Hol die Sommerkleider nicht: Wochenende in Bildern 16./17. Mai 2020

Das war ein schönes, kaltes, sonniges und bewölktes Mai-Wochenende auf dem Land. Wir sind immer noch hier, genießen die Natur und die Stille und haben viel zu tun. Ich bin sehr müde von der heutigen Gartenarbeit, denn ich habe den ganzen Tag gemäht, gerecht, geharkt, gegraben und gepflanzt.

Der Titel stammt aus dem Tagebuch der Edith Holden von der Titelseite des Monats Mai:

“Hol die Sommerkleider nicht / Eh der Mai ist außer Sicht”- das haben wir heute gespürt, denn es war bis zum Nachmittag super kalt.

Samstag, der 16. Mai 2020

Die heutigen Frühstücksbrötchen werden noch vor dem Hundespaziergang zum Backen vorbereitet. Die Roggen-Weizen-Brötchen sind die ganze Nacht im Kühlschrank gegangen, eingehüllt in bemehltes Naturleinen. Das Rezept ist aus Lutz Geißlers Brotbackbuch Nr. 1, die rustikalen Brötchen.

Beim Hundespaziergang sehen wir Hasen und Kraniche, hören den Pirol exotisch pfeifen und die Schwarzspechte schreien.


Die kräftigen, hellen Farben des Mais sind nun voll da.

Nach dem Spaziergang lassen wir uns die frisch gebackenen Brötchen schmecken. Mit weichen Eiern und Guacamole, wie sie uns am besten schmeckt: Mit klein geschnittener Schalotte, sehr wenig Zitronensaft und -schale, einem kleinen Schuss Schlagsahne sowie kräftig Salz & Pfeffer.

Mein Mann und ich stellen Überlegungen zum Grundstück an. Wir möchten ein neues Gewächshaus aufstellen, aber wir können es uns leider nicht leisten. Aber träumen und planen darf man ja.

Wir machen ein paar Aufnahmen vom Grundstück für unsere Planungen. Danach planen wir zusammen das neue Badregal aus Naturholz. Mein Mann schleift schon seit Tagen das Holz; heute sägen wir und installieren die Aufhängung der Regalbretter.

Überall blüht hier Ehrenpreis (danke, Simone, für Deinen Kommentar mit der Richtigstellung; vorher hatte ich hier geschrieben, es seien Lobelien!). Ich mag die kleinen blauen Blümchen sehr; und Simone schrieb auch, dass sie in Niederbayern auch “Gewitterblümchen” genannt werden, weil ein alter Glaube besagt, dass ein Gewitter kommt, wenn man sie pflückt. Wie ich solche alten Geschichten liebe!

Unser familieninterner Plural vom Löwenzahn lautet “Löwenzähner”.

Der Flieder ist über all auf dem Grundstück aufgeblüht. Es ist zartlila Flieder, der in der Gegend auch wild an den Waldrändern wächst.

Die Kinder spielen wieder den ganzen Tag mit ihren Barbies (hier zu meinem Artikel “Kreativ mit Barbies spielen – was es dazu braucht”, in dem ich auch das tolle Spiel meiner Mädels mit den umstrittenen Puppen beschreibe und versuche zu erläutern, unter welchen Bedingungen Kinder kreativ und fantasievoll mit Barbies spielen.

Ich wiederum schreibe den ganzen Nachmittag an dem besagten Artikel, denn ich möchte ihn noch heute Abend veröffentlichen.

Abendspaziergang mit dem Hund bei wolkenverhangenem Sonnenuntergang.


Ach die schönen Kühe mit ihren Kälbchen sagen uns Gute Nacht.

Sonntag, der 17. Mai 2020

Schäfchenwolken-Morgen.

Heute früh sehen wir beim Hundespaziergang zwei Rehe im Wäldchen. Sie sind vielleicht 200m von uns entfernt, aber auf die Schnelle gelingt mir kein besseres Bild.

Die Barbies der Mädels sind wieder auf Reise und müssen im Hotel wohnen. Den ganzen Vormittag wird das Hotel in einem Regal im Spielzimmer eingerichtet und bespielt. Die Barbies haben dort Betten für sich und ihre Tiere, und die “Wände” der Hotelzimmer werden mit Stickern beklebt (aaaaargh!). Ganz stolz sind die Mädchen auf die tolle Dusche: eine kleine Stehlampe übernimmt diese Funktion.

Mein Mann und ich arbeiten derweil den ganzen Tag draußen. Ich pflanze neue Pflanzen und Blumen, mein Mann schleift und versiegelt die Bretter für das neue Badregal.

Ich bereite die Wiese im Vorgarten für die Aussaat von Wildblumen vor. Mähen, Rechen, das Heu wegbringen und dann den trockenen Boden wässern, damit die Blumensamen darin überhaupt keimen können. Mit dem Rechen und einer Harke kratze ich den Boden etwas auf, damit die Samen hineingedrückt werden können.

Ich sähe Kornblumen, Skabiosen, wilde Malve und andere heimische Wildblumen, die allesamt Bienen- und Schmetterlings-Lieblinge sind.

Ich befreie auch die Wildrosen an der Hauswand von alten Zweigen, vertrockneten Gräsern und Laub vom Vorjahr. Auch hier entsteht dadurch wieder mehr Nährboden für neue Pflanzen. Aber an meinem rechten Unterarm entstehen dadurch leider auch viele Kratzer und kleine Schnittwunden von den Dornen.

Die kleine Tochter hilft mit der Schubkarre. <3

Später grillen wir an der Feuerstelle. Es gibt Würstchen, Salat und Frischeteller mit Gemüse und Obst.

Die kleine Tochter läuft übers Grundstück und kommt mit einem winzigen, zarten, weichen Vogelnest aus Federn wieder, das sie von der Nachbarin bekommen hat. Wir wissen, dass diese niemals einem Vogel sein Nest wegnehmen würde und vermuten, sie hat es auf dem Boden gefunden.

Am Feuer und später drin am Ofen lesen wir noch lange Harry Potter vor.

Noch ein Spaziergang unter einem lebendigen Wolkenhimmel.

Hinter den Wolken leuchtet es.

Und nun gehe ich total müde ins Bett, denn letzte Nacht hatte ein Kind einen Alptraum und hat mich daraufhin ab 3 Uhr anderthalb Stunden wach gehalten, weil sie Nähe und Begleitung brauchte. Als sie gerade am Einschlafen war, schnarchte es vom anderen Ende des Bettes, so dass ich wieder nicht einschlafen konnte. Tja, so ist das Leben im Familienbett.

Morgen müssen wir alle für einen Tag nach Berlin; bis auf ein Familienmitglied haben wir alle Termine. Ich beim Arzt, mein Mann bei der Buchhalterin seines Geschäfts und ein Kind ebenfalls beim Arzt. Und wir haben noch anderes zu erledigen und im Berliner Haus zu holen.

Aber dann freuen wir uns auf die nächsten Tage hier auf dem Land.

Weil ich so müde bin, möchte ich allen geneigten Leser*innen eine gute Nacht wünschen und natürlich eine gute Woche.

Geht bitte nicht zu irgendwelchen seltsamen Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen und versucht, familien-externe Kontakte weiterhin weitgehend zu vermeiden. Ich fände es jammerschade, wenn es eine zweite Infektionswelle gäbe – nicht nur deswegen, weil ich selbst zur Risikogruppe gehöre. Eine zweite Welle lässt sich verhindern, wenn wir alle noch ein bisschen so weitermachen wie in den letzten Wochen. Je nach Möglichkeit und Frustrationstoleranz kann jeder versuchen, weiterhin vorsichtig zu sein, wie ich finde.

Jetzt aber wirklich gute Nacht und liebe Grüße an alle Leser*innen!

Wie immer freue ich mich total über Kommentare!

Verlinkt bei Große Köpfe, dem Berliner Familienblog von Alu und Konsti.

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