La vie en rose: Unser Urlaubs-Wochenende in Bildern 28./29. Juli 2018

Dieses Wochenende sind wir nach Frankreich gefahren und haben unseren ersten Urlaubstag im Ferienhaus im Loiretal verbracht.

Samstag, den 28. Juli 2018

Wir stehen um halb fünf Uhr im Haus meiner Mutter in Stuttgart auf, um in den frühen Morgen hinein in Richtung Frankreich zu fahren. Die Kinder haben ja ein paar Tage allein bei der Omi in Stuttgart verbracht. Mein Mann und ich sind gestern von Berlin nach Stuttgart gefahren, um die Kinder dort zur Urlaubsfahrt abzuholen. Stuttgart liegt grob auf der Hälfte der Strecke von Berlin nach Tours im Loiretal, wo unser Ferienhaus liegt. Wir sind am Freitag gegen alle Prognosen und Erwartungen super von Berlin nach Stuttgart durchgekommen: Google Maps hat uns in ca. 10 Minuten um die Sperrung der A10 bei Potsdam wegen des Waldbrandes bei Fichtenwalde herumgeschifft. Die Wahl der Route durch den Thüringer Wald war auch richtig, denn alle unsere Autobahnen sind bis Stuttgart seltsam leer (wie wir später herausfinden, lag das an einigen Vollsperrungen, die die Zufahrten zu unserer Strecke verstopften, so dass zu unserer Fahrtzeit kaum Autos auf unsere Strecke durchkamen). Und das am Wochenende, das bei Deutschlandradio Kultur als das verkehrs- und staureichste des Jahres angekündigt wurde. Aber die Staus waren anderswo. Halleluja. Ich hasse Stau.

Zurück zur Samstags-Etappe von Stuttgart ins Loiretal: Gegen acht Uhr früh machen wir eine Frühstückspause in den Vogesen, wo neben dem Rastplatz Kühe weiden. In Frankreich sind viele Rastplätze etwas von der Autobahn zurück gesetzt, so dass man den Lärm der vorbeisausenden Autos nicht hört. Sehr angenehm. Dafür sind die Klos super eklig.

Um halb vier Uhr nachmittags kommen wir nach etwa acht Stunden Fahrt und zwei dreiviertelstündigen Pausen recht geschafft im Ferienhaus an. Wir haben unser Berliner Häuschen mit einer Familie aus der Nähe der Stadt Tours getauscht. Sie haben ein entzückendes umgebautes Bauernhaus auf dem Land, so richtig französisch. Und das Highlight: Hier gibt es einen herrlichen Salzwasser-Pool, will heißen: Einen Pool nur für uns. Den Nachmittag und frühen Abend packen wir aus, erkunden das Haus und hüpfen natürlich in den Pool.

Sophie hat uns den Kühlschrank mit lauter Leckereien und Basics vollgepackt sowie Obst und Gemüse bereit gestellt. Hach, so lieb!

Eine wunderbar süße Honigmelone ist auch dabei, die wir uns mit Parmaschinken zum Aperitif gönnen.

Ums Haus wachsen rosa Rosen. Da fällt einem sofort „La vie en rose“ ein. So süß und traumhaft fühlt es sich hier auch an.

Die Kinder sind entzückt, dass es hier drei Katzen gibt, die wir auch füttern werden bei unserem Aufenthalt hier. Hier bekommt Katze Plume ihre „Paté“.

In Hochbeeten um den Pool herum wachsen Kräuter aller Art.

Nach dem Abendessen (Reste vom Fahrt-Proviant und eine Quiche Lorraine mit Salat) gehen wir alle nur ins Bett.

Sonntag, der 29. Juli 2018

Wir holen im Dorf Croissants und Baguette (na klar, was sonst!). Die französischen Croissants schmecken einfach unverwechselbar. Ich kenne den Geschmack so gut, aus meiner Kindheit und von all meinen Frankreich-Aufenthalten als Erwachsene und Jugendliche. Erinnerungen an Frankreich-Aufenthalte meiner Vergangenheit ploppen adhoc auf, wenn ich in ein solches Croissant beiße.

Die Äpfel auf „unserem“ Grundstück reifen schon.

Die Kinder erkunden den Garten, in dem es auch eine uralte Minigolf-Anlage gibt. Aber auch ein Schaukelgerüst, das sich bei den Kindern großer Beliebtheit erfreut. Es quietscht und rappelt, ist aber ganz toll.

Zum Mittagessen gibt es einen Gemüsegratin aus Bohnen und Mangold sowie einen Klarapfel-Rhabarber-Kuchen. Alles Obst und Gemüse dafür haben wir am Tag vor unserer Abreise im Schulgarten in Berlin geerntet. Familien, die in den Sommerferien gießen, dürfen ein wenig ernten, und wir haben letzte Woche zwei Mal den Schulgarten, das Hortgelände und den Hof gewässert.

Wir haben für die Ferien die Regel vereinbart, dass abwechselnd jeder einmal bestimmen darf, wie der Tag verbracht wird. Am ersten Tag sind die Kinder dran und sie wünschen sich natürlich, den ganzen Tag am Pool zu verbringen. Das ist auch uns Eltern recht, denn die zwei Tage mit insgesamt 13 Stunden Autofahrt waren doch anstrengend. Außerdem haben der Mann und ich die ganze vergangene Woche wie verrückt unser Berliner Haus aufgeräumt, entrümpelt, geputzt und sogar ein bisschen renoviert (vollgemalte Wände und die mit Make-up von einer Freundin der Tochter beschmierte Decke gestrichen, Gartentisch mit neuer Platte versehen, lasiert und versiegelt, Vorhänge gewaschen und gebügelt usw.). Wir sind uns einig, dass das ein großer Pluspunkt beim Haustauschen ist: So bringt man wenigstens einmal im Jahr das ganze Haus und Garten so richtig auf Vordermann. Und wenn man zurück aus dem Urlaub kommt, ist alles so herrlich aufgeräumt, sauber und entrümpelt. Da freuen wir uns jetzt schon drauf.

Vor uns liegen drei Wochen hier auf dem Land mitten im Loiretal. Wir wollen natürlich auch die zauberhafte Natur hier erkunden. Die Loire ist einer der letzten westeuropäischen Flüsse, die nie begradigt wurden, sondern ihrem ursprünglichen unregelmäßigen, natürlichen Lauf folgen. Mit dem Ergebnis, dass es hier Biotope und eine große Artenvielfalt gibt.

Natürlich wollen wir auch das eine oder andere Schloss besichtigen. Vorzugsweise die unbekannteren „Chatöle“ (schwäbischer Diminutiv von Chateau=Schloss) an den Nebenflüssen, die manchmal in Privatbesitz sind und wo es traumhafte Gartenanlagen gibt. Und vielleicht fahren wir Kanu auf der Indre (Nebenfluss der Loire) oder ein Stück mit dem Fahrrad an der Loire entlang. Wir werden sehen. Morgen bin ich dran, das Tagesprogramm zu entwerfen. Ich schnappe mir jetzt die Reiseführer und Veranstaltungsprospekte der lokalen Natur-Organisationen und schaue, was mir ins Auge und Herz springt.

Hach, Urlaub! Drei dicke Herzen!

Weitere (Urlaubs)-Wochenenden in Bildern finden sich bei Susanne Mierau von Geborgen Wachsen.

 

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