschneiden. Der kleine Drache fliegt besser als ich vermutet hätte.

Herbstspaziergang in den Park. Die große Tochter ist schlechter Laune, weil ihr Drache nicht so gut fliegt wie der ihrer Schwester.

Dafür finden wir den „Elefantenbaum„, von dem die kleine Tochter seit Jahren erzählt und den ich immer für ein Gerücht gehalten habe:

Der Drache der kleinen Schwester fliegt aber auch wirklich toll, obwohl kaum Wind weht.

Ach, Herbst! Die braunen Blätter rascheln so schön. Und fliegen durch die Luft:

Nach Spaziergang und Mittagessen backe ich unsere berühmten Fladen, diesmal mit Dinkel- und Weizenmehl sowie einer Handvoll Chia-Samen.

Beim Brötchenformen schaue ich diesen super interessanten Film auf arte.tv: „Vererbte Narben – generationsübergreifende Traumata“. Das ist ja auch mein Credo: Man muss sich den Familientraumata stellen, sie ansehen und sie bearbeiten, sonst gibt man sie an die eigenen Kinder weiter. Das ist eine schwere Aufgabe und ein harter Prozess, aber unheimlich wichtig. Große Guck-Empfehlung!

— Endlich regnet es!! Und drin wird es richtig gemütlich. Wir igeln uns für den Rest des Tages ein. Die Tochter schminkt und frisiert mich und zieht mich schick an. Sie wählt ein gelbes Chiffonkleid, das ich vor Jahren mal beim Secondhand als Verkleidungskleid gekauft habe. Auch der Papa muss sich auf Geheiß der Tochter schick anziehen. Und wir werden von der Tochter fotografiert:

Und dann kommt noch spontaner Besuch vorbei, unsere Freundin mit Hund und meinem süßen Patenkind in spe, bei dessen Geburt ich vor anderthalb Jahren dabei war. Wir quatschen, die Kinder spielen zusammen mit dem Kleinkind und dem Hund, und wir essen alle zusammen in unserer Küche zu Abend. Und ich die ganze Zeit im schulterfreien Chiffonkleid und schiefer Schminke im Gesicht 🙂 So schön, dass manche Menschen noch spontan bei anderen vorbeischauen! Und dass einem vor wahren Freunden nichts peinlich sein muss, keine schiefe Schminke, und auch kein völlig chaotisches Wohnzimmer mit Haufen von Bastelmaterial und unaufgeräumten Spielecken!

Dann aber ist Bettgehzeit für die Kinder und Bade- und Pflegezeit für mich.

Morgen beginnt wieder der Alltag, sicher ein volles e-mail-Postfach und jetzt schon viele ToDos auf der Liste. Ich hoffe, Ihr hattet auch alle ein gutes Wochenende und könnt ein wenig erholt in die Woche starten.

Wie immer findet Ihr weitere Wochenenden in Bildern hier, bei Susanne Mierau von Geborgen Wachsen.

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