PuppenMITmacherei 2021: Ideen und Inspiration

Ich mache zum ersten Mal mit bei der PuppenMITMacherei von Mariengold und Naturkinder, also von Maria und Caro, die ich schon unterschiedlich lang zu meinen Puppenmacherinnen-Freundinnen zählen darf. Heute ist der erste Termin der gemeinsamen Puppenmacherei.

Die Aktion PuppenMITMacherei bedeutet, dass jede*r, die möchte, ab heute bis November an monatlichen virtuellen Treffen teilnimmt und dabei Schritt für Schritt eine Puppe entstehen lässt. Jede*r macht eine Puppe, die sie machen möchte; dabei entstehen ganz unterschiedliche Puppen. Wer will, schreibt Blogbeiträge dazu und teilt Bilder ihres Prozesses in den sozialen Medien (Hashtag dieses Jahr: #puppenmitmacherei2021). Wer mehr zu den Terminen und Aufgaben dieses Jahr wissen möchte, schaue hier bei den Initiatorinnen Mariengold und Naturkinder.

Werde ich diese Puppenbeine für die Puppe verwenden?

Die Puppen und ich

Wer mich noch nicht kennt, darf hier erfahren, das ich schon eine ganze Weile Waldorfpuppen nähe. Ich habe schon als Jugendliche Puppen genäht. Auch meine Mutter hat Waldorfpuppen für mich genäht, und auch andere Eltern dabei angeleitet. Richtig angefangen habe ich aber wie viele andere Puppenmacher*innen, als mein eigenes Kind alt genug war, um eine Puppe zu bekommen. Für mich stand fest, dass ich ihre erste Puppe selbst nähen würde. Das tat ich dann in einem Kurs bei Maria, mit der ich auch zusammen studiert hatte. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen… erst habe ich Puppen für den Freundes- und Familienkreis genäht, dann habe ich angefangen, mit eigenen Herstellungstechniken und Stilen zu experimentieren und die Puppen auch an “Unbekannte” zu verkaufen.

Caro kannte ich bis vor drei Jahren gar nicht – die Puppenmitmacherei war irgendwie immer an mir vorübergegangen. So hatte ich “Naturkinder” gar nicht auf dem Schirm. Aber dann machte ich bei “Puppen und Packen” mit. Und Caro schickte mir im Zuge dieser Aktion das allerschönste Päckchen, das ich je in meinem Leben bekommen habe! Seitdem hat sie einen Platz in meinem Herzen und zwei unserer Puppen wunderschöne Kleider aus ihrer tollen Wolle.

Deswegen freue ich mich umso mehr, jetzt bei der PuppenMITMacherei dabei zu sein! Davon erfahren habe ich dieses Jahr über Eure Ankündigungen auf Instagram.

Ideensammlung: Ideen und Inspirationen

Beim heutigen Termin geht es um Ideensammlung: Welche Art von Puppe möchte ich nähen? Was geht mir dazu im Kopf herum? Will ich etwas Neues, Gewagtes ausprobieren? Was? Möchte ich jemandem die entstehende Puppe schenken? Wenn ja, wem? Möchte ich vielleicht ein Tutorial ausprobieren? Etwas verwenden, was schon länger in meiner Schublade herumliegt?

Puppenteile aus meinen Schubladen

Ich habe ich in den letzten Wochen meine Schubladen geöffnet und verschiedene Puppenteile, meist Köpfe, herausgekramt. Ich wollte schauen, was die angefangenen Teile mit mir machen. Ob eines der Teile bzw. Köpfe mich besonders anrührt und mir sagt: “Ich möchte zu einer ganzen Puppe werden”.

Zuerst wollte sich in meinem Herzen nichts regen. Keines der Teile ließ in meiner Seele ein Bild von einem Puppenwesen aufsteigen, das mich intuitiv ansprach. Am ehesten noch der kleine Puppenkopf unten links, wahrscheinlich, weil er so viel Freiheit für innere Bilder lässt.

Falsche Fährte

Dann drängte sich ein anderes Projekt vor. Ich habe schon eine Weile eine Puppe im Sinn, auf die ich auch große Lust habe, für die ich aber einen kleinen Schubs brauche. Nämlich ein neues Puppenmodell für die Puppenkurse zu entwickeln, die “nach Corona” in unserem Haus auf dem Land stattfinden sollen. Heute morgen dachte ich noch, das ist das richtige Projekt für die PuppenMITMacherei, weil ich dann nach Feedback für die Puppe fragen kann und ggf. Anregungen aus der Community einfließen lassen kann.

Aber als ich dann die Puppenteile auf dem Tisch auslegte, um sie zu fotografieren, hatte ich plötzlich das Gefühl, das falsche Vorhaben zu verfolgen. Ich merkte, es wäre doch besser, ein echtes Herzensprojekt zu verfolgen. Eine Puppe zu nähen, die ich einfach wunderschön finde, die mein Herz zum Klopfen bringt. Eine freie Puppe, die ich so schön mache, wie ich nur irgend kann. Denn mir schwebt schon lange eine Puppe vor, die ich gern mal nähen würde…

Die allerschönste Puppe

Und das soll sie jetzt werden: einfach eine wunderschöne, wahrscheinlich eher große Puppe. Ich kann ja auch bei dieser versuchen, ein bisschen mit Herstellungstechniken zu experimentieren. Auf jeden Fall möchte ich eine Puppe machen

  • mit eher schlanken, langen Gliedmaßen
  • mit zarten Schultern
  • mit ausgearbeiteten Ellenbogen und Knien, eventuell sogar Fingern und Zehen (aber das steht noch nicht fest)
  • und zum ersten Mal mit Ohren!
  • mit selbst gemachten Schuhen
  • mit zart gestrickter Kleidung und weichen, umhüllenden Stoffen
  • in zarten Farben

“Zart” ist also offensichtlich das Stichwort. Ich weiß nicht, ob einer der Puppenköpfe aus meinem Fundus oben zu diesem Wesen passt. Ich denke, das muss ich ausprobieren. Ich werde den Kopf oben in der Mitte einmal mit Stoff beziehen und sehen, wie das dann aussieht.

Bitte um Hilfe

Ich würde mich sehr über Hinweise zu folgenden Themen freuen:

  • Fotos/Bilder von “zarten Puppen”. Sehr dünn sollten sie nicht unbedingt sein, aber einen zarten, sensiblen Eindruck machen
  • Anleitungen für Puppenschuhe aus Leder oder Filz
  • Anleitungen für das Gestalten von Zehen und Fingern
  • Hinweise / Fotos von unkonventionellen Herstellungstechniken

Inspiration

Ich habe heute den späten Nachmittag genutzt und auf Pinterest sowie ganz schnöde mit Google nach “zarten Puppen” gesucht. Bei Pinterest wurde ich fündig bei Tatjana von “The doll on the shelf”. Der Körperbau ihrer Puppen ist in etwa das, was mir für die Puppe vorschwebt.

Da fiel mir ein, dass auch Fabiola von fig & me, die ich auf dem Internationalen Waldorfpuppen-Seminar 2018 in den Niederlanden kennen gelernt habe, zum Teil so zartgliedrige Puppen macht. Sie hatte da früher einmal so eine Serie mit zarten, kleinen Puppen, die ganz allerliebst waren – ich glaube, die nannte sie “Ballerina Dolls” (Update 12.05.: Sie nannte sie “Mannikin Dolls”, wohl von “Mannequin” hergeleitet). Ich habe heute mal wieder ihre Seite besucht, eigentlich, um diese zarten Puppen nochmal anzuschauen, aber die habe ich nicht gefunden. Aber eine Puppe in Hosen, die auf der Startseite in der ablaufenden Diashow im Winter zu sehen ist, kommt dem, was ich machen möchte, recht nah.

Und außerdem bin ich ein Fan von den Puppen von Dorota Strzebonska von Mum & Dot, die beim Internationalen Waldorfpuppen-Seminar 2018 meine Tutorin war. Ihre Puppen sind große Klasse. Ganz zauberhaft. Zwar soll meine Puppe nicht so “niedlich” und pausbäckig werden wie die von Dorota. Aber mir gefällt der gewisse zarte, verletzliche Ausdruck, den Dorotas Puppen haben.

Kopfgestaltung

Vielleicht werde ich ein Gesicht filzen. Meine gefilzten Gesichter waren bisher immer nicht so toll, wie ich finde. Im Zweifelsfall haben mir meine einfachen Waldorf-Köpfe immer besser gefallen…. Auch schlichte Waldorf-Köpfe mit lediglich abgebundener Augenlinie können ausdrucksstark aussehen.

Aber vielleicht wage ich mich nochmal an einen Filzkopf. Wenn der nichts wird, kann ich ja immer noch einen normalen Kopf machen.

Die Ausstattung für meine Puppe

Haare: Ich möchte Haare verwenden, die ich noch habe. Was das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich werde wohl, wenn die Puppe bis auf Haare und Gesichtsgestaltung fertig ist, in meine Haar-Kisten schauen und dann entscheiden, was für eine Frisur sie bekommt. Im Moment schwebt mir etwas Freches, Bauschiges, Wildes vor, z.B. lockige kleine Rattenschwänzchen an der Seite. Wir werden sehen, was es wird.

Die Gesichtsgestaltung (Augenfarbe/Augenform/Sommersprossen?…) überlasse ich auch meiner Intuition. Im Moment stelle ich mir warme, liebe, braune Augen vor, aber wer weiß, ob das so bleibt.

Zur Kleidung: Ich möchte keine neuen Stoffe kaufen, weil mein Fundus an schönen Stoffen und Wollen groß ist. Also werde ich mich von den vorhandenen Stoffen / Wollen inspirieren lassen und irgendwas Kuschliges in weichen Farben draus machen. Ganz bestimmt werde ich etwas stricken, vielleicht eine Mütze, vielleicht einen Pulli oder eine Jacke, oder gar ein Höschen? Ich weiß es noch nicht.

Im Moment möchte ich folgende Kleider anfertigen:

  • eine warme Leggings aus Kaschmir-Strick (das auf jeden Fall!)
  • ein langärmliges T-Shirt aus sehr dünnem Wollstoff, vielleicht bestickt, für untendrunter
  • ein zarter Unterrock, vielleicht aus feinem Tüll
  • vielleicht ein Strickkleid?
  • vielleicht auch ein cooles, lockeres Jersey-Kleid im “Berlin-Style”??? (da habe ich große Lust drauf!)
  • vielleicht eine fesche (kurze?) Latzhose aus Tweed oder einem anderen “boyish” Stoff
  • eine zarte Bluse/Tunika aus einem feinen Stoff
  • einen warmen Schal
  • eine freche Mütze
  • einen kuschligen Mantel
  • Unterwäsche! Auf jeden Fall eine Unterhose.
  • und natürlich schöne Schuhe und Strümpfe. Vielleicht ein paar Stiefel. Das habe ich noch nie gemacht.
  • einen Rucksack bzw. Turnbeutel, wie ihn Berliner Kinder und Jugendliche aktuell tragen, mit einem coolen Aufdruck

… aber das ist schon eine sehr lange Liste 😀 Mal sehen, was ich davon schaffe!

Vom Stil her sollen die Kleider in etwa so sein wie die Kleider meiner Puppe Angela. Also sehr fein und trotzdem kuschelig weich.

Ich bin jetzt voller Vorfreude und habe riesige Lust, mich an das Schnittmuster für den Körper zu machen. Ich denke, da werde ich ein bisschen experimentieren müssen. Ich freue mich darauf!

Danke!

Danke an Maria und Caro für die schöne Initiative. Ich freue mich darauf, in Verbindung mit den anderen Teilnehmer*innen zu gehen, zu schauen, was bei Euch entsteht, und Teil eines Miteinanders zu werden, das uns allen seit Corona so sehr fehlt

Wir schön, dass Ihr beide so etwas möglich macht!

Eure Maike

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  3. Liebe Maike, ich hab mich auch für die PuppenMitMacherei entschieden. Und bin nun sehr gespannt, welche Gemeinschaft an Puppen dabei entsteht, wenn so unterschiedliche Herzensprojekte lebendig werden sollen.
    Ich hab mich schon seit Längerem mit dem Thema beschäftigt, aber so völlig ohne Erfahrung im Puppen-machen. Aber jede Tätigkeit fängt man ja irgendwann zum ersten Mal an und vieles davon gelingt und bei manchem kommt die Einsicht „…nein, leider… dass passt nicht zu mir…, das tut mir gar nicht gut“. Aber bei den Puppen hab ich ein so warmes, schönes Gefühl, dass ich einfach nicht anders kann.
    Ich wünsche Dir ganz viel kreative Energie, schon vom ersten Strich des Entwurfes an! Ich bleibe ganz gespannt auf Dein zartes Wesen! Sei herzlich gegrüßt von Lene

    • Liebe Lene, wie schön, dass Du dabei bist! Wenn Du jetzt schon ein warmes, schönes Gefühl hast bei der Vorstellung, eine Puppe zu nähen, dann kann ich Dir versichern, dass Du sehr viel Freude haben wirst! Puppenmachen nährt von ganz tief innen. Es ist wie Magie, finde ich! Ich kann mich noch erinnern, wie stolz ich auf meine erste Puppe war. Ich konnte sie gar nicht aus der Hand legen — sie hat mich soooo glücklich und stolz gemacht.
      Ich wünsche Dir auch ganz viel kreative Energie! Hast Du eine gute Anleitung gefunden? Maria (Mariengold) hat ja tolle Anleitungen, damit kommst Du sicher gut zurecht.
      Ich bin gerade dabei, eine neue Herstellungstechnik auszudenken… ganz anders als bisher. Ich bin gespannt, was daraus wird…. ich mache auch ein neues Schnittmuster. Das möchte ich gern bis zum 2. Juni fertig haben… aber das ist noch viel Arbeit. Aber es macht total viel Spaß!
      Ganz liebe Grüße und ich freue mich über weiteren Austausch!
      Deine Maike

  4. Liebe Maike!
    Wie schön, dass Du nun tatsächlich Deine Herzenspuppe gestalten wirst! Ich hoffe, Du lässt uns an diesem Prozess teilhaben? Ich bin nämlich nach dieser Einleitung sehr gespannt! Alleine schon, wie präzise Du ihren Kleiderschrank schon beschreiben kannst, wunderbar!
    Elisabeth

    • Lieber Elisabeth, ja, ich freue mich sehr darauf… es fühlt sich einfach wärmer und Schöner an. Ich neige dazu, immer zuerst meine “Pflicht” zu tun, und hier hätte ich beinahe ein Pflicht-Projekt (das auch viel Spaß macht, keine Frage!) in eine Initiative gesteckt, die ganz von Herzen kommen soll. Deswegen bin ich jetzt froh. Vor allem froh, das noch rechtzeitig erkannt zu haben! Ich werde hier regelmäßig berichten!
      Willst Du nicht auch mal eine Puppe versuchen??? Liebe Grüße, Deine Maike

  5. Wie schön, dass du dabei bist, liebe Meike – und so ausführlich schreibst. Zarte Puppen sind auch bei mir immer mal wieder Thema. Lustigerweise hatte ich für die PuppenMITmacherei aber sogar kurz das Gegenteil im Kopf: eine mehrgewichtige Puppe. Aber am Ende habe auch ich das Herz entscheiden lassen und mich für ein Projekt entschieden, mit dem ich schon länger “schwanger gehe”.

    Liebe Grüße,
    Maria

    • Danke, liebe Maria! Ich bin wirklich gespannt, ob mir eine zarte Puppe gelingt. meine Puppen sind immer so fest. Vielleicht sehne ich mich nach dem Zarten in mir und kann es nicht hervorbringen? So etwas schwebt mir gerade im Kopf herum… Ich bin gespannt, was passiert! Das Schöne ist ja, es muss erst etwas entstehen, an dem man sich abarbeiten kann. Erstmal wird ein Körper entstehen, und mit dem gehe ich dann in Beziehung. Es ist einfach so spannend! Ich liebe es jetzt schon!
      Dein Vorhaben finde ich übrigens auch allerliebst. da entstehen sicher total süße, knuffige Puppen. ich kann sie mir jetzt schon vorstellen, ganz wollig, weich und warm! <3 <3 <3

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