Der weiße Tag zur Ewigkeit: Wochenende in Bildern 13./14. Februar 2021

Wir waren überwältigt. Überwältigt vom Schnee, vom Weiß, von der Sonne am blauen Himmel. Denn wir haben unser Haus auf dem Land noch nie in voller verschneiter Winterpracht gesehen. Dieses Wochenende war das erste seit fast vier Jahren, an dem A. das Haus in dickem Schnee verpackt war und B. wir da waren. Wir haben gestaunt und im Schnee getollt. Draußen Feuer gemacht und Bratäpfel gegrillt. Die herrliche Sonne und den blauen Himmel angeschwärmt. Uns drinnen am Ofenfeuer aufgewärmt und gemütlich im warmen Bett Filme geguckt. Wir haben gebacken und gekocht, genäht, gelesen und gespielt. Also ein Wochenende ganz in unserem Sinne.

Und endlich darf ich mal ein echtes Schnee-Gedicht posten! Ich warte seit Jahren darauf. Aber nie war Schnee, immer nur braungraues Matschewetter. Ich habe ein ganz einfaches, Schnee-fröhliches und positives Gedicht ausgesucht, weil wir uns so über den dicken Schnee gefreut haben:

Samstag, der 13. Februar 2021

Noch sind wir in Berlin. Der Tag beginnt damit, dass die große Tochter eine Holzkommode aufbaut, die den Schreib- und Malkram der Kinder beherbergen soll. „Mama, darf ich aufbauen?“ fragt sie. „Das ist wie Lego, nur in echt!“ Recht hat sie. Und sie macht es perfekt.

Die kleine Tochter malt und schneidet inzwischen. Ich liebe ihre Figuren. Sie haben so etwas Treuherziges.

Die kleine Tochter platziert eine meiner Puppen im Puppen-Hochstuhl, den eigentlich die Puppe der kleinen Tochter benutzt, wenn wir essen und die Puppe mitessen soll.

Die Kommode ist fertig aufgebaut. Auch ein guter Platz für Puppen, wie ich finde.

Bei knallblauem Himmel ab aufs Land. Hier auf dem Weg zum Auto.

Auf dem Land machen wir erstmal am See halt. Er ist bis auf ein paar Stellen zugefroren. In den Wasserstreifen sitzen Schwäne.

Wir sind bezaubert von dem dicken Schnee, der hier liegt. Und vom Himmel. Und von der Sonne. Was für eine Schönheit.

Am Seeufer.

Mein Mann und die Kinder testen das Eis. Der See ist in Ufernähe flach, so dass das Risiko gering ist. Sie gehen nur so weit, wo noch Fußspuren in der Schneedecke sind. Aber sie kommen bald ans Ufer zurück, weil allen nicht ganz geheuer ist. Mein Mann ist als Kind schonmal eingebrochen. Wir wissen, dass im Moment mit den Eisdecken auf den Brandenburger Seen nicht zu spaßen ist. Man kann nicht sicher sein, ob die Eisschicht trägt.

So eine schöne, glatte weiße Fläche im Hintergrund. Da würde man am liebsten hinüberwandern auf die andere Seite. Wir sehen sogar Fuß- und Schlittenspuren. Aber wir wollen es lieber nicht wagen.

Das Tor am Haus ist eingeschneit.

Hinterm Haus. Die Erde hat endlich Kälteschutz durch eine Schneedecke. Braucht sie auch, denn nachts hat es hier bis zu -16°C in diesen Tagen.

Eiszapfen am Vordach.

Die kleine Tochter prüft mit einem Stock die Tiefe des Schnees auf dem Grundstück.

Die Bank am Grundstücksende ist dick eingeschneit. „Sie sieht aus wie eine dicke Torte“, sagt die große Tochter.

Der Wäscheständer hat plötzlich bizarre Formen.

Zum späten Mittagessen gibt es Pizza, die wir draußen vor dem Haus in der Sonne essen.

Bei diesem Blick lässt sich die Pizza schon genießen.

Und nochmal übers Grundstück tollen, mit Kindern und Hunden.

Etwa um 15 Uhr verschwindet die Sonne hinter den Bäumen.

Da gehen wir rein und machen eine gemütliche Mittagspause. Wir kuscheln uns ins große Bett. Ich schaue mit der großen Tochter „Anne with an E“ auf Netflix. Zauberhaft. Wir lieben beide die Geschichte und die tollen Figuren.

Als wir aufstehen, geht die Sonne bereits hinterm Wald unter.

Wir spielen eine Runde Scotland Yard.

Die Kinder essen Abendbrot und gehen dann ins Bett. Ich gehe noch eine Runde mit den Hunden raus und erfreue mich am Sternenhimmel. Deutlich zu erkennen der Gürtel des Orion.

Ich habe dummerweise keine Handschuhe dabei. Aber meinen alten Kaschmirpulli, der bei einer der letzten Wäschen etwas eingegangen ist. Ich nähe mir kurzerhand Handschuhe und eine Mütze aus dem Pulli. Und bin begeistert – endlich Handschuhe, die mir richtig gut passen! Sie sind echte Handschmeichler. So weich!

Mein Mann und ich essen zu Abend, was die Kinder nicht so mögen: Wildschweingulasch, ein Rest vom Weihnachtsessen, das wir eingefroren hatten. Sehr wohltuend nach so einem Tag im Schnee.

Aber lang machen wir heute auch nicht. Wir stehen ja immer schon gegen sieben Uhr auf, da sind wir nach diesem erfüllten Tag einfach platt. Ab ins warme, weiche Bett. Ich schlafe sofort ein, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt hat.

Sonntag, der 14. Februar 2021

Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster über den Schuppen. Ich mag ja das WWL-Wort nicht, aber es kommt mir schon in den Sinn, wenn ich den Blick hier schweifen lasse.

Mein Mann und ich gehen noch vor dem Frühstück raus, um das Licht und die Landschaft zu bewundern. Die Hunde schnuppern und toben im Schnee herum und sind ganz wild.

Meine neuen Handschuhe, meine neue Mütze.

Ich schaue, wie nass bzw. pulverig der Schnee ist. Er ist pulverig.

Die kleine Emma kaut einen kleinen Schneeklumpen und verrenkt sich fast dabei.

Ich muss hier kurz damit nerven, dass ich unser kleines Hündchen total süß finde. Dieser Schnee auf der Nase! <3

Eine Fuchsspur am Grundstücksende. Die Spuren von Füchsen bilden eine schnurgerade Linie, wobei die Abdrücke lang und schmal sind. Ich freue mich. Ich mag Füchse. Das sind faszinierende, wunderschöne Tiere.

Heute soll der Himmel wieder blau werden. Man ahnt es schon.

Frühstück. Gerade, als wir uns setzen, hüpfen zwei Rehe über die große Wiese gegenüber vom Haus.

Auf dem Buffet: Das Tagebuch der Edith Holden mit Februar-Bildern. In der Umgebung von Edith Holden ist der Februar offenbar schon deutlich vorfrühlingshaft. An Schneeglöckchen ist hier bei uns noch nicht zu denken.

Obwohl: Diese kleine Birke, die mein Mann vor ein paar Wochen mit Wurzel gefunden und in Wasser gestellt hat, knospt.

Birkenknospen.

Brötchenteig. Die Backschüssel darf auf dem Ofen ein bisschen warm werden, weil sie aus der ziemlich kalten Küche kommt.

Ich nähe eine weitere Mütze aus dem Kaschmirpulli und nochmal Handschuhe. Denn die Mütze von gestern war etwas eng. Sie passt der großen Tochter besser als mir.

Heute wird draußen Feuer gemacht. Eine Suppe aus den Gulaschresten von gestern und Gemüse wird über dem Feuer erwärmt, und Äpfel auf den Rost gelegt. Die Äpfel waren im Schuppen in unserer Abwesenheit tiefgefroren. Jetzt werden sie Bratäpfel. Die Kinder bahnen inzwischen Wege übers Grundstück mit Schneeschaufel und Besen.

Mein Mann hat im Schuppen gekramt und zwei Saftflaschen mit dunklem Inhalt gefunden. Beim Öffnen stellt sich heraus: Die 1-Liter-Flasche ist ein vergessener Schlehensaft, den ich vor zwei Jahren gemacht habe. Das kleine Fläschchen ist unklarer Herkunft, aber es handelt sich dabei offenbar um schwarze Johannisbeeren, die in Rum eingelegt wurden. Das muss noch von den Vorbesitzern stammen. Wir brauen aus beidem einen exzellenten Erwachsenen-Punsch, der perfekt zum Wetterchen und unserer Stimmung passt.

Ach ja, wir feiern den Valentinstag hier nicht, nur falls sich eine*r fragt. Mir fällt das mit dem dem Valentinstag aber ein, als wir so gemütlich zu zweit am Feuer sitzen, der Glühpunsch uns so schön von innen wärmt und wir so traulich miteinander plaudern. Was wir definitiv nicht brauchen, sind irgendwelche Valentins-Gimmicks oder rote Herzchen. Denn die haben wir ohne Valentins-Getue bereits im Bauch 😀

Bei diesem Blick in die Bäume um uns herum fällt auch inneres Glitzern nicht schwer.

Die Kinder haben ihre Pfeil und Bogen aus dem Schuppen geholt und spielen Jagen.

Aber bald wird ihnen zu kalt und sie gehen ins Haus.

Wir Eltern folgen auch bald und legen uns zur Mittagspause. Für mich heute wieder „Anne with an E“ mit der großen Tochter im Bett — herrlich. Ich liebe diese Serie. Sie ist so wunderschön gemacht, dass man richtig eintauchen kann. Die Darsteller sind so unglaublich gut und spielen die Rollen dermaßen überzeugend, dass man völlig vergisst, dass es sich um Filme handelt. Ein echt immersives Erlebnis. Besser kann Filmkunst nicht sein. (In diesem Bericht von meinem „perfekten Tag“ im Januar 2020 habe ich schonmal ausführlich von dieser Serie geschwärmt – mit Fotos, also falls es jemanden interessiert.)

Nach der Mittagspause dämmert es schon wieder. Ich gehe mit den Kindern und den Hunden nochmal spazieren.

Die Mondsichel ist in echt riesig und viel schmaler als auf dem Foto.

Der Mond hinterm Hochsitz.

Zu Hause backe ich Brötchen für morgen und einen selbst ausgedachten Schokoladenkuchen. In den Kuchen kommt das Püree von den Rum-Johannisbeeren aus dem kleinen Fläschchen heute. Ich konnte das nicht wegwerfen. Der Kuchen riecht herrlich; ich bin gespannt, wie er schmeckt.

Der Sonntag Abend klingt aus mit dem Schreiben dieses Berichtes, was ich ja immer sehr genieße. Weitere Wochenenden in Bildern hier bei Große Köpfe, wie jede Woche.

Morgen geht’s bei uns weiter mit Homeschooling und allem anderen Home-Quatsch. Es ist total krass, aber obwohl wir Eltern beide zu Hause sind und mein Mann zur Zeit nicht arbeiten kann, ist trotzdem alles viel zu viel. Wir beide sind von morgens 7 Uhr bis abends 21 Uhr aktiv ohne Pause, und ohne dass wir etwas „für uns“ machen. Das heißt, die 14 Stunden vergehen für uns beide ausschließlich mit Arbeit, Care-Arbeit sowie Haushalt & Co. Ich finde ja, dafür sollten alle Eltern vergütet werden. Und: Care-Arbeit muss sichtbar werden. Morgen kommt auch bei uns wieder Homeschooling dazu. Die schwere Zeit ohne Schule und Lockdown-Bedingungen wird vorüber gehen. Wir sehen es pragmatisch und beißen die Zähne zusammen. Was anderes bleibt ja nicht übrig.

Für uns steht diese Woche viel Arbeit, ein paar extrakurrikuläre Aufgaben sowie der 12. Geburtstag der großen Tochter an. Wow, 12 Jahre. ist sie nicht gerade erst in die Schule gekommen??? Ich bin ja immer wehmütig und emotional an den Kindergeburtstagen und freue mich gleichzeitig total mit den Kindern mit. Also wird diese Woche auch sehr schön.

Ich wünsche allen Leser*innen ebenfalls eine gute neue Woche. Auf dass Ihr Eure Aufgaben halbwegs gemanagt bekommt und hoffentlich das Winterwetter genießen könnt!

Deine Maike

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. …ui viele bilder liebe maike, das wochenende war auch ganz schön gefüllt bei euch…ich hoffe du konntest etwas auftanken und hattest auch einen schönen geburtstag…
    herzlichst
    annette

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