Sommerspiele und Traumtisch: Unser Wochenende in Bildern 7./8. Juli 2018

Unser erstes diesjähriges Sommerferien-Wochenende auf dem Land, mit Sommerfrüchten, Sommerspielen und der Renovierung meines Traum-Tisches:

Samstag, der 7. Juli 2018

Wir drei Frauen der Familie haben das Haus auf dem Land heute für uns, denn der Mann kommt erst heute Nachmittag aus Berlin zu uns, weil er noch arbeiten musste. Der Tag beginnt früh, kühl und bewölkt, deswegen lesen wir lange, lange vor dem brennenden Ofen vor. Wir lesen zur Zeit „Die unendliche Geschichte“. Für mich tauchen bei jedem Satz und jedem Bild Erinnerungen auf, denn ich habe das Buch als Kind sicher zehnmal gelesen. Die Kinder sind völlig gebannt und können gar nicht genug kriegen. Sogar die Fünfjährige kann voll eintauchen. Wie schön das ist! Weil wir immer weiterlesen wollen, frühstücken wir auf dem Sofa. Und lesen und lesen und lesen.

Als wir rausgehen, ist der Vormittag fast schon rum. Die Kinder spielen seit Tagen mit dem Puppenhaus, das wir draußen aufgestellt haben. Es wird immer wieder neu eingerichtet. Die große Tochter näht heute Vorhänge und Decken, schneidet eine Tischdecke zu und es werden Blumen für die kleinen Puppen-Väschen gepflückt.

Die Schafgarbe ist aufgeblüht. Ich liebe Wildblumen.

Zum Mittagessen gibt es eine Suppe aus Spitzkohl, Kartoffeln und Möhren, mit Butterbrot.

Die Kinder schneiden Kohl für die Puppen und machen für sie Sauerkraut.

Nach der Mittagspause widme ich mich der Renovierung des neuen alten Esstisches. Es ist schlicht und ergreifend mein Traum-Tisch – nach genau einem solchen alten Tisch habe ich letztes Jahr monatelang vergeblich auf ebay Kleinanzeigen gesucht. Diesen haben wir vor ein paar Tagen von der Nachbarin bekommen, die ihn im Schuppen gefunden hat und auf den Sperrmüll geben wollte. Unglaublich, da stand unser Traum-Tisch kaum 200m von uns entfernt! Er ist aus Eichenholz, entspricht genau dem schlichten, feinen 30er-Jahre-Stil meiner geliebten alten Stühle und unserer anderen Möbel im Haus, hat genau die richtigen Maße, ist ausziehbar und hat eine Schublade. Alles Features, von denen ich letztes Jahr kaum zu träumen wagte. Dieser Tisch hat sie alle. Des einen Sperrmüll, des anderen höchstes Glück!

Ich schleife und schleife und schleife, erst die Tischplatten, dann das Gestell. Bis mir die Oberarme schmerzen. Ein kleiner grüner Käfer gesellt sich zu mir. Er mag den Tisch wohl auch.

Zwischendurch eine Runde Nadelfilzen, bis die Filznadeln stumpf sind. Das wird ein Babypuppen-Kopf für eine lebensgroße Babypuppe für die Tochter.

Am Abend kommt mein Bruder, der seinen Hund abholt, den wir seit Montag gehütet haben, während Bruder und Frau beim Filmfestival in Karlovy Vary waren. Wir sitzen an der Feuerstelle und grillen; die Kinder verstecken Wurststücke für den Hund im Garten

Abendliche Inspektion des Puppenhauses.

Wir gucken alle das WM-Spiel Russland gegen Kroatien, aber noch vor der zweiten Halbzeit bringe ich die Kinder ins Bett und schlafe mit ihnen ein.

Sonntag, der 8. Juli 2018

Zum morgendlichen Vorlesen gibt es die letzten kleinen Erdbeeren aus dem Garten, die wir noch vor den Vögeln retten konnten. Alle anderen haben die Vögel gefressen, wahrscheinlich bevor sie reif waren.

Noch vor dem Frühstück gehen wir mit Hund und Fahrrädern in den Wald. Die große Tochter nimmt die Püppchen auf dem Gepäckträger mit, ihre Biegepuppe und das Lavendelkind, das sie letztes Jahr gefilzt hat:

Die kleine Tochter pflückt einen Blumenstrauß, der dann unseren Frühstückstisch schmückt:

Bruder und Hund fahren zurück nach Berlin. Die Kinder spielen den ganzen Tag draußen, mit dem Puppenhaus oder mit den Schleich-Pferden.

Von der Nachbarin bekommen wir herrliche Tomaten, Aprikosen und Honig, die ihre Freunde gestern aus einem Bauerngarten aus der Ukraine mitgebracht haben.

Das Tischgestell bekommt seinen ersten Anstrich in mattweiß.

Die Tischplatten aus Eiche sollen heller gebeizt werden, weil ich das gelbliche Braun der Eiche pur nicht so mag. Ich bin unsicher, wie ich vorgehen soll, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Ich wünsche mir eine pudrig-gräuliche Oberfläche, so als hätte die Sonne das Holz aufgehellt. Soll ich dazu die weiße Bio-Holzlauge nehmen, die noch vom Fußboden übrig ist (oder wird das dann zu weiß)? Oder die Oberflächen mit Scheuermittel schrubben (alter Tipp meiner Mutter, die schon Hunderte von Möbeln restauriert hat und sich mit Holzoberflächen wirklich auskennt)? Oder eine Waschung mit verdünnter Wandfarbe vornehmen (so macht es meine Mutter auch gern)? Ich rufe meine Mutter an und sie rät mir, es auszuprobieren, denn Eiche verhält sich nicht immer gleich und schon gar nicht wie anderes Holz, wegen der Gerbsäuren, sagt sie. Also mache ich Versuche mit Wandfarbe und Bio-Lauge an einer der Ausziehplatten, die ja später meist unter der Tischplatte verschwinden. Nach der Mittagspause schaue ich mir das Ergebnis an und beschließe: Ich nehme die Bio-Lauge. Denn sie verhindert nebenbei auch das Vergilben des Holzes, was mir entgegenkommt.

Also werden die Tischplatten am Nachmittag zwei Mal mit Beize bestrichen. Hoffentlich behalten sie diese Farbe auch nach dem Versiegeln, denn genau so, wie es jetzt aussieht, will ich es haben…. aber ich weiß: das Versiegeln verändert die Farbe nochmal. Aber nochmal beizen will ich nicht, denn dann würde es zu weiß, befürchte ich. Wir werden sehen….

Dann lesen wir nochmal eine Stunde in der Hängematte vor. So sommerlich!
Nach dem Abendessen schnappt sich die kleine Tochter meine Kamera und macht viel, viele, viele Bilder – unter anderem dieses hier von einem Spinnennetz in der Wiese. Wow.

Und jetzt werden noch die Tischplatten mit der ersten Schicht Versiegelung grundiert und ein Brötchenteig für morgen angesetzt. Denn morgen kommen die Schwiegereltern zu Besuch, und der Tisch soll eingeweiht werden.

Weitere Wochenenden in Bildern findet Ihr bei Susanne von Geborgen Wachsen.

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