Puppenmacherbesuch und Panke: Unser Wochenende in Bildern 20./21. Oktober 2018

Dieses erste kühle Herbst-Wochenende haben wir zu Hause in Berlin verbracht, gemütlich und erholsam nach einer anstrengenden Woche für alle. Wir hatten Puppenmacherinnen-Besuch, haben eine herbstliche Radtour gemacht, gebastelt und schöne Filme geschaut.

Samstag, der 20. Oktober 2018

Beim Blick aus dem Kinderzimmerfenster sieht man heute die Herbstfarben leuchten.

Der Mann ist schon um sieben Uhr los, um Arbeit hinter sich zu bringen. Die Kinder und ich genießen eine lange Lese- und Kuschelstunde im Bett.

Die Jahreszeiten-Fensterbank wird heute neu gestaltet, weil Besuch kommt und außerdem die frühherbstliche Kastanien- und Eichelzeit schon wieder vorbei ist. Bei uns kommt heute das nadelgefilzte Drachenmädchen aus der Kiste, was die Kinder total freut. Ihr roter Drachen ist mit einem dünnen Draht an ihrer Hand befestigt; er wippt zart in der Zugluft. Ich habe das Drachenmädchen vor drei Jahren in einem Kurs bei Julia von Julchen-Puppen gefilzt.

Ich nähe ein Kleid aus handgewebtem Bauernleinen für ein Puppenbaby. Puppe Tinchen, die ich bei der Mariengold- und 1000Rehe-Landpartie letztes Jahr genäht habe, dient als Modell.

Am Nachmittag decken wir den Esszimmertisch für unsere fünf Gäste: Meine Puppenmacher-Freundin Hannah von Stoffolidolls aus Edinburgh kommt uns mit ihrem Mann und ihren drei Kindern besuchen. Hannah ist Puppenmacherin und Illustratorin; ich habe sie vor zwei Jahren beim Internationalen Waldorfpuppen-Seminar in den Niederlanden kennen gelernt. Dieses Jahr war sie auch wieder dabei, und wir hatten sehr (sehr!) spaßige Stunden zusammen in unserem echt anspruchsvollen Filzkurs bei Dorota Strzebonska von mum & dot. Hannahs Mann hat beruflich zur Zeit in Dresden zu tun. Sie haben ihn in den schottischen Herbstferien besucht und ein gemeinsames Berlin-Wochenende drangehängt. Morgen fahren sie wieder nach Hause nach Edinburgh.

Auch heute haben wir viel zu quatschen, von Politik bis Puppen. Und Hannahs Kinder sind zauberhaft, völlig ungeniert und natürlich. Englisch, deutsch und italienisch klingen hier durcheinander, und die Kinder verstehen sich irgendwie. Was für ein angenehmer, netter Besuch!

Wir haben für die Gäste ein deutsches „Kaffee und Kuchen“ vorbereitet, obwohl wir das selbst so gut wie nie machen. Was mich freut: Unsere Besucher trinken alle Schwarztee mit Milch wie ich, keinen Kaffee, sogar Hannahs Mann, der aus Italien stammt. Und sie trinken alle wie ich gern Earl Grey. Ich habe unter anderem meine liebsten Zimtschnecken bzw. -knoten gebacken.

Abends befreien wir die getrockneten Blätter vom letzten Wochenende aus der Blumenpresse.

Der Tag klingt mit einem gemeinsamen Film aus. Wir schauen eine Dokumentation auf arte.tv über das nördliche Island (online verfügbar noch bis morgen – Montag). Wir staunen gemeinsam über Brot, das im Erd-Ofen gebacken wird, einen Pool, der aus einer heißen Quelle gespeist wird und das tropische Aussehen des Rotbarschs. Die Kinder genießen es, zusammen mit uns einen Film zu schauen und dabei von ihren „Leckertellern“ zu naschen. Die Kinder haben nach dem Süßkram vom Nachmittag Bedarf nach gesunder Frischkost. Die Große verzehrt anderthalb Avocados mit Kräutersalz, eine Möhre, viele Gurkenscheiben, eine halbe Birne, einen halben Apfel, eine Tomate und ein dunkles Vollkornbrot mit Butter und Käse. Offensichtlich wächst sie. Mal wieder.

Sonntag, der 21. Oktober 2018

Direkt nach dem Frühstück brechen wir zu einer kleinen Radtour auf. Wir wollen den Panke-Radweg entlang zum Kinderbauernhof Pinkepanke fahren, wo die Klasse der großen Tochter diese Woche einen Schuppen gebaut hat. Das Machwerk wollen wir uns ansehen und auch die Tiere, von denen die Tochter die ganze Woche geschwärmt und erzählt hat.

Vor der Abfahrt, vor dem Haus:

Nördlich von Berlin-Mitte ist es neblig. Wir lieben den Panke-Radweg, der vom nördlichen Zentrum nordwärts an die Stadtgrenze und darüber hinaus führt, immer am Ufer der Panke entlang, dem unbekannten Berliner Flüsschen. Der Weg führt durch wunderschöne Landschaften und innerstädtisch durch schöne Parks. Wir sind den Radweg, seitdem wir das Haus dem Land haben, nicht mehr gefahren. Umso schöner ist es heute mit den kräftigen Herbstfarben und dem Nebel, der alles besänftigt.

Die Gänse auf dem Kinderbauernhof.

So ein schöner Ort! Und es ist immer noch neblig.

Die kleine Tochter versucht sich den Enten zu nähern.

Die große Tochter hilft der kleinen Schwester auf die Weide am Ufer der Panke.

Herbstblumen im Garten des Bauernhofes:

Mein Mann begutachtet den Schuppen, den die Klasse der Tochter gebaut hat. Echt toll. Echte Handwerkskunst. Die Tochter zeigt uns die Bretter, die sie angenagelt hat. Sie weiß ganz genau, welche es waren.

Der Nebel hat sich verflüchtigt. Der Himmel leuchtet mit den bunten Bäumen um die Wette.

Noch ein bisschen Klettern.

Die große Tochter kennt die Namen aller Katzen.

Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Flohmarkt an der Badstraße vorbei. Der Mann ersteht eine Schallplatte, „Alfons Zitterbacke“, die er aus seiner Kindheit kennt. Die Kinder verlieben sich in einen Puppen-Picknickkorb, aber wir haben nur noch 2,90 Euro übrig, inklusive aller Münzen aus allen Taschen. Die unglaublich netten Verkäuferinnen geben unseren Kindern den Koffer schließlich für diesen kleinen Preis. Tausend Dank!

Der Korb wird zu Hause natürlich sofort bespielt.

Nach der Mittagspause stelle ich aus den getrockneten Blättern diesen herbstlichen Wandschmuck her. Die Blätter sind auf Fäden gezogen, die an dem Stock angeknotet wurden. So einfach, so effektvoll.

Die Kinder spielen draußen mit den Nachbarskindern. Die kleine Tochter ist irgendwann verschwunden; es stellt sich raus, dass sie bei den Nachbarn Abendbrot isst. Denn dort gibt es Pizza.

Es wird ja jetzt schon um 18 Uhr dunkel. Die Kinder wollen wieder gemeinsam einen Film schauen. Wir machen wieder Leckerteller zurecht und schauen zusammen einen Film über das australische Outback (online noch verfügbar bis zum 26.10.). Heute staunen wir über Tiere wie den Ameisenigel, Aboriginee-Traditionen, und dass die australischen Ureinwohner die süßen Blasen am Hinterteil der Honig-Ameisen wie Bonbons genießen. Ich bin immer noch jedes Mal völlig geplättet, was es auf dieser Welt alles gibt, wenn ich solche Dokumentationen schaue.

Und dann gehen die müden Kinder schlafen. Sie gehen die nächsten drei Tage zum ersten Mal in den Ferienhort bzw. Ferien-Kindergarten, weil sowohl mein Mann als auch ich zur Zeit zu viel Arbeit haben, um Ferienpause zu machen. Ende der Woche fahren wir endlich mal wieder in unser Haus auf dem Land. Wir freuen uns darauf und hoffen auf ein paar Pilze. Es soll diese Woche endlich ein wenig regnen.

Ich hoffe, auch Ihr hattet ein schönes, herbstliches Wochenende!

Weitere Wocheneden in Bildern finden sich hier, auf Geborgen Wachsen.

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