Des Weltendaseins Werdelust: Unser Wochenende in Bildern 16./17. März 2019

Freunde der ernährungsbewussten Kulinarik werden an diesem unserem Wochenende Freude haben, denn wir haben in der Küche viel gezaubert. Es hat viel geregnet dieses Wochenende, da war viel Raum, um es sich drinnen mit Freunden und Familie schön zu machen.

Es ist Fastenzeit. Bei mir heißt das dieses Jahr: Ich esse mindestens bis Ostern nach der Paleo-Ernährungsweise und mache Intervallfasten. Paleo heißt, ich lasse Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte weg und esse stattdessen viel Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und gute Fette, das Pflanzliche vorzugsweise roh. Und Intervallfasten bedeutet bei mir: Auf das Frühstück verzichte ich. Ich esse frühestens 16 Stunden nach dem vorangegangenen Abendessen, bevorzugt 17 oder 18 Stunden danach, und so wird das dann direkt ein Mittagessen – sowieso meine Lieblingsmahlzeit. Dass ich mir trotzdem den Bauch mit Leckereien vollschlage, könnt Ihr an den Bildern dieses Wochenendes sehen.

Samstag, den 16. März 2019

Heute hat die kleine Tochter keine Geigenstunde. Deswegen kuscheln wir uns gemütlich aufs Sofa und lesen die letzten drei Kapitel von „DeGeheGa“, unser Kürzel für „Der geheime Garten“, unser sehr geliebtes Buch, das wir gerade lesen. Wir sind alle entzückt vom schönen Ende und schauen uns die schönen Bilder nochmal genau an.

Dann finden wir uns in der Küche zusammen und backen Paleo-Cracker aus Mandelmehl, Feigen, Olivenöl und frischem Rosmarin aus diesem Paleo-Kochbuch von Nico Richter. Ich hatte gestern Abend nochmal Appetit und hätte mir so einen kleinen deftigen Snack gewünscht. Die Töchter backen mit.

Und weil die Kinder die pikanten Rosmarin-Cracker nicht so mögen und der Ofen noch heiß ist, backen wir gleich eine Ladung getreidefreier Muffins: Zitrone-Waldbeeren-Muffins aus drei verschiedenen Nüssen (Mandeln, Paranüsse, Macadamia), Eiern, Datteln, ganz wenig Honig, viiiiiiel Zitronenschale und natürlich Waldbeeren (aus der Tiefkühltruhe). Sie werden himmlisch. Viel besser als sie aussehen 🙂

Nach dem Backen ist der großen Tochter langweilig. Mit der Kleinen will sie jetzt nicht spielen; kommt auch mal vor. Da freut sie sich, dass das etwas ältere Nachbarsmädchen anruft und zum Spielen runterkommen will. Sie wollen Schach spielen, und die Tochter möchte einen Obstteller für beide vorbereiten. Ich zeige ihr als Anregung ein Bild der Obstmandalas von Geborgen Wachsen bzw. @leitmedium, und sie ist gleich Feuer und Flamme. Nicht, dass ich sonst unsere Obststücke einfach lieblos auf den Teller knalle – nein, auch bei uns wird das Obst schön angerichtet. Aber doch nicht so aufwändig wie bei Familie Mierau. Deswegen freue ich mich, dass die Tochter jetzt den Ehrgeiz entwickelt, es genauso schön zu machen.

So sieht dann das Ergebnis aus, das erste Obstmandala meiner Tochter. Sie hat noch Reste der tiefgefrorenen Waldbeeren genommen. In der Mitte prangt eine Birnenscheibe, von unserer aller Lieblingssorte Conference.

Kurz darauf haben die beiden Mädchen fast alles niedergemacht:

Während die Kinder beim Schachspiel in der Küche sind, beschäftige ich mich ein wenig mit Gartenplanung. Ich bin unsicher, was und wo ich noch pflanzen soll, denn ich weiß nicht, welche der vielen Zwiebeln, die ich gesteckt habe, noch austreiben werden. Vor ein paar Tagen habe ich zusätzlich zu unseren Himbeeren und Johannisbeeren noch einen Blaubeerstrauch gepflanzt. Ich sinniere ein wenig über Pflanz-Ideen und spiele dabei mit dem Hund. Unsere Schneebälle, die ich ja sehr liebe, treiben schon kräftig aus. An Schneebällen ist nur schade, dass sie nur etwa zwei Wochen mit aller überwältigenden Pracht blühen, dann aber ganz schnell verblüht sind.

Jedenfalls machen wir, das heißt die kleine Tochter, ich und der Hund, einen Spaziergang zur Gärtnerei am Mauerpark. Das ist einer der ganz wenigen Orte, wo ich dem Shopping-Fieber verfalle und mich nicht zurückhalten kann. Ich kaufe jedes Mal zu viel.

Heute auf jeden Fall. Ich kann die drei schweren Taschen mit Blumen- und Kräutertöpfen, Tulpen und die zwei riesigen Magnolienzweige kaum tragen, außerdem zerrt noch der Hund an der Leine, weil die kleine Tochter mit dem Fahrrad vorneweg fährt und er hinterher will.

Da ruft die Tochter plötzlich: „Mama, guck mal! Nimm doch den!“ Mitten auf dem Weg liegt ein umgekippter Einkaufswagen, den irgendein Idiot aus dem Supermarkt mitgenommen und dann hier liegen lassen hat. Ich freue mich, denn er ist noch intakt und ich bekomme alle Taschen und die Magnolienzweige wunderbar verstaut. Und wenn sich jemand wundert, dass wir „mitten auf der Straße“ stehen: Unsere Straße ist autofrei, da können Kinder ganz frei herumlaufen und -fahren.

Als wir nach Hause kommen, wird uns Eltern von den beiden großen Mädchen strengstens verboten, in die Küche zu kommen. Nur die kleine Schwester darf hinein. Drinnen giggelt und rumort es, „Das wird eine Überraschung!“ sagen die Mädchen. Aber einmal kommt die Tochter heraus und fragt, ob sie die Frucht-Buttermilch verwenden dürfen, die sie hinten im Kühlschrank gefunden hat…. da kommen mir so Ahnungen. Das Nachbarskind macht unheimlich gern Eis und Smoothies, da nehme ich an, dass es eins davon ist….

In der Zwischenzeit arrangiere ich die frischen Tulpen und Zweige.

Als wir endlich und die Küche dürfen, ist es wirklich eine Überraschung: Die drei Mädchen haben die Küche picobello aufgeräumt und geputzt. Es liegt nirgendwo mehr ein Krümelchen, kein Stück Geschirr steht mehr herum, und alle Flächen sind spiegelblank. Wow, das hätte ich den kichernden Mädchen nicht zugetraut. Ich hatte eher gedacht, drei schokoverschmierte Gesichter, ausgeräumte Schränke, schmutzige Schüsseln und drei Versuche für Schokoladeneis in einer völlig verwüsteten Küche vorzufinden. Außerdem frostet ein Frucht-Joghurt-Eis in der Tiefkühltruhe, aber die eigentliche Überraschung ist die völlig perfekt aufgeräumte Küche. Mein Mann und ich sind wirklich baff und freuen uns doll mit.

Die Kinder möchten, dass das Nachbarskind übernachtet, und das darf es. Die beiden Großen machen Popcorn für ihre Mitternachtsparty, und mein Mann geht mit der kleinen Tochter ins Schwimmbad. Sie hat gestern in der Badewanne gelernt, mit Taucherbrille zu tauchen und möchte das jetzt im Schwimmbad ausprobieren. Ich gehe für zwei Stunden ins Café, um konzentriert zu arbeiten, denn es sind in der Woche ein paar Aufgaben liegen geblieben.

Gemütliches Café in Berlin-Prenzlauer Berg

Und dann ist schon Abend, und nach und nach kommen alle zur Ruhe, außer mir, die ich leider wegen gesundheitlichen Problemen nicht einschlafen kann (hat aber nichts mit Paleo zu tun, sondern mit einer meiner chronischen Krankheiten). Erst nach Mitternacht finde ich zur Ruhe.

Sonntag, der 17. März 2019

Meine Nacht war kurz, deswegen freue ich mich, dass mein Mann Pfannkuchen für die Kinder backt.

Nach den Pfannkuchen arbeitet er mit seiner neuen Fräse an einem langen Ast, der im Winter von einer Platane in der Nachbarschaft abgebrochen ist. Daraus wird eine Lampe für unseren Esszimmertisch. Mein Mann ist als ehemaliger künstlerischer Theater-Beleuchter ein echter Beleuchtungs-Fetischist und hat großes Feingefühl für Lampen und Beleuchtung aller Art. Seine Idee, wie er aus dem Ast eine Lampe machen will, finde ich total grandios. Ich freue mich schon auf das Ergebnis.

Die kleine Tochter schaut ganz genau zu und darf auch den Ast abstützen.

Die Magnolien machen sich gut in unserem Wohnzimmer.

Der zweite Tulpenstrauß schenkt der grün-braunen Vorfrühlings-Stimmung im Wohnzimmer eine wenig erste Farbe.

Ich backe noch schnell ein kleines Paleo-Brot, weil ich manchmal ein bisschen Craving nach Brot habe. Ich wandle dieses Paleo-Brot von der Website „Natürlich Essen“ ab, indem ich statt Leinsamen und Kokos Flohsamen nehme und außerdem Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne einarbeite. Außerdem bereite ich nur die Hälfte zu; ist ja nur für mich, denn der Rest der Familie isst (noch?) „normales“ Brot.

Die Kinder spielen, ich widme mich dem Garten. Ich habe mich gestern entschieden, doch wieder Vergissmeinnicht zu pflanzen, weil die gar so allerliebst sind und für Tulpen den perfekten Hintergrund bilden, wie ich finde.

Unser kleiner Flieder, den ich erst 2017 gepflanzt habe, knospt schon herrlich.

Während die beiden großen Mädchen basteln und malen, gehe ich mit der kleinen Tochter in den Bioladen, um Obst und Gemüse zu kaufen. Wieder freue ich mich, dass das in Berlin auch sonntags möglich ist, denn wir haben keine Äpfel mehr und das ist bei uns eine kleine Tragödie. Unsere Kinder verputzen täglich jede an die drei Äpfel.

Am Nachmittag kommt Besuch von einer Freundin mit Tochter im Alter unserer Großen. Wir Erwachsenen sitzen in der Küche und quatschen, schnabulieren von den Paleo-Snacks und lassen es uns gut gehen. Da kommt die kleine Tochter runter und zieht mich ins Wohnzimmer. „Ich muss Dir was sagen, Mama,“ sagt sie und schaut ganz traurig. „Die beiden Großen spielen immer nur, was ihnen Spaß macht, aber mir macht es keinen Spaß, immer nur mit Lego zu bauen. Außerdem hören sie gar nicht zu, wenn ich etwas sage. Ich fühle mich von den beiden gar nicht wahrgenommen.“ Was für eine Freude, wenn Kinder so klar sagen können, was schief läuft.

Da zeigt es sich, wie gut uns der Hund tut: Er kommt angetrottet und kuschelt ein bisschen mit der traurigen Tochter auf dem Sofa, lässt sich streicheln und schmiegt sich an sie. Danach (und einen Muffin später) ist sie wieder aufgeräumt und hüpft die Treppe hoch ins Kinderzimmer.

Die Freunde bleiben noch zum Abendessen; wir tafeln am großen Wohnzimmertisch und tun uns an den Hähnchenbeinen, dem Ofengemüse und dem dicken Salat gütlich.

Und nun falle ich sehr müde ins Bett, natürlich nicht, ohne mit meinem Mann noch „Zu Tisch in“ auf arte.tv geguckt zu haben. Mein Mann hat schon angekündigt, dass heute die Schwäbische Alb dran ist. Ich tippe darauf, dass sicher ein Gericht mit Alb-Leisa („Alb-Linsen“) vorgestellt wird, mein Mann ist überzeugt, dass Maultaschen vorkommen. Mal sehen, was es wird.

Nachtrag Mo, 18. März: Es war beides. Mehrere Gerichte mit Alb-Leisa wurden gekocht, sogar Maultaschen, gefüllt mit Wurzelgemüse und Linsen, und „Träubles-Kuchen“ (schwäbisch für Johannisbeerkuchen), zu dem die vorgestellte Bauernfamilie kleine, zarte Linsen ins süße Baiser gibt.

Weitere Wochenenden in Bildern findet Ihr auf dem Familienblog Große Köpfe.

Kommt gut in die neue Woche! Bald ist Frühlingsanfang und das Wetter soll wärmer werden!
Gute Nacht, meine Lieben!

Wie immer freue ich mich über Kommentare und Grüße!

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Dank deinem Tipp habe ich nun auch das Tagebuch der Edith Holden und es macht mir große Freude. Danke dafür!
    Allein schon das:

    “…Das ist nicht Einsamkeit,
    das heißt, sich tauchen
    in die Natur,
    die Seel in ihre Seele hauchen.“

    Lieben Gruß

    • Lieben Heidi, das freut mich aber!!! Nicht wahr, das Buch macht Freude! Ich liebe es auch sehr. Und was für ein schönes Zitat Du gefunden hast… wirklich schön. Danke!!

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