Der tiefe Winter (von Januar bis Mitte Februar) ist die Zeit der Stille und des verborgenen Wachstums. Während die Natur nach außen hin ruht, entwickelt sich in ihr ganz langsam eine kraftvolle Energie, genau wie in uns selbst. Statt neue Vorsätze zu erzwingen, dürfen wir dieser natürlichen Dynamik vertrauen und in uns hineinhorchen.
Das verborgene Leben unter der Stille
Nach Weihnachten kehrt in der Natur absolute Ruhe ein. Auch wenn es nicht schneit, spürt man draußen, dass das Leben der Bäume, der Pflanzen und Tiere zur Ruhe gekommen ist. Alles ist nun wie abgestorben. Die Ackerflächen sind weiß oder frostig, die Blätter abgefallen oder trocken und braun. Es ist still draußen, kein Ton regt sich mehr. Doch natürlich ist das Leben immer noch da. Es hat sich nur zurückgezogen. Unter der Erde schlummern die Keime: Leben in Konzentration, das die später erblühende Pflanze schon in sich trägt. Die Tiere machen Winterschlaf in ihren verborgenen Höhlen, oder leben langsamer, zusammen gekauert in Erdkuhlen, der Herzschlag verlangsamt. Aber sie leben. Und in sich tragen sie neues Leben: Jungtiere, Samen, Eier oder auch nur die Energie, die in wenigen Wochen das Leben neu erblühen lässt.

Innehalten statt Anpacken
Auch wir Menschen dürfen uns jetzt, solange es noch dunkel und kalt ist, viel drinnen aufhalten. Wir dürfen getrost ein wenig innehalten und die Dinge sich entwickeln lassen. Hektisches Anpacken neuer Vorsätze ist im stillen Januar vielleicht gar nicht so gut. Nachhaltiger verändern wir etwas, wenn wir in uns lauschen und der Natur, unseren inneren Keimen ihren Lauf lassen. Du darfst sicher sein, dass sich in Dir etwas entwickelt, auch wenn es nicht direkt an die Oberfläche kommt.
Die Kraft der inneren Arbeit

Diese innere Arbeit ist kostbar. Sie benötigt Zeit, Raum und vor allem Geduld. Du kannst dir das vorstellen wie Träume während der Nachtruhe, die ja auch wichtig sind. Innere Arbeit, auch wenn sie unbewusst ist, ist eine Qualität, die der Januar uns schenkt. Während die meisten Menschen fieberhaft ihre guten Vorsätze in die Tat umsetzen wollen, erlauben wir uns, in der Stille zu verweilen. Hier, in dieser scheinbaren Untätigkeit, geschieht das, was wichtig ist: Wir verbinden uns mit unseren Sehnsüchten, mit unseren wahren Bedürfnissen jenseits von Erwartungen und Druck. Die Samen, die wir in dieser Zeit pflegen, werden später mit einer natürlichen Kraft sprießen und erblühen, die keine Willenskraft erzwingen kann.
Sich selbst auf die Spur kommen
Ich werde die kalten Wintermonate nutzen, um mir Zeit zu lassen und einmal etwas stärker zu horchen. Ich bin ja eine Person, die immer tätig ist, die mit der ständigen Tätigkeit aber auch Gefühle verdeckt bzw. nicht zulässt. Diesen Gefühlen will ich zur Zeit auf die Spur kommen. Und ich hoffe, dass mir das gelingt, wenn ich nicht ständig etwas tue.
Was du im Januar tun kannst, um seine Energie aufzunehmen:
- wenig äußere Einflüsse / Ruhe genießen: Dich nicht ständig berieseln lassen, sondern öfter Tätigkeiten ganz in Stille verrichten. Spazieren gehen, Handwerken/Handarbeit… ganz ohne Gespräche, Musik und/oder Medien.
- Meditieren, Schlafen, Träumen, Sinnieren… im Bett, in der Badewanne, in der Natur…
- ganz langsam und achtsam dekorieren, z.B. mit Efeu (zu meinen Ideen fürs Dekorieren mit Efeu), oder mit kleiner winterlicher Blumen-Dekoration), oder den Jahreszeitentisch neu herrichten
- In Ruhe basteln / etwas Schönes herstellen: fast echt aussehende Schneeglöckchen aus Papier, absolut süße Schneekinder aus Holzfiguren oder die herzallerliebsten Sprossenkinder
- achtsam kochen und essen, z.B. diesen winterlichen Feldsalat (einer meiner Favoriten, esse ich im Winter mindestens 3x wöchentlich!), oder diese winterliche Linsensuppe mit Orange.
Auf dem Blog und auf Instagram (@feinslieb_jahreskreis) gibt es weiterhin Schönes zu entdecken – vor allem Impulse für ein nachhaltiges, sinnerfülltes Leben im Einklang mit der Natur, altes Wissen über den Jahreskreis, alte Bräuche und Rituale, und wie wir sie heute als moderne Menschen für uns lebendig und nutzbar machen können.
Ich möchte darein vertrauen, was sich an Neuem in mir entwickelt. Wer weiß, was sich da tut. Ich bin neugierig, was das neue Jahr bringen wird.
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Ich freue mich, wenn Du mich bei dieser Reise begleitest! Auf Instagram bin ich wie gesagt @feinslieb_jahreskreis und freue mich, wenn Du mir folgst. Hier teile ich Impulse zum achtsamen Leben im Einklang mit den Jahreszeiten. Außerdem findest du schöne Fotos von Natureindrücken und von unserem Leben in unserem Haus auf dem Land oder in Berlin. Folg mir dort gern und lass dich von der Ruhe des Winters inspirieren.


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