Der Ruf des Pirols: Unser Wochenende in Bildern 4./5. Mai 2019

Wir waren endlich wieder in unserem Haus auf dem Land! Und es war wunderschön. Wir haben eine Mischung aus Mai- und Aprilwetter erlebt mit Hagel, Sonnenschein, Frost und Wolkenbergen. Wir haben Rehe, Hasen und Füchse gesehen und dem tropischen Rufen eines Pirols gelauscht. Wir haben Spaziergänge gemacht, in der Hängematte geschaukelt und gegrillt.

Weil leider viel Zeit mit dem nicht richtig funktionierenden Upload von Bildern draufgegangen ist (gestern Abend und heute…), gibt es den Beitrag erst heute, am Montag.

Samstag, der 04. Mai 2019

Samstagmorgen in Berlin: In unserer Wohnanlage blüht es überall.

Vor unserem Haus gibt es Fliederbüsche in allen Farben. Und in weiß:

Wir fahren heute zum ersten Mal seit den Herbstferien wieder in unser Haus auf dem Land, denn wir hatten es über den Winter an einen Bekannten vermietet. Wir sind alle aufgeregt und freuen uns ganz doll. Und es ist alles so schön und prächtig, so neu und gleichzeitig so gewohnt. Das Haus hat einen unvergleichlichen Geruch, den ich sehr liebe – ein wenig nach Holzofen, ein wenig nach frisch gebackenem Brot, ein wenig nach Landluft. So riechen nur alte Bauernhäuser.

Hinter dem Haus sind Ahorn und Linde ergrünt:

Beim Gang übers Grundstück sehen wir lauter (Blüten-)sprossen. Hier mein geliebter Weißdorn, der im Juni so viele Insekten anzieht, und den ich dieses Jahr unbedingt einmal verarbeiten möchte. Man kann eine heilende Tinktur und einen Herzwein daraus herstellen, aus Blüten und Blättern.

Und hier die Maiwipferl, also die jungen Sprosse der Fichten. Daraus möchte ich wieder Fichtennadelhonig und Badezusatz herstellen. Der Fichtennadelhonig ist einfach super zu Quarkspeise. Das ergibt dann Quark mit Waldgeschmack. So lecker!

Ganz besonders freuen wir uns über unsere neuen Mitbewohner; Auf dem Stumpf der Birke, die wir letztes Jahr fällen mussten, haben sich rote Waldameisen angesiedelt. So holt sich die Natur diesen Ort wieder zurück und macht das Beste draus. Das freut uns sehr.

Der Flieder blüht auch schon.

Am Holzstapel hat ein Vogel ein Nest gebaut. Eier liegen aber keine (mehr?) drin.

Auch die Kinder entdecken alles neu. In ihren Beeten sind Tulpen und Traubenhyazinthen gewachsen, leider sind sie aber schon fast verblüht. Überhaupt sehen wir viele, viele verblühte Frühlingsblumen. Das heißt, es sind viele der gesteckten Zwiebeln vom Herbst aufgegangen.

Jeder macht heute Nachmittag seins: Ich hole Blumen ins Haus. Maiglöckchen für den Esstisch und die Küche, Flieder fürs Wohnzimmer…

… und die letzte geschlossene Tulpe mit weiterem Flieder fürs Bad.

Mein Mann hackt Holz, einige der Scheite sind zu breit für den Ofen.

Die kleine Tochter fährt Rad…

Die große Tochter liest am offenen Fenster.

Und ich säe noch viele Handvoll Wildblumen aus, auch auf der Wiese gegenüber vom Haus. Abends spielen die Kinder Springturnier. Sie (und der Hund) springen über selbst gebaute Hindernisse in Ess- und Wohnzimmer. Immer hin und her.

Sonntag, der 5. Mai 2019

Am Morgen ist alles Grün, alle Blüten, Bäume und Gräser von einer Frostschicht bedeckt. Das sieht total bizarr aus. Aber wunderschön, wie alles in der Sonne glitzert.

Nach dem Frühstück brechen wir zu einem frühen Waldspaziergang auf. Auf dieser Wiese sehen wir eine Feldhasenfamilie. Bis wir kommen und sie mit unseren Geräuschen vertreiben…

Die Kinder spielen „Ausritt“ und hüpfen und springen dabei durchs Gebüsch und über allerlei Hindernisse. Mein Mann und ich lauschen dem exotisch anmutenden Gesang des scheuen Pirols, der uns immer an den Ruf des Leierbirds in Australien erinnert, den wir dort mal gesehen und gehört haben. Leider bekommt man den knallgelben Pirol nur schwer zu Gesicht, weil er sich immer ganz oben in hohen Bäumen hinter den Blättern versteckt.

Die Silberpappeln sind noch unbelaubt.

Ich finde Knoblauchrauke,

Die große Tochter ist fasziniert von einer gespaltenen roten Eichel, die ausgetrieben ist und eine Eiche werden will. Es gibt einige solcher Baumwinzlinge im Waldboden.

Zuerst bildet sich wohl die Wurzel. Denn dieser Trieb steckt fest im Boden, aber der Stammansatz ist noch winzig.

Wir schauen auch beim Weiher, ob es noch Anemonen gibt. Auf dem Weg zum Weiher sehen wir Rehe weghüpfen, ein großes und ein kleines. Aber die Anemonen-Saison ist anscheinend schon vorbei. Ganz davon abgesehen gibt es hier gerade keinen Weiher. Er ist vollkommen ausgetrocknet, wahrscheinlich wegen der Dürre im letzten Jahr. Dafür wächst überall eine Art Schilf. Meine Tochter steht hier sozusagen mitten im See. Ich finde es faszinierend, dass die Natur hier je nach Witterung jedes Jahr anders aussieht.

Nach Hause geht’s ein Stück bergauf.

Am Nachmittag haben wir Besuch und es gibt Zimt-Kardamom-Schnecken und den köstlichen Rhabarberkuchen, den der Besuch mitgebracht hat.

Über die Mittagspause haben beide Kinder angefangen zu husten und zu schnupfen. Au wei, jetzt haben wir zwei erkältete Kinder. Na kein Wunder, bei den eisigen Temperaturen der letzten Tage….
Und trotzdem klettert die große Tochter in der warmen Nachmittagssonne auf die junge Eiche an unserer Feuerstelle.

Die kleine Tochter und ich schaukeln in der Hängematte. Sie stößt uns mit einem Stock an.

Dann will auch sie über die Hängematte auf die Eiche klettern.

Mein Mann macht in der Zwischenzeit Feuer, und wir grillen. Und spielen ein Würfelspiel mit Gemüsescheiben, bis die Kohle glüht und die Würstchen heiß sind.

Weil die Kinder wegen der Erkältungen einen matten Eindruck machen und morgen sowieso einen Pausetag zu Hause machen, beschließen wir, noch einen Tag hier zu bleiben. Ich kann auch von hier aus arbeiten, mein Mann kann seine Termine verschieben.

Mein Mann und ich machen noch einen Abendspaziergang, während die Kinder hustend in Decken gehüllt einen Film schauen.

Der Himmel ist hier sehr groß. Und weit.

Vor den muhenden und trampelnden Kühen hat der Hund Angst.

Als wir diesen kleinen Bach überqueren, sehen wir einen prächtigen Fuchs weglaufen. Er trabt weiter Richtung Dorf.

Und das war’s! nächstes Wochenende sind wir wieder hier auf dem Land. Wir freuen uns jetzt schon.

Weitere Wochenenden in Bildern hier, bei „Große Köpfe“.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    Gern möchte ich einen lieben Gruß da lassen. Ich finde ihre Wochendeinblicke jedes Mal wieder wundervoll und lese sie mit Genuss. Ihre schönen Bilder runden die Beiträge gut ab. Grosses Lob an ihren Sinn für Ästhetik und den Hang zum besonderen im kleinen.
    Alles Liebe
    Karolin

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