Mit Schnee und bleicher Stille: Wochenende in Bildern 08./09. Januar 2022

Ich war allein mit der großen Tochter auf dem Land, zu einem lang ersehnten Mama-Tochter-Wochenende. Wie ruhig und entspannt es ist mit nur einem Kind! Wie wohltuend, sich nur auf einen Menschen einstellen zu müssen und nicht von drei Leuten immerzu angesprochen und gebraucht zu werden. Unser Zusammensein war so harmonisch und leicht, dass es sich wie ein Wellness-Wochenende angefühlt hat.

Es hat von Freitag auf Samstag wieder geschneit. So haben wir die “samtenen Teppiche”, die Ebene, die “grenzenlos mit Dämmerung gefüllt” ist und die “grauen Wolkenbündel mit dem schwachen Schein” aus dem Gedicht selbst gesehen.

Das Wochenende in Bildern ist wie immer verlinkt bei Große Köpfe.

Samstag, der 8. Januar 2022

Gleich nach dem Aufstehen gehen wir spazieren, über die Felder zum Fluss. Im Haus ist es fröstelig, da wollen wir unseren Kreislauf vor dem Anheizen ein bisschen in Schwung bringen. Der über Nacht gefallene Schnee lockt außerdem.

Die Tochter liebt Schnee.

“Das Dunkel steigt vom Fluss”.

“Der Weidenstrich lässt fröstelnd letzte Farben sinken.”

Und vollkommen lautlos gehen die Kühe auf ihrer schneebedeckten Weide von links nach rechts.

Mit roten Backen und warm durchblutet kommen wir nach Hause und heizen gemeinsam die Holzöfen an, auf dass das Haus warm werde. Wir heizen hier ja ausschließlich mit Holzöfen.

Frühstück, für mich eine extra große Tasse Earl Grey mit Milch, aus einer der neuen Tassen von ono mao, die Annette mir geschenkt hat. Vielen Dank dafür!

Weil es noch nicht so recht warm ist, kuscheln wir uns unter eine Decke aufs Sofa und schauen eine Dokumentation auf arte.tv über Neuseeland, “Auf den Spuren von Herr der Ringe”. Die Tochter liest das Buch gerade. Hier das Dorf Hobbingen aus dem Film, das als Touristenattraktion erhalten wurde.

Die neuseeländischen Alpen.

Vulkanseen auf den White Islands.

Nach der Doku ist es gemütlich warm im Haus. Wir basteln Ohrring-Aufbewahrungen aus Bilderrahmen für die Tochter, damit sie ihre Ohrringe schön verstauen und ordnen kann. Zuerst müssen wir die fest eingebauten Glasscheiben der Rahmen kaputthauen. Macht großen Spaß.

Die Tochter zieht Drähte durch Löcher in den Rahmen, die ich gebohrt habe. An den Drähten können die Ohrringe dann aufgehängt werden. Ich überlege, ob ich eine Anleitung dafür schreiben soll, das ist nämlich ein super DIY-Geschenk für alle, die Ohrringe tragen. Besonders für Teenager.

Das Ganze ist auch recht tricky. Den Dreh, wie es richtig gut wird, bekommen wir erst beim dritten Rahmen raus. Wir machen das ohne Anleitung, nur nach einem irgendwann mal gesehenen Foto, und müssen deswegen alle Techniken und Tricks selbst rausfinden.

Mittagessen: Lauch-Quiche und Salat.

Lange, gemütliche Mittagspause mit viel Kuscheln. Ich schlafe sogar eine Stunde.

Wellness und Pflege: Ich bürste und massiere den Rücken der Tochter mit weichen Bürsten und Pflegeöl. Dann bin ich selbst dran. Herrlich, das tut so gut.

Kochen auf dem Holzofen: Gemüsesuppe zum Abendessen.

Und dann gehen wir direkt ins Bett, denn wir fühlen uns so wohlig warm und träge.

Sonntag, der 9. Januar 2022

Ein rosa getupfter Himmel begrüßt mich morgens, als ich draußen Holz holen gehe.

Hinter den Bäumen leuchtet es pink.

Die Sonne geht auf.

Glutrot strahlt es zwischen den Bäumen hervor.

Nach dem Anheizen gehen wir wieder auf eine Runde nach draußen.

Die Tochter fotografiert Schnee. Ganz die Mama.

Sieht aber auch toll aus.

Die Löcher im Schnee sind durch Tautropfen von den Bäumen entstanden.

Januar-Himmel.

Ich mag diese zarten Blautöne im Januar, und die tief sitzende, fahle Sonne.

Die Tochter probiert Gegenlicht-Fotografie.

Heute frühstücken wir auf dem Sofa, in Decken gekuschelt, und schauen Harry Potter dabei. Einfach herrlich gemütlich. Und lustig, denn wir finden immer irgendwas zum Lachen.

Ich nehme ein heißes Bad und verwöhne mich selbst mit meinem geliebten Efeu-Peeling. Wenn ich das verwendet habe, fühle ich mich immer wie neu geboren, so herrlich ist die Wirkung.

Die Tochter übt Gitarre, ich mache mir ein neues Deo nach meinem altbewährten Rezept. Die Zutaten habe ich immer da.

Wir räumen auf und hängen Weihnachtsdekoration ab. Auf dem Buchständer schlage ich eine Januar-Seite aus dem Tagebuch der Edith Holden auf.

Wir verbrennen noch unsere letzten unserer 13 Rauhnachts-Wünsche für 2022 und falten den einen letzten auf, den wir uns selbst erfüllen sollen. Bei mir ist das “Mehr Klavier spielen”. OK, da habe ich also eine Aufgabe in diesem Jahr.

Zum Mittagessen machen wir zusammen eine Tortilla aus Kartoffeln, Paprika, Zwiebeln, Petersilie und Eiern.

Und dann ist es schon Zeit zu packen.

“Um graue Wolkenbündel blüht ein schwacher Schein.”

Mit diesem Bild in den Augen und im Herzen verlassen wir das Haus auf dem Land und fahren mit dem Zug zurück nach Berlin, wo wir vom Rest der Familie und den Hunden sehnlichst erwartet werden.

Ich freue mich auf die kommende Woche. Ich genieße es ja sehr, zu arbeiten und dabei ganz frei und autonom in meiner Zeiteinteilung zu sein. Ich bin sehr gern allein und kann es immer kaum erwarten, morgens nach dem Bringen der Kinder wieder nach Hause zu kommen, um ganz in Ruhe zu arbeiten und vor mich hinzuwerkeln. Ohne zeitraubende Team-Meetings, ohne Rücksicht auf die Rhythmen und Bedürfnisse anderer nehmen zu müssen. Herrlich.

Insofern freue ich mich immer auf den Montag und die fünf Arbeitstage, die vor mir liegen – wenn nicht gerade ein Kind krank wird. Weil Autonomie und Alleinsein mir so wichtig sind, habe ich mein Leben so eingerichtet, dass ich allein und von zu Hause aus arbeiten kann.

Wie ist es bei Dir? Hast Du genügend Möglichkeiten zum Alleinsein, für Autonomie, oder ist Dir das gar nicht so wichtig?

Wie dem auch sei, ich wünsche Dir eine gute Woche. Auf dass Du Deine Tage frohgemut beginnen und zufrieden beenden kannst.

Alles Liebe,

Deine Maike

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