Das faulige, bereifte Laub: Wochenende in Bildern 16./17. Januar 2021

Unser Haus in Berlin wird von selbst warm und muss nicht (wie unser Haus auf dem Land) mit Holzöfen geheizt werden. Ich bin gerade froh, diesen Luxus zu haben (der natürlich zum durchschnittsdeutschen Normal gehört) und genieße es. Mein Mann ist schon ein Freitag auf dem Land und sorgt dort für die nötige Wärme, damit die Wasserleitungen nicht einfrieren.

Also hatten die Töchter und ich gemütliche Zeit zusammen in Berlin. Wir haben hier ja keinen Schnee. Gut, am Samstag Morgen gab es einen ultrafeinen Hauch auf allem, der aber überall im Lauf des Vormittags wegschmolz, wo nur ein einziger Strahl Sonne hinkam. Die Schneemänner, die Kinder vor vielen Tagen einmal gebaut haben, liegen in kleinen Stücken auf der Wiese herum, nicht mehr erkennbar und nur noch stellenweise weiß. Unsere Hunde pinkeln schon seit Tagen dagegen. Vor 10 Tagen hatte der kleine Hund noch Angst vor den weißen Gestalten und hat sie verbellt.

Hier hat sich draußen ein bleiernes Grau über alles gelegt. Heute war der Himmel grau ohne Nuancen. Sogar mir fiel es schwer, etwas zum Fotografieren zu finden. Und sogar ich hatte dieses Wochenende kaum Lust, mich aus der Wohnung zu begeben. Beim dritten Hundespaziergang des Tages wurde ich draußen ungeduldig. Also präsentiere ich: Ein Wochenende mit wenig Kraft und Draußen, aber viel Gemütlichkeit und Drinnen.

Ich fand heute aufgrund meiner eher grauen Stimmung heute dieses Gedicht von Nicolas Born passend, aus dem die Phrase aus der Überschrift stammt:

Dieses Wochenende in Bildern ist verlinkt bei Große Köpfe, wo jeden Sonntag die WIBs vieler Leute gesammelt werden.

Samstag, der 16. Januar 2021

So öde sieht es jetzt vor unserer Haustür aus, obwohl ein winziger Hauch Schnee auf dem Boden liegt Das große Gebäude ist das Hinterteil einer Kirche, die in unsere Wohnanlage ragt. Fazit: Heute muss man nicht raus, wenn man nicht muss.

Die Kusine der Kinder hat hier übernachtet. Zum Frühstück gibt es Eier und frisch gebackenes Baguette.

Während die Kinder spielen, schreibe ich den Blogartikel zum Thema “Hafer-Kosmetik” / Wellness mit Haferflocken zu Ende. Ich liebe ja meine Hafer-Gesichtsmaske und trage gleich noch den Rest von gestern auf. Sie erfrischt und beruhigt mein Gesicht immer so wunderbar.

Während die kleine Tochter mit der Kusine draußen herumrennt (Daumen hoch für die Kinder, die selbständig rausgehen!), spielen die große Tochter und ich “Camel Cup”, das uns Leserin Annette geschickt hat (danke auch auf diesem Wege!). Sie hat Spiele aussortiert und sie uns geschickt. “Camel Cup” ist anspruchsvoll zu verstehen, macht aber Spaß, da man taktieren und “wetten” muss, welche Kamel das Rennen macht und welches eventuell hinten bleibt. Toll ist die Pyramide, mit der man sozusagen würfelt. Aber ich werde das Spiel noch ein paarmal spielen müssen, bis ich es wirklich durchschaue.

Als die Kusine abgeholt ist, gegen die Mädels und ich in den Humboldthain, um die Eichhörnchen zu füttern. Das haben wir gestern schon gemacht und die Mädels waren begeistert und enttäuscht zugleich, weil es nicht so einfach geklappt hat wie erwartet.

Die große Tochter schreibt gerade eine Tierkunde-Arbeit über Eichhörnchen (eine ihrer Homeschooling-Aufgaben), da haben wir alle gerade eine enge Beziehung zu den niedlichen Hörnchen.

Die Tochter schafft es mit einem Keckern ganz gut, die Hörnchen anzulocken und auf uns aufmerksam zu machen. Uns hat am Vortag eine Eichhörnchen-Lady (= Begeisterte, die regelmäßig Eichhörnchen in den Berliner Parks füttert und sich mit ihnen auskennt) erzählt, wie sie die Eichhörnchen anlockt.

Die niedlichen Eichhörnchen holen sich die Walnüsse und Mandeln direkt aus den Händen der Kinder. Unsere Töchter sind natürlich entzückt. (Wir haben uns vorher gut bei der Eichhörnchen-Hilfe Berlin erkundigt, ob man das alles darf. Darf man).

Geige üben. Die Tochter hat den Plan, 100 Tage lang jeden Tag zu üben. (Dafür gibt es dann auch eine Belohnung.) Sie spielt meiner Meinung nach sehr schön auf ihrer kleinen Geige. Sie lernt schnell und ihr Klang ist wirklich gut. Heute ist auch ein besonderer Tag: Sie spielt heute zum ersten Mal ein (einfaches) Menuett von Bach komplett durch. Sie ist stolz und ich auch.

Zum Mittagessen gibt es gefüllte Tomaten nach Maike-Art, aber inspiriert durch gefüllte Tomaten, wie man sie in Sizilien isst. Mit Zwiebeln, Knoblauch, Sardelle, Brotkrumen, Petersilie, Basilikum und Parmesan gefüllt und im Ofen gebacken. Auf Sizilien macht man gern noch Oliven dazu und nimmt statt Parmesan eher Pecorino oder einen anderen trockenen Schafskäse.

Leider kommt kein Foto der fertigen Tomaten zustande, weil ich zu hungrig bin und wir sofort essen mussten.

Vergewaltigung bei “Bridgerton”: So verharmlosen die Macher die Straftat

Den ganzen Nachmittag lesen wir und schauen Filme. Ich gönne mir das fast nie, weil ich immer anderes zu tun habe und lieber etwas tue als Filme zu gucken. Aber heute ist einfach so ein Tag. Die Kinder schauen einen Film, und ich fange mit “Bridgerton” auf Netflix an. Sehr unterhaltsam. Für mich ein echter Genuss – einfach mal nur was Schönes für die Seele gucken und möglichst unkritisch sein. Einfach hingeben und genießen.

Abends nochmal kurz mit den Hunden raus, nur in der Wohnanlage herum.

Zum Abendessen gibt es Kartoffelbrei und Gurkensalat und zum Nachtisch Obstsalat. Den Gurkensalat hat die große Tochter gemacht, mit frischem Dill.

Als die Kinder schlafen, schaue ich noch ein paar Folgen Bridgterton (man kann nicht aufhören — nun, ich zumindest nicht, wenn ich mal angefangen habe…), aber um Mitternacht bin ich so müde, dass ich ins Bett wanke.

Sonntag, der 17. Januar 2021

Heute ist es wirklich grau und trüb draußen. Ich habe überhaupt keine Lust, aber die Hunde müssen raus und so muss ich also auch raus.

Schön ist es heute draußen nicht, und glaubt mir: Das sage ich nicht oft. Ich sichte immerhin diese noch grünen Früchte der Stechpalme. Ganz hübsch. Ob sie wohl jemals rot werden?

Und dieses Efeu mit Schneeresten im schattigsten Teil der Wohnanlage. Ich mag Efeu ja sehr und kann immer Efeu-Bilder gebrauchen.

Hier noch ein recht frisches Blatt. Ich frage mich dieses Jahr zum wiederholten Male, ob die Natur noch richtig tickt. Frische Blätter kommen doch im Frühling, nicht schon im Januar, oder? Das macht mich schon ein bisschen besorgt, Stichwort Klimawandel.

Zu Hause finden wir unser Buch vom kleinen Hund angeknabbert vor. Seufz. Eigentlich knabbert sie nichts an. Nur ab und zu Bücher, wenn man sie in ihre Reichweite legt.

Ich lese den Mädchen den Comic vor, aber sie lesen natürlich mit und intonieren manche Sprechblase selbst.

Wir lieben die charmanten, autobiographischen Comics von Raina Telgemeier. Die große Tochter hat zu Weihnachten auch “Smile” und “Guts” bekommen, die es nur auf englisch gibt. Wir lesen sie zusammen. Die große Tochter kann schon ganz gut englisch und übersetzt das Meiste. Wenn sie etwas nicht versteht, übersetze ich.

Zum Mittagessen gibt’s bestelltes vietnamesisches Essen, in der Hauptsache Phó Bo, Reisband-Nudeln in einer pikanten Brühe mit frischem Gemüse und kurz gekochten Rindfleischstreifen. Die Töchter lieben das.

Wir basteln ein bisschen. Die Töchter machen kleine Püppchen aus Holzkegeln und Wolle. Das wird so süß, dass ich das demnächst verbloggen werde. Ist nämlich ziemlich einfach und hat dafür, wie schnell es geht und wie einfach es ist, einen tollen Output:

Dann Mittagspause mit Kuscheln und Lesen und für mich dann einer weiteren Folge “Bridgerton”. Wunderbar.

Wenigstens zu einer Hunderunde kann ich die Kinder noch motivieren. Wir gehen eine Runde durch den Mauerpark, wo wir mehrere Bekannte und Mitschüler*innen der Kinder treffen. Alle lüften sich schnell noch aus. Ich wette, viele Berliner Familien haben sich heute zu Hause verkrochen und sind nur kurz rausgegangen.

Oooorx, ist das trüb heute in Berlin. Da hilft gar nichts: Wir gehen wieder nach Hause. Die Kinder dürfen einen Film schauen und ich arbeite ein bisschen und mache Abendessen.

Und wenn jetzt die Kinder im Bett sind, werde ich noch eine Folge “Bridgerton” gucken. Yaaay.

Hinsichtlich der Corona-Lage halten wir uns wacker. Wir machen so wenig wie möglich. Ich versuche Kontakte zu vermeiden, wo’s geht, denn als Risiko-Patientin will ich die Krankheit echt nicht haben. Das Homeschooling läuft bei uns eher bescheiden. Aber sorry, davon lassen wir uns nicht stressen, denn daran sind nicht wir schuld. Unsere Regel lautet: Besser, die Kinder lernen weniger, aber der Familienfrieden bleibt erhalten, bevor wir die Kinder unter Druck setzen. Diese Zeit wird vorübergehen.

Ich wünsche allen Leser*innen eine gute Woche und möglichst wenig Stress, Kummer und Sorgen!

Ich freue mich wie immer über Kommentare und Grüße!

Herzlich,

Eure Maike

Dir hat dieser Beitrag gefallen?
Dann spendiere mir doch einen Tee!

Wenn Dir meine Blogbeiträge gefallen, freue ich mich über eine Spende! Jede Spende hilft mir, den Blog weiter zu führen. Wenn Du auf das rosa Spenden-Herz klickst, wirst Du direkt zu Paypal weiter geleitet. Du kannst einen Geldbetrag Deiner Wahl eingeben. Man kann auch mit Kreditkarte spenden. Lieben Dank!

Teilen geht hier über die Buttons (bei Pinterest das große P anklicken, nicht das kleine, das darüber liegt 🙂 ):

Facebookpinterestmail

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Maike,
    ich bin auf Deine Seite gestoßen, als ich im Herbst eine Anleitung zum Basteln von Waldorflaternen gesucht habe. Seitdem lese ich immer mal, wenn ich Zeit habe zum Schmökern im Netz, ganz gerne Deine Seite.
    Ich wollte Dir nur sagen, daß immer wenn ich Euren Ofen sehe (im Landhaus), dann denke ich, dass Ihr gut einen Lehm-Grundofen gebrauchen könntet.
    Der speichert die Wärme und gibt sie dann über Stunden langsam wieder ab.
    Wenn man dann noch eine Sitzbank, die auch warm wird, weil die Züge des Ofens durch sie hindurchgeführt werden, dann kriegst Du die Familie nicht mehr davon weg.. 🙂
    Schau doch mal bei http://www.lehmofenwerk.de
    Vielleicht ist das was für Euch.
    Viele Grüße von Nicola

    • Liebe Nicola, ganz bestimmt wäre ein Lehmofen für uns toll. Jedoch haben wir gerade leider nicht die finanziellen Mittel für so etwas Großes. Hinzu kommt, dass das Haus wirklich klein ist und in den Zimmern vermutlich nicht genug Platz für einen Lehmofen, schon gar nicht mit Sitzbank drumrum… leider! Aber vielen Dank für Deine Gedanken! Ich freue mich, wenn Du wieder reinliest! Liebe Grüße an Dich!

  2. Oh – was für ein schönes Wochenende, obwohl es doch so grau und trübe war in Berlin!
    Wir hatten in Wien seit Jahren endlich einmal wieder eine geschlossene Schneedecke – etwa 3 cm hoch – und dementsprechend fiel das Rausgehen leichter.
    Außerdem haben wir auch heute beim Vietnamesen bestellt und meine aktuelle Dekoration auf dem Tisch besteht aus Moos und verschiedenen Zapfen… fand ich irgendwie schön, das zu sehen bei Dir.
    Eine gute Woche und haltet durch!

    • Lieber Elisabeth, das ist ja lustig, dass Ihr es auch ein bisschen wie wir gemacht habt. Und ich freue mich immer zu hören, wenn jemand was von meinen kleinen Dekos nachmacht! Liebste Grüße an Dich!

Schreibe einen Kommentar


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.